Appell, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Appell(e)s · Nominativ Plural: Appelle
Aussprache 
Worttrennung Ap-pell
Herkunft Französisch
Wortbildung  mit ›Appell‹ als Erstglied: ↗Appellplatz  ·  mit ›Appell‹ als Letztglied: ↗Abendappell · ↗Anwesenheitsappell · ↗Fahnenappell · ↗Friedensappell · ↗Gewehrappell · ↗Löhnungsappell · ↗Morgenappell · ↗Schrankappell · ↗Waffenappell
Dieser Eintrag war DWDS-Artikel des Tages am 17.10.2020.

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Aufruf (an die Öffentlichkeit)
  2. 2. [Militär] ...
  3. 3. [Jägersprache] Folgsamkeit des Jagdhundes auf Anruf
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Aufruf (an die Öffentlichkeit)
Beispiele:
einen Appell unterzeichnen
einen flammenden, dringenden Appell an die Allgemeinheit, an eine Versammlung, an jmdn. richten
sich an jmdn. mit einem Appell wenden
der Appell an das Gewissen, an die Menschlichkeit
der Appell verhallte ungehört
2.
Militär
Beispiele:
antreten zum Appell! (= zur Überprüfung, Bekanntgabe!)
einen Appell abhalten
3.
Jägersprache Folgsamkeit des Jagdhundes auf Anruf
Beispiel:
der Hund hat keinen Appell (= gehorcht nicht)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

appellieren · Appellation · Appell
appellieren Vb. ‘auf-, anrufen, sich an jmdn. wenden’, mhd. appellieren ‘bei einer höheren Instanz Berufung einlegen’ (12. Jh.) als juristischer Terminus geht auf lat. appellāre ‘(um Hilfe) ansprechen, auffordern’ zurück, das (wie lat. appellere ‘herantreiben’, jedoch mit Konjugationswechsel) mit lat. ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’ zu lat. pellere ‘stoßen, berühren, einen Eindruck hervorrufen, treiben’ gebildet ist. Im 18. Jh. setzt der metaphorische Gebrauch ‘eindringlich ermahnen, aufrufen’ ein. Dazu das ebenfalls der Rechtssprache angehörende Verbalsubstantiv Appellation f. ‘Berufung’, mhd. appellacion (13. Jh.), appelaz (14. Jh. bis Anfang 16. Jh.), aus gleichbed. lat. appellātio (Genitiv appellātiōnis). Appell m. ‘Aufruf, Aufforderung’, übernommen (18. Jh.) von gleichbed. frz. appel, das von dem aus lat. appellāre (s. oben) entlehnten Verb frz. appeler ‘rufen, auffordern’ abgeleitet ist; im 18. Jh. zunächst im militärischen Bereich ‘Ruf, Signal zum Sammeln’ (daher auch ‘das Antreten zur Überprüfung, Befehlsausgabe’, 19. Jh.), im Rechtswesen ‘Berufung’ sowie in der Jägersprache ‘Gehorsam des Hundes auf Zuruf’. Die Übertragung ‘eindringlich mahnender Aufruf’ ist seit dem Ende des 18. Jhs. nachweisbar, aber erst im 19. Jh. allgemein verbreitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Appell · ↗Aufforderung · ↗Aufgebot · ↗Aufruf · ↗Ausrufung · ↗Befürwortung · ↗Bitte · ↗Gesuch · ↗Proklamation
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Appell · ↗Forderung · ↗Postulat

Typische Verbindungen zu ›Appell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Appell‹.

Verwendungsbeispiele für ›Appell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zehn Jahre lang hatte die Union mit Appellen versucht, Frauen vermehrt in Ämter zu bringen.
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001
Zweitens dürften allein wohlfeile Appelle an die Bürger wenig Wirkung haben.
Der Tagesspiegel, 26.05.2001
Andere Länder folgten den Appell, die hohe deutsche Produktion blieb fast konstant.
o. A. [cs]: PCB. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1979]
Der Appell an diesem Abend dauerte länger als gewöhnlich; es fehlte jemand.
o. A.: Dreiundvierzigster Tag. Freitag, den 25. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 24803
Und was er mal gesagt hatte, das tat er auch, und da habe ich beim nächsten Appell gefehlt.
Tucholsky, Kurt: Der Kopf im Walde. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929], S. 6962
Zitationshilfe
„Appell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Appell>, abgerufen am 22.10.2020.

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