Apathie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Apathie · Nominativ Plural: Apathien
Aussprache
WorttrennungApa-thie
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

Teilnahmslosigkeit, stumpfe Gleichgültigkeit
Beispiele:
in völlige, dumpfe Apathie versinken
jmdn. aus seiner Apathie herausreißen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Apathie · apathisch
Apathie f. ‘Teilnahmslosigkeit, Stumpfheit’. Griech. apátheia (ἀπάθεια), lat. apathīa ‘Unempfindlichkeit, stoische Gelassenheit, Leidenschaftslosigkeit’, abgeleitet von dem mit verneinendem a- (ἀ- privativum) zu griech. páthos (πάθος) ‘Gemütsbewegung, Leidenschaft, Leid’ (s. ↗Pathos) gebildeten Adjektiv griech. apathḗs (ἀπαθής) ‘keinen Eindruck erleidend, leidenschaftslos, empfindungslos’, wird in der 2. Hälfte des 18. Jhs. als Begriff der stoischen Ethik im Dt. bekannt und (vielleicht vermittelt durch frz. apathie) als Apathie übernommen. Im 19. Jh. zur Bezeichnung krankhafter Teilnahmslosigkeit im Wortschatz der Medizin. apathisch Adj. ‘teilnahmslos, gleichgültig, abgestumpft’ (Anfang 19. Jh.), wohl in Anlehnung an frz. apathique für das medizinische Fachwort nlat. apathicus.

Thesaurus

Synonymgruppe
Apathie · ↗Desinteresse · ↗Gleichgültigkeit · ↗Gleichmut · ↗Indifferenz · ↗Interessenlosigkeit · ↗Lethargie · ↗Passivität · ↗Phlegma · ↗Saumseligkeit · ↗Teilnahmslosigkeit · ↗Trägheit · ↗Untätigkeit  ●  Abnegation  geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aggression Aktionismus Alkoholismus Anarchie Depression Desinteresse Fatalismus Gleichgültigkeit Hoffnungslosigkeit Hysterie Lethargie Müdigkeit Passivität Resignation Trägheit Verdrossenheit Verzweiflung Zynismus abschütteln aufrütteln bleiern breitmachen dumpf erwachen verfallen verfällen verharren versinken weitverbreitet Überdruß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Apathie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch bereits nach dem zweiten Tor verfällt er in eine seltsame Apathie.
Der Tagesspiegel, 20.10.2001
Es herrschte noch immer eine politische Apathie, und neue Entwicklungen waren notwendig.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1978]
Ich zweifle nur an der Möglichkeit, die Massen aus ihrer Apathie zu wecken.
Suttner, Bertha von: Martha's Kinder. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 4051
Leid und Tod, Apathie und Verzweiflung münden und erheben sich zum Kampf für alle unterdrückten Juden.
Hermlin, Stephan: Die Zeit der Gemeinsamkeit, Berlin: Bibliothek Fortschrittlicher Deutscher Schriftsteller 1951, S. 194
Ende 1915 verwandelte sich diese anfängliche Begeisterung für die Kriegsanstrengungen in Apathie.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 10085
Zitationshilfe
„Apathie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Apathie>, abgerufen am 19.01.2019.

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