Anteil, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Anteil(e)s · Nominativ Plural: Anteile
Aussprache
WorttrennungAn-teil (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Anteil‹ als Erstglied: ↗Anteilbesitzer · ↗Anteilnahme · ↗Anteilschein · ↗Anteilseigner · ↗Anteilsschein · ↗Anteilsurlaub · ↗Anteilurlaub · ↗anteilig · ↗anteillos · ↗anteilmäßig · ↗anteilslos · ↗anteilsmäßig
 ·  mit ›Anteil‹ als Letztglied: ↗Aktienanteil · ↗Aktionärsanteil · ↗Arbeiteranteil · ↗Arbeitgeberanteil · ↗Arbeitnehmeranteil · ↗Ausländeranteil · ↗Beschäftigtenanteil · ↗Bevölkerungsanteil · ↗Bundesanteil · ↗Eigenanteil · ↗Eigenkapitalanteil · ↗Einzelanteil · ↗Ertragsanteil · ↗Fanganteil · ↗Finanzierungsanteil · ↗Firmenanteil · ↗Flächenanteil · ↗Fondsanteil · ↗Frauenanteil · ↗Genossenschaftsanteil · ↗Geschäftsanteil · ↗Gesellschafteranteil · ↗Gewinnanteil · ↗Hauptanteil · ↗Kostenanteil · ↗Landesanteil · ↗Lohnanteil · ↗Losanteil · ↗Löwenanteil · ↗Mehrheitsanteil · ↗Minderheitenanteil · ↗Minderheitsanteil · ↗Privatanteil · ↗Prozentanteil · ↗Staatsanteil · ↗Stimmenanteil · ↗Stimmrechtsanteil · ↗Umsatzanteil · ↗Unternehmensanteil · ↗Varianzanteil · ↗Vermögensanteil · ↗Weltmarktanteil · ↗Wähleranteil · ↗Zeitanteil
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdm. zustehender, zufallender Teil
Beispiele:
der gesetzliche, prozentuale Anteil
ein Anteil (ent)fällt auf jmdn.
sich [Dativ] seinen Anteil (an der Beute) sichern, ausbedingen
sich [Dativ] seinen Anteil am Gewinn auszahlen lassen
jeder bezahlt seinen Anteil
auf seinen Anteil verzichten
das Vorland gehörte hier der Gemeinde, ihren ... Mitgliedern eine Zahl von Anteilen [StormSchimmelr.7,209]
2.
nur im Singular
Beteiligung
Beispiele:
tätigen Anteil an etw. nehmen
hervorragenden, großen, regen, maßgeblichen, nur geringen Anteil an einer Arbeit haben (= beteiligt sein)
übertragen Interesse
Beispiele:
an einem Ereignis, Problem regen, lebhaften, wachen, heftigen, leidenschaftlichen Anteil nehmen, zeigen
Er nahm ehrlichen Anteil an Andreas' Schicksal, es hatte für ihn den Reiz eines interessanten Experimentes [H. MannSchlaraffenland1,94]
Teilnahme, Mitgefühl
Beispiele:
an jmds. Unglück, bei einem Todesfall starken, warmen Anteil nehmen, zeigen
gehoben an jmds. Unglück, bei einem Todesfall starken, warmen Anteil bekunden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Teil · teilen · Teilung · teilbar · abteilen · Abteilung · erteilen · mitteilen · Mitteilung · verteilen · teilhaftig · teils · Anteil · Anteilnahme · Gegenteil · gegenteilig · Nachteil · nachteilig · benachteiligen · Vorteil · übervorteilen · teilhaben · Teilhaber · teilnehmen · Teilnahme
Teil m. n. ‘Stück eines Ganzen, Einzelheit, Anteil’, ahd. (8. Jh.), mhd. teil m. n., asächs. dēl m., mnd. dēl m. n., mnl. nl. deel n., aengl. dǣl m., engl. deal, got. dails f. sowie ahd. teila f. ‘Teilung’ (9. Jh.), mhd. teile f. ‘Teilung, Zugeteiltes’, anord. deila f. ‘Teilung, Zwiespalt, Streit’, got. daila f. ‘Teilnahme’ (germ. *dail- mit unterschiedlicher Stammbildung) und aslaw. dělъ ‘Teil’, russ. (älter) del (дел) ‘Teilung’ sind Bildungen mit l-Suffix, die mit lit. dailýti ‘teilen’ zusammenstimmen. Weitere Verknüpfungen bleiben unsicher. Zu einer Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’? Oder stammt der germ.-baltoslaw. Ausdruck aus einer Substratsprache? teilen Vb. ‘ein Ganzes in Einzelstücke zerlegen’, ahd. teilen, teilōn (8. Jh.), mhd. teilen, asächs. dēlian, mnd. mnl. dēlen, deilen, nl. delen, aengl. dǣlan, engl. to deal, anord. deila, got. dailjan, Bildung zum Substantiv; dazu Teilung f. ahd. teilunga (um 900), mhd. teilunge, und teilbar Adj. ‘so beschaffen, daß man es teilen kann’ (15. Jh.). abteilen Vb. ‘einteilen, trennen, absondern’, mhd. abeteilen ‘(gerichtlich) aberkennen, vermögensrechtlich abfinden, einen Teil von einem Ganzen trennen’; vgl. got. afdailjan ‘ein Zehntel abgeben’. Abteilung f. ‘Abtrennung, Loslösung, Abschnitt, Teil eines Ganzen’, (militärisch) ‘Gliederungseinheit der Truppe’, auch ‘Bereich der Verwaltung und Arbeitsorganisation’ (18. Jh.), mhd. abeteilunge ‘Abtrennung, Loslösung’, frühnhd. ‘Erbteilung’ (16. Jh.), auch ‘Eisenbahnabteil’ (2. Hälfte 19. Jh.), s. ↗Abteil. erteilen Vb. ‘(auf Grund einer Verfügungsgewalt eine Aufgabe, eine Berechtigung) zuteil werden lassen’, ahd. irteilen ‘Recht zuteilen, ein Urteil aussprechen, einen Rat, Befehl geben’ (8. Jh.), mhd. erteilen ‘ein Urteil sprechen, richten, verurteilen, als Urteil zuerkennen, teilen’. Dazu ↗Urteil, s. d. mitteilen Vb. ‘etw. wissen lassen, benachrichtigen, anvertrauen’, mhd. miteteilen ‘Rat geben, etw. mit jmdm. teilen, jmdm. zukommen lassen, übergeben’; Mitteilung f. ‘Nachricht, Meldung, Benachrichtigung, Bekanntgabe’ (16. Jh.). verteilen Vb. ‘(ein Ganzes in einzelnen Stücken) ausgeben’, ahd. firteilen ‘des Anteils berauben, verurteilen’ (10. Jh.), mhd. verteilen ‘ver-, zerteilen, bei einer Teilung übergehen, enterben, den Anteil absprechen, eines Anteils berauben, durch Urteil absprechen, verurteilen, verdammen, verfluchen, verwünschen’. teilhaftig Adj. ‘Anteil habend’, mhd. teilhaftic, teilheftic. teils Adv. ‘teilweise, zum Teil’ (17. Jh.), aus der genitivischen Fügung mhd. eines teiles, frühnhd. (eines) theils ‘zum Teil, einige’, wohl entstanden aus Verbindungen, in denen Teil als Ergänzung zum Verb auftritt. Anteil m. ‘zustehender, zufallender Teil, innere Anteilnahme, Beteiligung’, mhd. anteil; die übertragene Bedeutung ‘Mitgefühl’, besonders in der Wendung Anteil nehmen, entsteht im 18. Jh.; dazu Anteilnahme f. ‘(innere) Beteiligung, Mitgefühl’ (19. Jh.). Gegenteil n. ‘den Gegensatz zu etw. anderem Darstellendes’, mhd. gegenteil ‘Gegenpartei im Rechtsstreit’; im heutigen verallgemeinerten Sinne seit dem 16. Jh.; gegenteilig Adj. (16. Jh.). Nachteil m. ‘Umstände, die jmdn. beeinträchtigen, jmdm. schaden’ (15. Jh.), als Gegenwort zu älterem Vorteil, s. unten; nachteilig Adj. (15. Jh.).; benachteiligen Vb. ‘zurücksetzen, nicht das gleiche zugestehen’ (16. Jh.). Vorteil m. ‘günstiger Umstand, Gewinn, Nutzen’, ahd. forateila f. ‘Belohnung, Zuteilung’ (8. Jh.), mhd. vorteil m. n. ‘Teil voraus, Vorausempfang, Vorrecht’, mnd. vordēl n.; übervorteilen Vb. ‘Vorteil über jmdn. erringen, überlisten, betrügen’ (15. Jh.). teilhaben Vb. ‘beteiligt sein, teilnehmen’, ahd. teil habēn (8. Jh.), mhd. teil haben; Teilhaber m. ‘Mitberechtigter an Eigentum, besonders Geschäftseigentum’ (Anfang 18. Jh.), Kompagnon verdrängend. teilnehmen Vb. ‘sich beteiligen, mitmachen, mitempfinden, mitfühlen’, ahd. teil neman (8. Jh.), mhd. teil nemen; Teilnahme f. ‘Beteiligung, das Beteiligtsein, Mitgefühl’ (18. Jh.), älter Teilnehmung.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anteil · ↗Größenverhältnis · ↗Proportion · ↗Quotient · ↗Verhältnis
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anteil · ↗Quote · ↗Rate · ↗Teilbetrag
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anteil · ↗Beitrag · ↗Kontingent · ↗Mitwirkung · ↗Quote
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Energie Prozent Verkauf aufstocken ausmachen betragen entscheidend entsprechen erheblich erhöhen erwerben gering groß halten hoch liegen maßgeblich prozentual reduzieren restlich sinken steigen steigern verdoppeln verkaufen verringern wesentlich zunehmen zurückgehen übernehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anteil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem gehe der Anteil der Agitatoren in der Presse ohnehin zurück.
Die Zeit, 30.09.2013, Nr. 39
Im Vergleich zu westlichen Ländern ist der Anteil unverhältnismäßig hoch.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - L. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 4028
Mehr könne es länger aber nicht tragen als diesen fairen Anteil.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1957]
Da ich die mühsame Korrektur dieser sechs Bände sorgsam gelesen habe, darf ich mich wohl meines Anteils an diesem heute unentbehrlichen Monument rühmen.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 4990
Hier war der zu übernehmende Anteil natürlich sehr viel größer.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„Anteil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anteil>, abgerufen am 16.07.2019.

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