Antisemitismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Antisemitismus · Nominativ Plural: Antisemitismen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache [antizemiˈtɪsmʊs] · [ˈantizemitɪsmʊs]
WorttrennungAn-ti-se-mi-tis-mus
Wortzerlegunganti-Semit-ismus
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
gegen die Juden als Gruppe (oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu dieser Gruppe) gerichtete Feindschaft oder Feindlichkeit
Beispiele:
[…] Antisemitismus ist mehr als die Feindlichkeit gegenüber Fremden oder einer anderen Religion, es ist eine aggressive Praxis und Wort und Tat in Kombination mit globaler Verschwörungstheorie, die sich von rationalen Argumenten nicht beeindrucken lässt. [Die Welt, 13.09.2011]
Antisemitismus beruht auf einer aus Furcht und Vorurteil genährten Wahrnehmung von Juden, die diesen eine prinzipielle, unübersteigbare kulturelle und rassische Andersartigkeit unterstellt und auf Judenhaß hinausläuft. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2006]
Fast 90 Prozent der Juden in der EU beklagen laut einer Studie wachsenden Antisemitismus. [Die Welt, 11.12.2018]
Antisemitismus bedeutete in Amerika, dass man in gewisse Klubs nicht hineingelassen wurde; dass es an Eliteuniversitäten Zulassungsbeschränkungen für Juden gab; dass manche Hotels und Restaurants keine jüdischen Gäste bedienten. [Die Welt, 29.10.2018]
Vor allem im Internet nehmen Antisemitismus und Vernichtungsfantasien gegenüber Israel rapide zu. [Welt am Sonntag, 26.08.2018, Nr. 34]
Von militanten Antisemitismen war auch das Jahrhundert der Liberalen [das 19. Jahrhundert] nicht frei. [Die Zeit, 16.11.1979, Nr. 47] ungewöhnl. Pl.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der latente, virulente, manifeste, unverhohlene, aufkeimende, unterschwellige, eliminatorische Antisemitismus
als Akkusativobjekt: den Antisemitismus bekämpfen, anprangern, verurteilen, schüren, propagieren, fördern, befördern, dulden
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Kampf gegen den Antisemitismus
als Genitivattribut: der Vorwurf, die Geschichte, die Bekämpfung, das Problem des Antisemitismus
2.
seltener, historisch Teil des politischen Spektrums in einigen europäischen Ländern, der den Antisemitismus (Lesart 1) zu einem wesentlichen Programmpunkt erhoben hatte
Beispiele:
Der einflußreichste [rumänische] Minister nächst Herrn Carp, Herr Filipescu, ist einer der Führer des wüthendsten, erbarmungslosen Antisemitismus […] [Reichspost. Nr. 168, Wien, 26.07.1900.]
Ein ob seiner Dreistigkeit berühmter Helfer des Wiener Antisemitismus […] bringt es zuwege, ein Redactionsbureau, in dem es doch ehedem […] noch ein paar ehrliche Charaktere aushielten, sittlich zu verseuchen. [Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002. Zitiert nach: Die Fackel, 1900, Nr. 34, Bd. 2.]

Thesaurus

Synonymgruppe
Antisemitismus · Judendiskriminierung · Judenfeindlichkeit · ↗Judenfeindschaft · ↗Judenhass
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antiamerikanismus Antijudaismus Antizionismus Ausländerfeindlichkeit Ausländerhaß Bekämpfung Chauvinismus Faschismus Fremdenfeindlichkeit Fremdenhaß Holocaust Intoleranz Nationalismus Neonazismus Rassismus Rechtsextremismus Rechtsradikalismus Vorwurf alltäglich bekämpfen eliminatorisch latent mörderisch rassisch rassistisch schüren sekundär unterschwellig virulent wachsend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Antisemitismus‹.

Zitationshilfe
„Antisemitismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Antisemitismus>, abgerufen am 12.11.2019.

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