Antrieb, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Antrieb(e)s · Nominativ Plural: Antriebe
Aussprache
WorttrennungAn-trieb
Grundformantreiben
Wortbildung mit ›Antrieb‹ als Erstglied: ↗Antriebsachse · ↗Antriebsaggregat · ↗Antriebsarmut · ↗Antriebsenergie · ↗Antriebsmangel · ↗Antriebsmotor · ↗Antriebsrad · ↗Antriebsriemen · ↗Antriebsstufe · ↗Antriebssystem · ↗Antriebswelle · ↗Antriebsystem · ↗antriebsarm · ↗antriebsschwach
 ·  mit ›Antrieb‹ als Letztglied: ↗Allradantrieb · ↗Atomantrieb · ↗Dieselantrieb · ↗Düsenantrieb · ↗Eigenantrieb · ↗Einzelachsantrieb · ↗Einzelantrieb · ↗Elektroantrieb · ↗Gasantrieb · ↗Handantrieb · ↗Heckantrieb · ↗Hinterachsantrieb · ↗Hinterachsenantrieb · ↗Hybridantrieb · ↗Kardanantrieb · ↗Kraftantrieb · ↗Lebensantrieb · ↗Propellerantrieb · ↗Raketenantrieb · ↗Riemenantrieb · ↗Strahlantrieb · ↗Wasserantrieb · ↗Wasserstoffantrieb
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Veranlassung
Beispiele:
etw. nicht aus freiem Antrieb tun
dazu fehlte jeder Antrieb
für seine Handlung gab es wichtige Antriebe
innerer Trieb, Impuls
Beispiele:
er fühlte, spürte den Antrieb, laut zu schreien
einem (persönlichen, mächtigen, eigenen) Antrieb folgen, nachgeben
Wohl war es mein erster Antrieb, euch zu verscheuchen [Th. Mann9,833]
äußerer Anstoß, Anreiz
Beispiele:
einen Antrieb erhalten
das hat mir neuen Antrieb gegeben
veraltet etw. auf jmds. Antrieb (= Betreiben) tun
veraltet [sie hatte] vor Jahr und Tag auf seinen Antrieb ein Stückchen Land ... gepachtet [MörikeMozart3,260]
2.
Technik bewegende Kraft
Beispiele:
eine Maschine mit elektrischem, mechanischem, hydraulischem Antrieb
den Antrieb übertragen
Antriebsmotor
Beispiel:
der Antrieb (einer Maschine, eines Flugzeugs) setzt aus, wird gedrosselt, gehemmt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

treiben · Treiben · Treiber · Treibeis · Treibjagd · abtreiben · abgetrieben · Abtreibung · antreiben · Antreiber · Antrieb · auftreiben · Auftrieb · vertreiben · Vertrieb
treiben Vb. ‘vorwärtsbewegen, fortjagen, sich mit etw. beschäftigen’, ahd. trīban (8. Jh.), mhd. trīben, asächs. drīƀan, mnd. mnl. drīven, nl. drijven, aengl. drīfan, engl. to drive, anord. drīfa, schwed. driva, got. dreiban (germ. *dreiban) sowie die unter ↗Trieb und ↗Trift (s. d.) behandelten Substantive lassen sich lediglich vergleichen mit lit. drìbti ‘in Flocken niederfallen, schlaff, schlapp werden’ (vgl. anord. drif, drīfa, drīft, dript ‘Schneegestöber’). Ob ein daraufhin angenommenes ie. *dhreibh- ‘treiben, stoßen’ an die unter ↗Treber, ↗Trester, ↗trübe (s. d.) genannte Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch ‘matschiges Wetter’, angeschlossen werden kann, ist ungewiß. Treiben n. ‘geschäftiges Tun, Treibjagd’ (18. Jh.). Treiber m. ‘wer bei der Treibjagd den Schützen das Wild zutreibt, wer ein (Arbeits-, Last)tier führt, Vieh (auf die Weide) treibt, Antreiber’, ahd. trībāri (11. Jh.), mhd. trīber, mnd. drīver; als Jagdausdruck seit dem 17. Jh. Treibeis n. ‘auf Gewässern treibende Eisschollen’ (Anfang 18. Jh.). Treibjagd f. (18. Jh.). abtreiben Vb. ‘in eine andere (nicht gewünschte) Richtung bringen, vom Kurs abkommen, eine Schwangerschaft abbrechen, Vieh mit sich forttreiben’, ahd. abatrīban (Hs. 12. Jh.), mhd. abetrīben ‘ver-, forttreiben’; veraltet ist heute die Bedeutung ‘abhetzen, durch Treiben erschöpfen’ (seit Anfang 16. Jh.), erhalten in abgetrieben Part.adj. ‘abgehetzt, erschöpft, kraftlos’, häufig von Zug-, Reittieren (16. Jh.); Abtreibung f. ‘Schwangerschaftsabbruch’ (Anfang 16. Jh.). antreiben Vb. ‘(ein Tier) vorwärtstreiben, jmdn. zu größeren Leistungen, zur Eile drängen, anschwemmen, künstlich zum Treiben bringen’, mhd. anetrīben ‘tun, anstiften, ausüben, fortsetzen’; Antreiber m. ‘wer andere (zur Arbeit) antreibt’ (15. Jh.); Antrieb m. ‘Anstoß, Anreiz, Beweggrund’, in der Technik ‘die einer technischen Vorrichtung zugeführte Bewegungsenergie, Teil einer Maschine, die diese Energie liefert oder überträgt’ (16. Jh.). auftreiben Vb. ‘in die Höhe treiben, aus der Ruhe aufscheuchen, aufblähen, Vieh zum Verkauf auf den Markt bringen, ausfindig machen’, ahd. ūftrīban ‘erhöhen, (eine Fähre) stromaufwärts treiben’ (11. Jh.), mhd. ūftrīben ‘emportreiben, errichten, erbauen, beunruhigen, auferlegen, sich erheben’; Auftrieb m. in der Physik ‘der Schwerkraft entgegengesetzte Kraft, Aufwärtsdruck’, übertragen ‘(Auf)schwung, Elan, Schaffenskraft’ (19. Jh.). vertreiben Vb. ‘verjagen, (Zeit) verkürzen, kurzweilig gestalten, Waren (im großen) verkaufen’, ahd. firtrīban ‘vertreiben, verstoßen, entfernen’ (8. Jh.), mhd. vertrīben; Vertrieb m. ‘Verkauf von Waren’ (16. Jh.), ‘Abteilung eines Betriebes, die die Bestellung und Auslieferung der Waren besorgt’ (20. Jh.).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Aggregat · Antrieb · ↗Maschine · ↗Motor · ↗Triebwerk  ●  Murl  ugs., österr.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anregung · ↗Anreiz · ↗Ansporn · Antrieb · ↗Aufhänger · ↗Motivation · ↗Motivierung · ↗Reiz · ↗Stimulus  ●  ↗Inzentiv  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ansporn · Antrieb · ↗Beweggrund · ↗Grund · ↗Leitgedanke · ↗Motiv
Synonymgruppe
Antrieb · ↗Auftrieb · ↗Drive · ↗Elan · ↗Pep · ↗Schub · ↗Schwung · ↗Verve
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brennstoffzelle Elektromotor Fahrwerk Generator Getriebe Hinterachse Hinterrad Kraftstoff Motor Pumpe Steuerung Turbine U-Boot Verbrennungsmotor Vorderrad Wasserstoff alternativ bivalent diesel-elektrisch dieselelektrisch eigen eigentlich elektrisch herkömmlich hydraulisch inner konventionell mechanisch neuartig umweltfreundlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Antrieb‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Überwacht wird der neue Antrieb mit einem elektronischen Display im Cockpit.
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2004
Es sich immer wieder beweisen zu müssen, ist ja auch ein starker Antrieb.
Der Tagesspiegel, 22.06.2003
Um 1250 war das meiste bekannt und man merkte nun überall die neuen Antriebe.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 4918
Geistige Antriebe aber verdichten sich in dieser mittelalterlichen Welt zur Macht, zur Institution, zum Stand.
Heimpel, Hermann: Über die Epochen der mittelalterlichen Geschichte. In: ders., Der Mensch in seiner Gegenwart, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1957 [1947], S. 44
Der Antrieb, sich vor diesem Moment zu drücken, fällt damit fort.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Zitationshilfe
„Antrieb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Antrieb>, abgerufen am 19.01.2019.

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