Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Apostel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Apostels · Nominativ Plural: Apostel
Aussprache 
Worttrennung Apo-stel · Apos-tel
Wortbildung  mit ›Apostel‹ als Erstglied: Apostelamt · Apostelbrief · Apostelgeschichte · Apostelkrug · Apostellöffel
 ·  mit ›Apostel‹ als Letztglied: Freiheitsapostel · Friedensapostel · Gesundheitsapostel · Lügenapostel · Moralapostel
 ·  mit ›Apostel‹ als Grundform: apostolisch
Herkunft aus apostoluskirchenlat < apóstolosgriech (ἀπόστολος) ‘Abgesandter, Bote’

Bedeutungsübersicht+

  1. Sendbote
    1. a) [Religion] Jünger Jesu
    2. b) [spöttisch, übertragen] Vertreter einer Lehre
eWDG

Bedeutung

Sendbote
a)
Religion Jünger Jesu
Beispiele:
die zwölf Apostel
der heilige Apostel
b)
spöttisch, übertragen Vertreter einer Lehre
Beispiele:
sich zum Apostel machen
ein falscher Apostel
welchen Eindruck … er gehabt habe von dem berühmten Apostel der Freiheit [ Feuchtw.Füchse201]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Apostel · apostolisch
Apostel m. ‘Sendbote, Verkünder einer Lehre’, ahd. apostol(o), postul (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. apostel, mnl. auch postel, aengl. apostol, postol, engl. apostle, anord. postoli, got. apaústaúlus werden mit der Ausbreitung des Christentums in der Bedeutung ‘Jünger Jesu, Glaubensbote’ aus kirchenlat. apostolus übernommen (spätlat. apostolus auch ‘Abgesandter’ und ‘schriftliche Bestätigung der Appellation’); voraus geht griech. apóstolos (ἀπόστολος) ‘Abgesandter, Bote’, das zu griech. apostéllein (αποστέλλειν) ‘abschicken, entsenden’ gehört, vgl. griech. stéllein (στέλλειν) ‘zum Reisen veranlassen, (ent)senden’ und apó- (ἀπό-) ‘weg-, ab-’. Während im Mhd. zwelfbote (aus der Zusammenrückung der Pluralform die zwelf boten) vorherrscht, setzt sich Apostel mit Luthers Bibelübersetzung durch. Es wird in der reformatorischen Polemik auch in Wendungen wie Apostel des Teufels, Antichrists gebraucht und seit dem 17. Jh. allgemein auf eifrige Verfechter einer Lehre oder Ansicht übertragen. – apostolisch Adj. ‘die Apostel oder ihre Lehre betreffend, in der Tradition der Apostel stehend, päpstlich’, mhd. apostolisch (vgl. der apostolische stuol, 13. Jh.), aus gleichbed. kirchenlat. apostolicus, griech. apostolikós (ἀποστολικός) ‘den Abgesandten, Glaubensboten betreffend’.

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Apostel · Jünger · einer der Zwölf
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Apostel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Apostel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Apostel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sind ein wahrer Apostel meiner so oft mißverstandenen Kunst. [Klabund: Kunterbuntergang des Abendlandes. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10449]
Wir haben die Kraft der Apostel, die Kraft Gottes lebendig gesehen! [Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 103]
Er erklärt sich aus dem Bestreben, den E. ähnlich wie den Aposteln ein individuelles Aussehen zu geben. [o. A.: Lexikon der Kunst – E. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 3250]
Hier fasziniert uns einmal die historische Gestalt des Apostels mehr als der Inhalt seines schriftlichen Werkes. [Die Zeit, 26.02.1990, Nr. 09]
Zwölf junge Männer waren dabei, sich in die zwölf Apostel zu verwandeln. [Die Zeit, 27.03.1959, Nr. 13]
Zitationshilfe
„Apostel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Apostel>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Apostat
Apostasie
Aposiopese
Aporie
Aporetiker
Apostelamt
Apostelbrief
Apostelgeschichte
Apostelkrug
Apostellöffel