Apologet, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Apologeten · Nominativ Plural: Apologeten
Aussprache
WorttrennungApo-lo-get
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben, abwertend Verteidiger einer Lehre, eines Systems
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Apologie · Apologet · apologetisch
Apologie f. ‘Rechtfertigung, Verteidigungsrede, -schrift’. Auf griech. apología (ἀπολογία) ‘in Worten vorgetragene Verteidigung’ (vgl. griech. apó-, (ἀπό-) ‘weg-, ab-’ und s. ↗-logie) beruht gleichbed. spätlat. apologia, das im 16. Jh. zugleich mit der lat. Form Apologia auch als Apologi, Apologey, dann (1. Hälfte 17. Jh.) Apologie im Dt. üblich wird. Apologet m. ‘Verteidiger einer Lehre oder Anschauung’ (1. Hälfte 18. Jh.), Neubildung im Anschluß an substantiviertes spätlat. (besonders bei Kirchenschriftstellern) apologēticus, apologēticum ‘Verteidigungsschrift’ (mlat. apologeticus auch in adjektivischer Verwendung), dieses entlehnt aus griech. apologētikós (ἀπολογητικός) ‘zur Verteidigung, Rechtfertigung geeignet’, zu griech. apologé͞isthai (ἀπολογεῖσθαι) ‘eine Verteidigung, Rechtfertigung vortragen’; ohne Fortsetzung bleibt von Wieland gebrauchtes Apologist, Apologistin (1766/67), nach frz. apologiste. apologetisch Adj. ‘rechtfertigend, der Verteidigung dienend’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Apologet · ↗Befürworter · ↗Fürsprecher · ↗Verfechter · ↗Verteidiger · ↗Vertreter  ●  ↗Anwalt (einer Sache)  fig.
Assoziationen
  • (eine) Begründung abgeben · Argumente aufzählen · Argumente darlegen · Argumente finden (für) · Argumente liefern · Argumente vorbringen · Gründe anführen · Gründe beibringen · Gründe finden · Gründe liefern · Gründe nennen · Gründe vorbringen · Gründe vortragen · argumentativ untermauern · ↗argumentieren · ↗begründen · ↗erklären · ↗legitimieren · ↗rechtfertigen · verargumentieren
  • (ein) gutes Wort einlegen (für) · (etwas) tun für · (sich) bemühen (um) · ↗(sich) engagieren · (sich) starkmachen (für) · Partei ergreifen (für, gegen) · ↗agitieren (für, gegen) · eintreten für · ↗kämpfen (für, um) · ↗propagieren · ↗streiten (für) · ↗werben (für)  ●  (eine) Lanze brechen für  fig. · (sich) einsetzen (für)  Hauptform · (sich) aus dem Fenster hängen (für)  ugs., fig.
  • jemand, der gegen Honorar für jemand anders spricht  ●  ↗Sprachrohr  fig. · ↗Mietmaul  derb, abwertend, scherzhaft

Typische Verbindungen
computergeneriert

Christentum Fortschritt Gegner Gewalt Kapitalismus Kritiker Marktwirtschaft Moderne Ordnung Realismus Regime Revolution Sozialismus Status quo argumentieren behaupten christlich frühchristlich glühend griechisch katholisch konservativ übersehen überzeugt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Apologet‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So mancher Apologet der neuen Medien führt nun diese Religion fort.
Die Zeit, 26.03.1998, Nr. 14
Ja, insgeheim wird er am Ende sogar zum Apologeten der bürgerlichen Kultur.
Süddeutsche Zeitung, 15.10.1997
In diesem Sinne ist die Frage schon für die altkirchlichen Apologeten dringend gewesen.
Ratschow, C. H.: Christentum. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 20759
Sein Anliegen deckt sich demnach sachlich mit dem der vorausgegangenen Apologeten, überragte deren Schriften aber nach Form und Ton bei weitem.
Baus, Karl: Von der Urgemeinde zur frühchristlichen Großkirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 728
Auf andere Art suchte die Gruppe der »Apologeten« eine geistige Verbindung zur Umwelt herzustellen.
Schneider, Carl: Das Christentum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 24280
Zitationshilfe
„Apologet“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Apologet>, abgerufen am 19.03.2019.

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