Apparat, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Apparats/Apparates · Nominativ Plural: Apparate
Aussprache
WorttrennungAp-pa-rat (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Gerät, das bestimmte Funktionen erfüllt
Beispiele:
Apparate bauen
den Apparat einschalten, ausschalten, abschalten, anstellen, abstellen
den Apparat einstellen, bedienen
der Apparat funktioniert, läuft, spielt
der Apparat geht nicht umgangssprachlich
bleiben Sie bitte am Apparat! (= bleiben Sie bitte am Telefon!)
übertragen weist auf besondere Größe hin
Beispiele:
dieser Kürbis, diese Beule ist ja ein (riesiger, dicker) Apparat salopp, scherzhaft
so ein Apparat! salopp, scherzhaft
2.
übertragen die zu einer bestimmten größeren Aufgabe benötigten Menschen und Hilfsmittel
Beispiele:
einen weitverzweigten, mächtigen, diplomatischen, militärischen Apparat aufbieten
der (ganze) Apparat der Behörde
der komplizierte Apparat der Verwaltung funktionierte gut, war gut eingespielt, arbeitete schwerfällig
er hat den ganzen Apparat in Bewegung gesetzt
3.
Wissenschaft wissenschaftliche Hilfsmittel
a)
Beispiel:
der kritische Apparat (= Lesarten und Verbesserungen des Textes) der Leibniz-Ausgabe
b)
für eine bestimmte wissenschaftliche Arbeit aufgestellte Bücher
Beispiel:
dieser Band steht (nicht) im Apparat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Apparat · Apparatur
Apparat m. ‘für einen bestimmten Zweck entwickeltes Gerät’. Das zu lat. apparāre ‘das Erforderliche herbeischaffen, zubereiten’ (vgl. lat. parāre ‘bereiten, Vorkehrungen treffen’, s. ↗parat, und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’) gehörende Substantiv lat. apparātus ‘Zubereitung, Zurüstung, Ausstattung’ wird in mehreren seiner bereits im Mlat. vorhandenen Bedeutungsvarianten wie ‘Zubehör, Vorrat, Aufwand’ vom 15. Jh. an in der Form Apparat übernommen. Mit Bezug auf Rechtsglossen ist es im Mnd. (apparāt) schon im 14. Jh. in der bis heute in der Wissenschaft üblichen Verwendung ‘Kommentar, Lesartenverzeichnis’ nachzuweisen. Vereinzelt seit dem 16. Jh. und verbreitet vom 18. Jh. an bezeichnet es eine Gerätesammlung für naturwissenschaftliche Experimente oder medizinische Behandlung, das einzelne Gerät jedoch erst seit dem 18. Jh. Die sich hieran anschließende Übertragung ‘Gesamtheit von Personen und Einrichtungen zur Erfüllung bestimmter Aufgaben’ (vgl. Staats-, Verwaltungsapparat) läßt sich direkt vom Sprachgebrauch des 16. Jhs. (‘Aufwand, Zurüstung, Zubehör’) herleiten. Im 17./18. Jh. findet sich, offensichtlich unter gelehrtem Einfluß, häufig die lat. Wortform Apparatus. Apparatur f. ‘Gesamtheit zusammenwirkender Apparate’ (Anfang 20. Jh.), formal an spätlat. apparātūra ‘Aufwand, Zurüstung’, mlat. ‘Schmuck’ angelehnte latinisierende Bildung.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Technik
Oberbegriffe
  • Kommunikationsgerät
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Apparatur · Hilfsgerät · Hilfsmittel · Hilfsvorrichtung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Technik
Synonymgruppe
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Unterbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit es viele Forscher nutzen können, werden sie jeweils nur einen Teil der Apparate zugewiesen bekommen.
Die Zeit, 12.06.2012 (online)
Der sportliche Zweck der Apparate war umstritten, zum großen Teil seien sie heute unauffindbar.
Süddeutsche Zeitung, 20.10.2004
Für einen Apparat neben der Nase braucht man nämlich meistens zwei Hände.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 118
Er hatte den Apparat dazu mitgenommen, als er mich später in Riga besuchte, um bei mir zu arbeiten.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Was mit meinen elektrischen Apparaten geschah, das weiß ich nimmer.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18342
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Funktionieren Maschinen Zentralkomitees abgeschaltet administrativen aufgebläht aufgeblähten bürokratischen eingespielten elektrischen funktionierenden gewaltigen gigantischen hauptamtlichen komplizierten konstruiert kostspieligen logistischen mechanischen medizinischen militärischen photographischen psychischen psychophysischen riesigen schwerfälligen seelischen technischen textkritischen wissenschaftlichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Apparat‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

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