Anwesenheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Anwesenheit · Nominativ Plural: Anwesenheiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ˈanveːzn̩haɪ̯t]
Worttrennung An-we-sen-heit
Wortzerlegung  anwesend -heit
Wortbildung  mit ›Anwesenheit‹ als Erstglied: Anwesenheitsappell · Anwesenheitskontrolle · Anwesenheitsliste
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
Präsenz, Zugegensein von jmdm.
entsprechend der Bedeutung von anwesend, Synonym zu Gegenwart (2), Gegenwort zu Abwesenheit (1), siehe auch Beisein, Dasein (3)
Kollokationen:
mit Genitivattribut: in Anwesenheit des Außenministers, des Botschafters, des Bundespräsidenten, Bürgermeisters, des Ministerpräsidenten, des Präsidenten, des Staatspräsidenten; in Anwesenheit der Truppen, der Soldaten, der Streitkräfte
hat Präpositionalgruppe/-objekt: in Anwesenheit von Beobachtern, Delegierten, Prominenz, Repräsentanten, Vertretern
Beispiele:
etw. in, während seiner Anwesenheit besprechenWDG
in Anwesenheit von mehreren ausländischen GästenWDG
in Anwesenheit des BürgermeistersWDG
jmds. Anwesenheit feststellen, bemerkenWDG
Hilfe für Zivilisten muss, wann immer möglich, geliefert und nicht verhindert werden wie in Syrien. Die Anwesenheit von Extremisten in der Stadt [Mossul im Irak] darf [der Anti-IS-Koalition] nicht als Vorwand gelten, um wahllos Wohngebiete und gezielt Krankenhäuser oder Bäckereien zu bombardieren. [Süddeutsche Zeitung, 26.10.2016]
Für die Veranstalter [einer festlichen Preisverleihung] bedeutet die Anwesenheit der Kanzlerin einen nicht unerheblichen Mehraufwand. [Welt am Sonntag, 04.05.2008, Nr. 18]
Kurz vor dem Start des Gaststätten‑Rauchverbots […] hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), einen besseren Nichtraucherschutz auch in der Privatsphäre angemahnt. […]. »Eltern sollten wegen der Gefahren des Passivrauchens nicht in Anwesenheit von Kinder rauchen, insbesondere nicht in Autos und Wohnungen.« [Die Welt, 28.12.2007]
Gerade die Anwesenheit von Oppositionspolitikern im neuen Parlament zeige, dass die bolivarianische Revolution die Meinung der anderen respektiere. [Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]]
Kürzere Anwesenheiten am Arbeitsplatz haben Raum für eine Intensivierung und Flexibilisierung der Arbeitszeit geschaffen, durch die sich Kosten senken lassen und die Produktivität gesteigert werden kann. [Süddeutsche Zeitung, 03.03.2006] ungewöhnl. Pl.
2.
Präsenz, Vorhandensein von etw.
entsprechend der Bedeutung von anwesend, Gegenwort zu Abwesenheit (2)
Beispiele:
die Anwesenheit (= das Vorhandensein) einer Säure, von GiftWDG
Die Studie liefere wichtige Erkenntnisse zum Verhalten der Menschenaffen. […] Eine zentrale Frage war dabei, ob die Anwesenheit von Forschungsausrüstung wie Kamerafallen das Verhalten der Tiere beeinflusst […]. [Die Welt, 18.03.2019]
Die meisten merken nichts von der Anwesenheit dieses Keims, nur eine kleine Gruppe von 80 bis 100 Menschen im Jahr erkrankt derart schwer, dass etwa zehn Prozent innerhalb von zwei Tagen sterben. [Der Standard, 07.11.2010]
Die zeitweilige Anwesenheit von Kindern [in einem Zimmer] bewiesen Bälle und Spielzeuggewehre, die er in einer Ecke hinter der Tür fand. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 61]
Die Expedition »Atahuallpa 2000« fand Reste eines Tempels, der möglicherweise zur vorinkaischen Tiwanaku‑Kultur gehören könnte. Sollte sich diese Hypothese bestätigen, wäre die Anwesenheit dieser Indiokultur in einer Region erwiesen, in der bisher nur die Präsenz der Inkas bekannt war. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2000]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

anwesend · Anwesen · Anwesenheit
anwesend Adj. ‘zugegen, gegenwärtig’; Gegensatz abwesend (s. d.). Das seit Ende des 15. Jhs. bezeugte Adjektiv ist eigentlich Part. Präs. des nur noch mundartlich erhaltenen Verbs anwesen, ahd. anawesan ‘zugegen sein, dasein, vorhanden sein’ (9. Jh.), einer Übersetzung von lat. adesse; vgl. das mit sein1 (s. d.) konkurrierende Simplex wesen (s. Wesen). Anwesen n. substantivierter Infinitiv von anwesen (s. oben), daher zunächst ‘Gegenwart, Aufenthalt, Anwesenheit’ (15. Jh.); im Obd. entwickelt sich daraus ‘Grundstück mit Wohnhaus’ (Ende 15. Jh.). Anwesenheit f. ‘das Zugegensein, Dabeisein’ (1. Hälfte 17. Jh.), gebildet nach dem Vorbild des älteren Abwesenheit (s. d.), daneben (bis ins 18. Jh.) gleichbed. Anwesen (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beisein · Dasein · Gegenwart · Präsenz  ●  Anwesenheit (einer Person)  Hauptform · Zugegensein  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Anwesenheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anwesenheit‹.

Zitationshilfe
„Anwesenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anwesenheit>, abgerufen am 26.09.2021.

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