Antrag, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Antrag(e)s · Nominativ Plural: Anträge
Aussprache
WorttrennungAn-trag (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Antrag‹ als Erstglied: ↗Antragsformular · ↗Antragssteller · ↗Antragsstellung · ↗Antragsteller · ↗Antragstellung · ↗antragsgemäß · ↗antragstellend
 ·  mit ›Antrag‹ als Letztglied: ↗Abwahlantrag · ↗Abänderungsantrag · ↗Asylantrag · ↗Aufnahmeantrag · ↗Auslieferungsantrag · ↗Ausreiseantrag · ↗Bauantrag · ↗Befangenheitsantrag · ↗Beförderungsantrag · ↗Beitrittsantrag · ↗Beweisantrag · ↗Bewilligungsantrag · ↗Dringlichkeitsantrag · ↗Drittmittelantrag · ↗Eilantrag · ↗Eintretensantrag · ↗Entschließungsantrag · ↗Ergänzungsantrag · ↗Erstantrag · ↗Eventualantrag · ↗Forschungsantrag · ↗Förderantrag · ↗Gegenantrag · ↗Gesetzesantrag · ↗Gruppenantrag · ↗Heiratsantrag · ↗Insolvenzantrag · ↗Klageantrag · ↗Konkursantrag · ↗Kreditantrag · ↗Leitantrag · ↗Misstrauensantrag · ↗Nachsendeantrag · ↗Projektantrag · ↗Rückweisungsantrag · ↗Schlussantrag · ↗Strafantrag · ↗Suchantrag · ↗Verbotsantrag · ↗Wohnungsantrag · ↗Zulassungsantrag · ↗Zusatzantrag · ↗Änderungsantrag
 ·  mit ›Antrag‹ als Grundform: ↗beantragen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Bitte um einen Beschluss
a)
Vorschlag
Beispiele:
einen Antrag (zur Diskussion) stellen, unterstützen, billigen, durchsetzen, annehmen, ablehnen, verwerfen, fallen lassen, zurückziehen
einen Antrag (im Parlament) einbringen
ein Antrag fällt durch
ein Antrag geht durch, wird zum Beschluss erhoben
über einen Antrag abstimmen
papierdeutsch einen Antrag zur Abstimmung bringen
für, gegen den Antrag stimmen
ein Antrag zur Geschäftsordnung
auf Antrag des Vorsitzenden
b)
Eingabe, Gesuch
Beispiele:
ein schriftlicher Antrag
einen Antrag einreichen
den Antrag (um Zulage) befürworten, weiterleiten
papierdeutsch dem Antrag des Bittstellers stattgeben
2.
Heiratsangebot
Beispiele:
er machte ihr einen Antrag
sie hatte schon viele (schmeichelhafte) Anträge bekommen, ausgeschlagen
Ihr Antrag ehrt mich [Th. MannBuddenbrooks1,109]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tragen · Trage · Träger · tragbar · untragbar · abtragen · Abtrag · abträglich · antragen · Antrag · beantragen · auftragen · Auftrag · beauftragen · Beauftragter · betragen · Betrag · eintragen · Eintrag · ertragen · Ertrag · erträglich · unerträglich · vertragen · verträglich · Vertrag · vertraglich · vortragen · Vortrag · zutragen · Zuträger · zuträglich
tragen Vb. ‘eine Last halten und fortbewegen, mit etw. bekleidet sein, Früchte, Ertrag hervorbringen’, ahd. tragan (8. Jh.), mhd. tragen, asächs. dragan, mnd. drāgen, mnl. drāghen, nl. dragen, got. dragan ‘tragen’, semantisch abweichend aengl. dragan ‘ziehen, schleppen, in die Länge ziehen, gehen’, engl. to draw ‘ziehen’, anord. draga ‘ziehen, locken, fahren, Atem holen’, schwed. dra(ga) ‘ziehen’ (germ. *dragan). Außergerm. Anknüpfungen sind nicht gesichert. Aus dem Germ. zu erschließendem ie. *dherāgh-, *dhrā̌gh- ‘ziehen, am Boden schleifen’ stehen nahe ie. *trāgh- ‘ziehen, sich am Boden schleppen, sich bewegen, laufen’, wozu lat. trahere (tractum) ‘ziehen, schleppen’, sowie ie. *dereg-, wozu ↗trecken (s. d.), und ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, wozu aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ und (zweifelhaft) ↗trinken (s. d.); Anschluß dieser Varianten an Wurzeln wie ie. *der(ə)- ‘schinden, (ab)spalten’ (s. ↗trennen, ↗zerren) oder ie. *dher(ə)- ‘halten, festhalten, stützen’ ist möglich. Ausgangsbedeutung für tragen scheint ‘am Boden dahingleiten, schleppen, ziehen’ (von Lasten) zu sein, aus der sich ‘tragen’ (durch Lasttiere, Menschen) entwickelt. Trage f. ‘Gestell zum Tragen von Kranken, Lasten, Tragkorb’ (um 1400). Träger m. ‘wer Lasten trägt’, ahd. tragāri (8. Jh.), mhd. trager, treger, seit dem 14. Jh. mit Umlaut. tragbar Adj. ‘erträglich’, mhd. tragebære, ‘zu tragen, transportierbar, (von Kleidern) gut, bequem zu tragen, kleidsam, finanziell erschwinglich’ (18. Jh.), älter ‘trächtig, fruchtbar, gut tragend’ (17. bis 19. Jh.); untragbar Adj. ‘wirtschaftlich, finanziell nicht zumutbar, unerträglich’ (18. Jh.), älter ‘nicht tragend, unfruchtbar’ (16. bis 19. Jh.). abtragen Vb. ‘etw. wegschaffen, beseitigen, einebnen, niederreißen, (Kleidungsstücke) durch Tragen abnutzen, nach und nach bezahlen’, mhd. abetragen; davon rückgebildet Abtrag m. ‘Beeinträchtigung, Minderung, Abzahlung, Wiedergutmachung’, mhd. abetrac ‘Wegnahme, Betrug, Buße, Entschädigung’; abträglich Adj. ‘schädlich, nachteilig’ (Anfang 16. Jh.), mhd. (vereinzelt) abetragelich ‘entschädigend’. antragen Vb. ‘anbieten, vorschlagen’, ahd. anatragan (9. Jh.), mhd. anetragen ‘herantragen, an sich tragen, führen, anstellen, anstiften’; Antrag m. ‘Gesuch, schriftlich vorgebrachte Bitte, förmlicher Vorschlag, Heiratsantrag’, mhd. antrac ‘Anschlag’, rückgebildet aus dem Verb antragen im Sinne von ‘anstiften’; beantragen Vb. ‘einen Antrag stellen, um etw. ersuchen, vorschlagen’ (19. Jh.). auftragen Vb. ‘Speisen auf den Tisch tragen, servieren, aufstreichen, übertreiben, jmdn. verpflichten, etw. zu tun, Kleidungsstücke bis zur Abnutzung tragen, aufbauschen’, mhd. ūftragen ‘in die Höhe streben, reichen’, reflexiv ‘sich erheben, darlegen, opfern’; Auftrag m. ‘(An)weisung, Aufgabe, Verpflichtung’ (17. Jh.), Rückbildung aus dem Verb; davon abgeleitet beauftragen Vb. ‘jmdm. einen Auftrag erteilen’ und Beauftragter m. ‘wer einen Auftrag auszuführen hat’ (beide Ende 18. Jh.). betragen Vb. ‘eine bestimmte Summe, Höhe, ein bestimmtes Maß erreichen, ausmachen’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich benehmen, sich aufführen, sich verhalten’ (18. Jh.), mhd. betragen ‘tragen, bringen, ertragen, aussöhnen, beilegen’, reflexiv ‘sich nähren, sich behelfen, sich begnügen, sich befassen, sich abgeben mit’; Betrag m. ‘bestimmte Menge, Geldsumme’ (18. Jh.); vgl. mhd. betrac ‘Vertrag, Vergleich, Erwägung, Sorge’. eintragen Vb. ‘an einen Ort tragen, an einer bestimmten Stelle zusammentragen’, sodann ‘Ertrag, Gewinn bringen, abwerfen’ (16. Jh.), ‘ein-, hineinschreiben, vermerken’ (17. Jh.), ahd. intragan ‘hineintragen’ (9. Jh.), mhd. īntragen, auch ‘einbringen, nutzen’; zu eintragen im Sinne von ‘hineinschreiben’ ist rückgebildet Eintrag m. ‘schriftlicher Vermerk, an bestimmter Stelle eingetragene Bemerkung, (Akten)notiz’ (17. Jh.); vgl. mhd. īntrac ‘Schaden, Nachteil, Einwand, Einrede’, dazu die Wendung einer Sache Eintrag tun ‘sie beeinträchtigen, ihr abträglich sein, sie schädigen’, mhd. īntrac tuon. ertragen Vb. ‘Unangenehmes hinnehmen, ohne sich aufzulehnen, erdulden’, mhd. ertragen ‘vertragen, ertragen’, im 16. Jh. in der heute veralteten Bedeutung ‘einbringen, Nutzen abwerfen’; dazu rückgebildet Ertrag m. ‘bestimmte Menge erzeugter Güter (besonders in der Landwirtschaft), Ausbeute, finanzieller Gewinn’ (16. Jh.); erträglich Adj. ‘so beschaffen, daß es sich ertragen läßt’, unerträglich Adj. (beide 16. Jh.). vertragen Vb. ‘(körperlich, psychisch) ohne Schaden aushalten’, reflexiv ‘gut zusammenpassen, miteinander auskommen’, ahd. firtragan (8. Jh.), mhd. vertragen ‘wegtragen, verleiten, ertragen, erdulden, sich gefallen lassen, verschonen, aussöhnen, einen Vertrag schließen’; verträglich Adj. ‘umgänglich, friedlich, bekömmlich’, mhd. vertregelich, vertragelich, eigentlich ‘erträglich’, vgl. ahd. unfirtragantlīh ‘unerträglich’ (11. Jh.), mhd. und frühnhd. vereinzelt noch vertragenlich. Vertrag m. ‘rechtsgültige Vereinbarung, Abmachung zwischen zwei oder mehreren Partnern, Kontrakt’, mhd. vertrac ‘Vereinbarung, Verträglichkeit, Dauer, Gewinn’; vertraglich Adj. ‘durch Vertrag festgelegt, gemäß dem Vertrag’ (Ende 19. Jh.), zuerst Adverb. vortragen Vb. ‘nach vorn tragen, (zum Essen) vorsetzen’, ahd. furitragan, mhd. vür-, vortragen, mnd. vordragen, -dregen, ‘in Worten vorbringen, darlegen’ (14. Jh.). Vortrag m. ‘mündliche Darlegung, Rede’ (um 1500). zutragen Vb. ‘etw. zu jmdm. hinbringen, (heimlich) hinterbringen, mitteilen’, reflexiv ‘sich ereignen, geschehen’ (15. Jh.), ahd. zuotragan ‘herbeibringen’ (um 1000); Zuträger m. ‘wer anderen (heimlich) Nachrichten zuträgt’ (15. Jh.); zuträglich Adj. ‘die Gesundheit fördernd, bekömmlich, förderlich, nützlich’ (16. Jh.), zum Verb zutragen in der veralteten Bedeutung ‘nützen’ bzw. zum heute unüblichen Substantiv Zutrag ‘Nutzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Antrag · ↗Formblatt · ↗Formular · ↗Vordruck
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Antrag · ↗Eingabe · ↗Gesuch
Assoziationen
  • (ein) Anliegen haben · (ein) Anliegen vortragen · (irgendwo) vorsprechen (wegen) · (sich) wenden an (in einer Angelegenheit) · ↗erbitten · vorstellig werden (bei jemandem in einer Angelegenheit)
  • ein Gesuch machen · eine Eingabe machen
Synonymgruppe
Anliegen · Antrag · ↗Bitte · ↗Ersuchen · ↗Gesuch · ↗Nachfrage · ↗Wunsch · ↗Wunschliste  ●  ↗Ansuchen  österr. · ↗Desiderat  geh. · ↗Desideratum  geh. · freundliches Ersuchen  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (...) möchte · (...) würde gerne · (einen) Wunsch haben · (jemandem) (ein) Anliegen sein · (jemandem) (ein) Bedürfnis sein · am Herzen liegen
  • Bettelbrief · ↗Bittbrief
  • (ein) Anliegen haben · (ein) Anliegen vortragen · (irgendwo) vorsprechen (wegen) · (sich) wenden an (in einer Angelegenheit) · ↗erbitten · vorstellig werden (bei jemandem in einer Angelegenheit)
Synonymgruppe
Antrag · ↗Heiratsantrag
Synonymgruppe
Anfrage · Antrag · ↗Antragstellung  ●  ↗Ansuchen  österr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablehnung Abweisung Eröffnung Grüne Staatsanwaltschaft Verteidigung Zulassung ablehnen abweisen annehmen bearbeiten begründen beschließen einbringen eingebracht eingehen einreichen entscheiden entsprechend genehmigen gestellt prüfen scheitern stattgeben stellen stimmen vorliegen zurückweisen zurückziehen zustimmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Antrag‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun müsse das Parlament Haltung zeigen und einen eigenen Antrag stellen.
Die Zeit, 19.03.2013 (online)
Ich bin natürlich bereit, den Antrag auch noch schriftlich nachzubringen.
o. A.: Sechsundsechzigster Tag. Samstag, 23, Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2569
Etwa bestehende Bedenken meinerseits sind dadurch weggeräumt, und ich ziehe daher meinen Antrag als gegenstandslos hiermit zurück.
o. A.: Vorbereitende Verhandlung. Donnerstag, 15. November 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 6327
Sie erweisen mir die Ehre, sich in einem Antrag mit meiner bescheidenen Person zu beschäftigen.
Klabund: Gotteslästerung? In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 15001
Vor einem halben Jahr wurde der Antrag als unzulässig verworfen.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 73
Zitationshilfe
„Antrag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Antrag>, abgerufen am 19.01.2019.

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