Anzeichen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Anzeichens · Nominativ Plural: Anzeichen
Aussprache
WorttrennungAn-zei-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Anzeichen‹ als Letztglied: ↗Altersanzeichen · ↗Krankheitsanzeichen
eWDG, 1967

Bedeutung

Zeichen für etw.
a)
Beispiele:
sie zeigte keinerlei Anzeichen von Reue
viele Anzeichen ließen darauf schließen, dass die Katastrophe eine geraume Zeit zurücklag
aus gewissen Anzeichen ging hervor, dass ein Muskel durch den Sturz zerrissen worden war
b)
Vorzeichen, erster Hinweis auf etw.
Beispiele:
alle Anzeichen deuteten auf ein bevorstehendes Unwetter
beim geringsten Anzeichen (= Symptom) einer ansteckenden Krankheit muss der Patient isoliert werden
wenn nicht alle Anzeichen trügen, kommt es bald zu einer Verständigung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zeichen · Abzeichen · Anzeichen · Vorzeichen
Zeichen n. ‘sinnlich wahrnehmbarer Hinweis, Symptom, Symbol’, ahd. zeihhan (8. Jh.), mhd. zeichen ‘Merkmal, Sinnbild, Sternbild, Vorzeichen, Symbol, Wunder’, asächs. tēkan, mnd. tēken, mnl. tēken, teiken, nl. teken ‘Zeichen’, aengl. tāc(e)n ‘Zeichen, Wunder, Beweis, Banner’, engl. token ‘(An)zeichen, Symbol, Signal’, anord. teikn, schwed. tecken ‘Zeichen’, got. taikn n., taikns f. ‘Zeichen, Wunder’ führen auf germ. *taikna- (bzw. *taikni- für got. taikns f.). Dies ist anschließbar an ie. *doig̑-, Ablautstufe neben *deig̑-, eine Variante der unter ↗zeihen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *deik̑- ‘zeigen’. Abzeichen n. ‘Kennzeichen, Unterscheidungsmerkmal’, spätmhd. abezeichen; ‘Anstecknadel als Kennzeichen der Zugehörigkeit zu einer Organisation’ (Anfang 20. Jh.). Anzeichen n. ‘Ankündigung, Vorzeichen, erster Hinweis, Symptom’ (Anfang 16. Jh.). Vorzeichen n. ‘auf Künftiges weisendes Zeichen, Omen’, ahd. forazeihhan ‘Anzeichen, Vorankündigung’ (8. Jh.), mhd. vorzeichen ‘Vorzeichen, -bild, Sinnbild’; auch ‘vorangestelltes Zeichen’, in der Mathematik zur Kennzeichnung einer positiven oder negativen Zahl, in der Musik zur Angabe der Erhöhung oder Erniedrigung um einen oder zwei Halbtöne bzw. deren Aufhebung, ‘Versetzungszeichen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anzeichen · ↗Anzeiger · ↗Beleg · ↗Hinweis · ↗Indikator · ↗Vorbote · ↗Vorzeichen
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Anzeichen · ↗Evidenz · ↗Nachweis
Synonymgruppe
Anhaltspunkt · Anzeichen · ↗Hinweis · ↗Indiz · ↗Indizienbeweis · ↗Moment · ↗Verdachtsgrund · ↗Verdachtsmoment
Synonymgruppe
Anzeichen · ↗Omen · ↗Vorbedeutung · ↗Vorbote · ↗Vorzeichen  ●  ↗Auspizium  geh., lat.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkühlung Abschwächung Aufschwung Belebung Besserung Entspannung Erholung Erkrankung Fremdverschulden Konjunkturerholung Resignation Stabilisierung Trendwende deuten deutlich erkennbar erkennen ermutigend erst geben hindeuten häufen mehren sichtbar trügen untrüglich verdichten werten Überhitzung äußer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anzeichen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gab jedoch keine Anzeichen für ein baldiges Ende der Kämpfe.
Die Zeit, 11.04.2012 (online)
Und für 2005 deuteten alle Anzeichen auf ein weiteres kräftiges Wachstum hin.
Die Welt, 25.07.2005
Ich las nochmals die »Ersten Anzeichen«, fand aber keine rechte Übereinstimmung.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 37
Auch sprach nicht das leiseste Anzeichen dafür, daß in der nächsten Zeit etwas geschehen werde.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 287
Das ist mehr als ein Anzeichen - das ist ein Symptom!
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3098
Zitationshilfe
„Anzeichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anzeichen>, abgerufen am 23.01.2019.

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