Antiquiertheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Antiquiertheit · Nominativ Plural: Antiquiertheiten · wird selten im Plural verwendet
WorttrennungAn-ti-quiert-heit
Wortzerlegungantiquiert-heit
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
das Antiquiertsein, Veraltetsein, Unzeitgemäßsein, Überholtsein
Beispiele:
Dabei dürfte die gegenwärtige Faszinationskraft dieser Regentin [Elisabeth II.] in ihrer ganzen Antiquiertheit und moralischen Strenge nicht zuletzt vom noblen Pochen eines Oberhaupts auf unbedingten Anstand rühren. [Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2017]
In das mediale Befremden ob der Antiquiertheit des Vatikans mischt sich die Faszination des Exotischen, des Andersartigen. Denn Männer in bunten bis barocken Gewändern bekommt man im Westen nur noch bei Anlässen von Königsfamilien, an extravaganten Modeschauen oder eben bei der katholischen Kirche zu Gesicht. [Neue Zürcher Zeitung, 12.03.2013]
Heiraten war [in den Siebziger Jahren] irgendwie out, die »freie Liebe« wurde proklamiert und die Ehe galt als Symbol von Antiquiertheit. [Die Zeit, 03.05.2012 (online)]
Kritisiert werden auch die Antiquiertheit der technischen Ausstattung, das Fehlen eines Wissenschaftlichen Beirats und die Verkrustung der Personalstruktur [der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2004]
In einer Seitengasse versteckt und somit vor dem Einfall grölender Horden weitgehend verschont, lädt die »Weinschenke« des Hotels Hirschen dazu ein, den Arbeitstag ausklingen zu lassen. »Sei willkommen, lieber Gast, und geniesse diese Rast«, begrüsst eine Schiefertafel draussen die Heim- und Einkehrenden. Welch wohltuende Antiquiertheit inmitten des auf »Loungen« und »Chill-outen« getrimmten Downtown Switzerland. [Neue Zürcher Zeitung, 19.10.2002]
2.
nur im Plural
Unzeitgemäßes, Veraltetes
Beispiele:
Was ihn [den Schauspieler] an dem Traditionsstück um das Sterben des reichen Mannes [»Jedermann«] fasziniert, ist, dass es sich trotz vieler Antiquiertheiten um einen Stoff handle, »der prototypisch für jede Zeit« sei und den es »immer wieder neu zu sichten« gelte. [Wiener Zeitung, 03.11.2016, aufgerufen am 05.04.2019]
Die Ansatzpunkte der Hamburger [Hochschul-]Reform zeigen wie unter einem Brennglas die Antiquiertheiten der schwerfälligen deutschen Hochschullandschaft. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2001]
Steht die Arbeiterbewegung mit all ihren Antiquiertheiten und Borniertheiten, Egoismen und Illusionen sich nicht selber dafür [einen dritten Weg zwischen Monopolkapitalismus und Staatskommunismus zu gehen] allzusehr im Wege? [Die Zeit, 28.06.1974, Nr. 27]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mensch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Antiquiertheit‹.

Zitationshilfe
„Antiquiertheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Antiquiertheit>, abgerufen am 22.05.2019.

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