Appetit, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Appetit(e)s · Nominativ Plural: Appetite · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [apəˈtiːt]
Worttrennung Ap-pe-tit
Wortbildung  mit ›Appetit‹ als Erstglied: Appetitanreger · Appetitbrötchen · Appetithappen · Appetithemmer · Appetithäppchen · Appetitsbrot · Appetitsbrötchen · Appetitshappen · Appetitzügler · appetitanregend · appetiterweckend · appetitlich · appetitlos
 ·  mit ›Appetit‹ als Letztglied: Bombenappetit · Mordsappetit
Mehrwortausdrücke  guten Appetit
Herkunft aus apetitafrz mfrz ‘heftiges Verlangen, Gelüsten, Esslust’ (appétitfrz) oder unmittelbar aus appetītuslat ‘Verlangen, Begierde’ (appetītusspätlat mlat auch ‘Esslust’)
eWDG

Bedeutung

Lust, Verlangen zu essen
Beispiele:
einen gesunden, kräftigen, großen, starken, gewaltigen, unbändigen Appetit haben
einen richtigen Appetit auf etw. haben
veralteteinen richtigen Appetit nach etw. haben
scherzhafteinen guten Appetit mitbringen, entwickeln
scherzhaftsich eines gesegneten Appetits erfreuen
jmdm. (einen) guten Appetit wünschen
guten Appetit!
Appetit bekommen, (ver)spüren
den Appetit anregen, anreizen, wecken, fördern, stillen, verlieren
das Wandern gibt Appetit
umgangssprachlichdas Wandern macht Appetit
das verschlägt mir den Appetit
etw. mit Appetit essen
gehobenetw. mit Appetit verspeisen, verzehren, zu sich nehmen
etw. ohne Appetit essen
jmdm. den Appetit verderben, verleiden, vertreiben
sein Appetit ist schlecht
sprichwörtlichder Appetit kommt beim, mit dem Essen
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichdabei kann einem der ganze Appetit vergehen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Appetit · appetitlich
Appetit m. ‘Eßlust’, entlehnt (Anfang 15. Jh.) aus afrz. mfrz. apetit ‘heftiges Verlangen, Gelüsten, Eßlust’ (frz. appétit) oder unmittelbar aus dessen Vorstufe lat. appetītus ‘Verlangen, Begierde’ (spätlat. mlat. auch ‘Eßlust’), zu lat. appetere ‘Verlangen haben, begehren’ (vgl. lat. petere ‘nach etw. langen, verlangen, begehren’ und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’). Im Dt. herrscht anfangs die allgemeine Bedeutung ‘Verlangen, Begierde’ vor, die spezielle Verwendung ‘Verlangen nach angenehmer Speise, Lust am Essen’ setzt sich erst im 17. Jh. durch und wird vorher (vereinzelt noch bis ins 18. Jh.) durch im Kontext enthaltene Hinweise oder erklärende Zusätze (Appetit der Speise, zum Essen u. ä.) verdeutlicht. appetitlich Adj. ‘verlockend, den Appetit anregend’; zunächst ‘Verlangen erregend’ (Fischart 1575), vom 17. Jh. an ‘Verlangen bewirkend’, seit dem 18. Jh. häufiger auf Speisen bezogen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Appetit (auf) · Begehren · Lust (auf) · Sehnen (nach) · Sehnsucht (nach) · Trieb · Verlangen (nach) · Wunsch (nach)  ●  Appetenz  fachspr. · einen Zahn haben (auf)  ugs.
Synonymgruppe
Appetit · Esslust · Hunger · Hungergefühl · Lust auf Essen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Appetit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Appetit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Appetit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn wir aber ein lebendes Rind auf dem Teller hätten, würde uns der Appetit vergehen. [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7]
Man kann sich aber, wenn man klüger ist, darauf beschränken, dem Kind Appetit zu machen. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 341]
Wenn mir große Ereignisse bevorstehen, vergeht mir immer der Appetit. [Die Zeit, 17.06.1999, Nr. 25]
Bei meinem Appetit jener Tage schien das unmöglich, aber sie schaffte es! [Die Zeit, 16.08.1996, Nr. 34]
Ich habe wieder Luft genug und der Appetit ist wieder gut. [o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 97]
Zitationshilfe
„Appetit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Appetit>.

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