Appellation, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Appellation · Nominativ Plural: Appellationen
Aussprache 
Worttrennung Ap-pel-la-ti-on
Wortbildung  mit ›Appellation‹ als Erstglied: ↗Appellationsgericht
Herkunft aus gleichbedeutend appellātiōlat
eWDG

Bedeutung

veraltet, Jura Berufung
Beispiele:
Appellation einlegen
die Appellation an die oberste Instanz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

appellieren · Appellation · Appell
appellieren Vb. ‘auf-, anrufen, sich an jmdn. wenden’, mhd. appellieren ‘bei einer höheren Instanz Berufung einlegen’ (12. Jh.) als juristischer Terminus geht auf lat. appellāre ‘(um Hilfe) ansprechen, auffordern’ zurück, das (wie lat. appellere ‘herantreiben’, jedoch mit Konjugationswechsel) mit lat. ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’ zu lat. pellere ‘stoßen, berühren, einen Eindruck hervorrufen, treiben’ gebildet ist. Im 18. Jh. setzt der metaphorische Gebrauch ‘eindringlich ermahnen, aufrufen’ ein. Dazu das ebenfalls der Rechtssprache angehörende Verbalsubstantiv Appellation f. ‘Berufung’, mhd. appellacion (13. Jh.), appelaz (14. Jh. bis Anfang 16. Jh.), aus gleichbed. lat. appellātio (Genitiv appellātiōnis). Appell m. ‘Aufruf, Aufforderung’, übernommen (18. Jh.) von gleichbed. frz. appel, das von dem aus lat. appellāre (s. oben) entlehnten Verb frz. appeler ‘rufen, auffordern’ abgeleitet ist; im 18. Jh. zunächst im militärischen Bereich ‘Ruf, Signal zum Sammeln’ (daher auch ‘das Antreten zur Überprüfung, Befehlsausgabe’, 19. Jh.), im Rechtswesen ‘Berufung’ sowie in der Jägersprache ‘Gehorsam des Hundes auf Zuruf’. Die Übertragung ‘eindringlich mahnender Aufruf’ ist seit dem Ende des 18. Jhs. nachweisbar, aber erst im 19. Jh. allgemein verbreitet.

Thesaurus

Jura
Synonymgruppe
Einwendung  ●  ↗Anfechtung  juristisch · ↗Berufung  juristisch · ↗Beschwerde  juristisch · ↗Einsprache  schweiz. · ↗Einspruch  österr., juristisch, bundesdeutsch · ↗Rekurs  juristisch, schweiz. · ↗Revision  juristisch · ↗Widerspruch  juristisch · Appellation  fachspr., schweiz. · ↗Intervention  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Appellation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Appellation‹.

Verwendungsbeispiele für ›Appellation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst 1990 bekam die Region eine eigene Appellation, also eine genau festgelegte Herkunftsbezeichnung für ihre Weine.
Süddeutsche Zeitung, 06.02.2004
Nun war noch über die kanonische Bedeutung der Appellation zu verhandeln.
o. A.: Die Kirche im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1970], S. 5110
Er beschnitt die Rechte der Bischöfe und verbot die Appellation an Rom.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7338
Die Appellation an Rom war jedoch nur nach ergangenem Urteil einer Provinzialsynode möglich.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3874
Der Weg zu den höheren Instanzen wird eröffnet durch die Appellation (Berufung).
Hesse, K.: Gerichtsbarkeit. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 15778
Zitationshilfe
„Appellation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Appellation>, abgerufen am 14.05.2021.

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