Arbeiter, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Arbeiters · Nominativ Plural: Arbeiter
Aussprache  [ˈaʁbaɪ̯tɐ]
Worttrennung Ar-bei-ter
Wortzerlegung arbeiten-er
Wortbildung  mit ›Arbeiter‹ als Erstglied: ↗Arbeiter-und-Bauern-Fakultät · ↗Arbeiteraristokratie · ↗Arbeiteraufstand · ↗Arbeiterausschuss · ↗Arbeiterbaracke · ↗Arbeiterbataillon · ↗Arbeiterbauer · ↗Arbeiterbevölkerung · ↗Arbeiterbewegung · ↗Arbeiterbezirk · ↗Arbeiterbildung · ↗Arbeiterbildungsverein · ↗Arbeiterchor · ↗Arbeiterdelegation · ↗Arbeiterdemonstration · ↗Arbeiterdenkmal · ↗Arbeiterdeputation · ↗Arbeiterdichter · ↗Arbeiterdichtung · ↗Arbeitereinheit · ↗Arbeiterelend · ↗Arbeiterentlassung · ↗Arbeiterfahrkarte · ↗Arbeiterfamilie · ↗Arbeiterfaust · ↗Arbeiterfrage · ↗Arbeiterfrau · ↗Arbeiterfunktionär · ↗Arbeiterführer · ↗Arbeitergedicht · ↗Arbeitergesangsverein · ↗Arbeitergesangverein · ↗Arbeitergeschichte · ↗Arbeitergroschen · ↗Arbeitergruppe · ↗Arbeiterhand · ↗Arbeiterhaus · ↗Arbeiterhaushalt · ↗Arbeiterheim · ↗Arbeiterhilfe · ↗Arbeiterin · ↗Arbeiterinteresse · ↗Arbeiterjugend · ↗Arbeiterjugendbewegung · ↗Arbeiterkampf · ↗Arbeiterkampflied · ↗Arbeiterkaserne · ↗Arbeiterkind · ↗Arbeiterklasse · ↗Arbeiterkollektiv · ↗Arbeiterkolonie · ↗Arbeiterkontrolle · ↗Arbeiterkreis · ↗Arbeiterlied · ↗Arbeitermangel · ↗Arbeitermasse · ↗Arbeitermilieu · ↗Arbeiterorganisation · ↗Arbeiterpartei · ↗Arbeiterpolitik · ↗Arbeiterpresse · ↗Arbeiterpublikum · ↗Arbeiterrat · ↗Arbeiterregierung · ↗Arbeiterrückfahrkarte · ↗Arbeitersache · ↗Arbeiterschließfach · ↗Arbeiterschriftsteller · ↗Arbeiterschutzgesetz · ↗Arbeiterselbstverwaltung · ↗Arbeitersiedlung · ↗Arbeitersohn · ↗Arbeitersport · ↗Arbeiterstadt · ↗Arbeiterstand · ↗Arbeiterstrich · ↗Arbeiterstudent · ↗Arbeiterunruhen · ↗Arbeiterunterkunft · ↗Arbeiterverein · ↗Arbeiterversammlung · ↗Arbeitervertreter · ↗Arbeiterveteran · ↗Arbeiterviertel · ↗Arbeitervolk · ↗Arbeitervorstadt · ↗Arbeiterwochenkarte · ↗Arbeiterwohnung · ↗Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft · ↗Arbeiterzeitung · ↗Arbeiterzug · ↗arbeiterfeindlich · ↗arbeiterfreundlich
 ·  mit ›Arbeiter‹ als Letztglied: ↗Akkordarbeiter · ↗Aushilfsarbeiter · ↗Bahnarbeiter · ↗Bauarbeiter · ↗Bauarbeiter · ↗Bergarbeiter · ↗Bestarbeiter · ↗Betonarbeiter · ↗Billigarbeiter · ↗Blecharbeiter · ↗Bleiarbeiter · ↗Brauereiarbeiter · ↗Brückenarbeiter · ↗Bühnenarbeiter · ↗Chemiearbeiter · ↗Deicharbeiter · ↗Eisenbahnarbeiter · ↗Erdarbeiter · ↗Erntearbeiter · ↗Fabrikarbeiter · ↗Facharbeiter · ↗Feldarbeiter · ↗Forstarbeiter · ↗Fremdarbeiter · ↗Fronarbeiter · ↗Gastarbeiter · ↗Geistesarbeiter · ↗Gelegenheitsarbeiter · ↗Grubenarbeiter · ↗Hafenarbeiter · ↗Heimarbeiter · ↗Hilfsarbeiter · ↗Holzarbeiter · ↗Hüttenarbeiter · ↗Industriearbeiter · ↗Jungarbeiter · ↗Kopfarbeiter · ↗Lagerarbeiter · ↗Landarbeiter · ↗Leiharbeiter · ↗Lohnarbeiter · ↗Metallarbeiter · ↗Minenarbeiter · ↗Nachtarbeiter · ↗Notstandsarbeiter · ↗Obertagearbeiter · ↗Parteiarbeiter · ↗Produktionsarbeiter · ↗Qualitätsarbeiter · ↗Saisonarbeiter · ↗Schichtarbeiter · ↗Schwarzarbeiter · ↗Schwerarbeiter · ↗Schwerstarbeiter · ↗Sexarbeiter · ↗Spezialarbeiter · ↗Spinnereiarbeiter · ↗Spitzenarbeiter · ↗Stahlarbeiter · ↗Steinbrucharbeiter · ↗Straßenarbeiter · ↗Streckenarbeiter · ↗Stückarbeiter · ↗Teilzeitarbeiter · ↗Telearbeiter · ↗Telegrafenarbeiter · ↗Telegraphenarbeiter · ↗Textarbeiter · ↗Textilarbeiter · ↗Transportarbeiter · ↗Untertagarbeiter · ↗Untertagearbeiter · ↗Vertragsarbeiter · ↗Vorarbeiter · ↗Waldarbeiter · ↗Walzwerkarbeiter · ↗Werftarbeiter · ↗Wissensarbeiter · ↗Zementarbeiter · ↗Ziegeleiarbeiter · ↗Zivilarbeiter · ↗Zwangsarbeiter · ↗Öffentlichkeitsarbeiter
 ·  mit ›Arbeiter‹ als Grundform: ↗Arbeiterschaft
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
Person, die als Arbeitnehmer besonders im produzierenden Gewerbe, im Baugewerbe oder in der Landwirtschaft tätig ist und (im Gegensatz zum Angestellten) überwiegend körperliche Arbeit verrichtet
Zwischen Arbeitern und Angestellten wird heute nur noch allgemeinsprachlich, besonders im Hinblick auf die unterschiedlichen Tätigkeitsorte und Tätigkeitsfelder sowie im Hinblick auf die Entlohnung ((Arbeits-)Lohn versus Gehalt) unterschieden. Im Arbeits- und Versicherungsrecht spielt die Unterscheidung, von Ausnahmen abgesehen, keine Rolle mehr.
siehe auch Angestellte
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein ungelernter, angelernter, qualifizierter Arbeiter; ein ausländischer, polnischer, türkischer Arbeiter; die organisierten, streikenden, entlassenen Arbeiter
als Akkusativobjekt: einen Arbeiter beschäftigen, anwerben, einstellen, entlassen; die Arbeiter ausbeuten, aufwiegeln, aufhetzen
in Präpositionalgruppe/-objekt: Tausende, Zehntausende von Arbeitern; Beschäftigung, Entlohnung, Entlassung, Ausbeutung von Arbeitern; Tarifvertrag, Tarifabschluss, Mindestlohn für Arbeiter
mit Genitivattribut: die Arbeiter der Werft, Fabrik, Baufirma, des Stahlwerks
in Koordination: Arbeiter und Angestellte, Beamte, Bauern, Unternehmer
als Genitivattribut: die Löhne, Rechte, Lebensbedingungen der Arbeiter
Beispiele:
Trump macht billige Löhne und staatliche Subventionen in Fernost dafür verantwortlich, dass in Michigan, Indiana und Ohio Fabriken schließen und Arbeiter ihre Jobs verlieren. [Die Welt, 22.02.2019]
Durch Fair Trade soll sich das Leben der Arbeiter insgesamt verbessern. Von dem Geld, das der Käufer im Laden für die Bananen zahlt, sollen auch Werkzeuge und Medikamente gekauft werden und Schulen und Brunnen gebaut werden. [Leipziger Volkszeitung, 28.02.2015]
Die Idee, die Lebens‑ und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern und Arbeitern in Entwicklungsländern zu verbessern, indem Verbraucher in Industrieländern deren Produkte kaufen, ist grundsätzlich gut[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2013]
Die Unterteilung in Arbeiter und Angestellte ist für Parteiobmann Matthias S[…] »diskriminierend« und überholt[…]. Obwohl in einigen Bereichen bereits eine Angleichung der Rechtsstellung von Arbeitern und Angestellten erfolgt sei, bestünden noch immer sachlich nicht zu rechtfertigende Unterschiede, so S[…]. […] [Der Standard, 01.05.2015]
Gleichbehandlung: Ein Betrieb darf seinen Angestellten nur ein höheres Weihnachtsgeld zahlen als den Arbeitern, wenn er dafür sachliche Gründe hat (Bundesarbeitsgericht (BAG), Aktenzeichen: 10 AZR 640/04). [Die Welt, 28.11.2005]
wenn Sie, Fischer, nun vielleicht die Arbeiter gegen die städtischen Behörden aufhetzen [ H. MannUntertan4,256]WDG
das Proletariat, die Klasse der modernen Arbeiter [ Marx-EngelsManifest14]WDG
bildlich [Der Verleger Klaus] Piper verstand sich als Arbeiter am »geistigen Webstuhl der Zeit«, und Bücherlesen empfahl er als die »Chance, sein inneres Leben in ungeahnter Weise zu bereichern«. [Der Spiegel, 03.04.2000]
2.
Person im Hinblick darauf, wie pflichtbewusst, diszipliniert, unprätentiös sie einer geistigen, künstlerischen, sportlichen, handwerklichen o. ä. Tätigkeit nachgeht
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein unermüdlicher, fleißiger, gewissenhafter, akribischer Arbeiter
Beispiele:
Von Bergen galt nie als Talent. Sein Jugendtrainer sagte ihm einmal: »Du musst eins verstehen: Im Fussball gibt es Künstler und Arbeiter. Überleg dir, was du bist.« Und von Bergen dachte nach. »Ich wusste, wenn ich es einmal schaffen sollte, dann nur, weil ich hart arbeite, nicht wegen meines Talents«, sagt er heute. [Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2017]
Schauspieler Mark Wahlberg, 44, ist ein disziplinierter Arbeiter. Er steht jeden Morgen um drei Uhr früh auf. Nach einem ersten Frühstück – ein Eiweiß und Avocado – Training im eigenen Fitnessraum sowie ein Fitnessshake. [Welt am Sonntag, 03.01.2016]
Zanini ist in der schrillen Modewelt ein konzentrierter, präziser Arbeiter, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert. Er habe nie ein eigenes Modehaus haben wollen, sagt er. [Zeit Magazin, 07.11.2013]
Es kam ja auch im Film vor, daß Thomas Mann der Familie immer vorgelesen hat. Ich glaube aber nicht, daß jemand sich da eingemischt und etwas dazu gesagt hätte. Es ging nicht um Zusammenarbeit. Dazu war Thomas Mann ein viel zu einsamer und konzentrierter Arbeiter. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2001]
3.
biblisch nach Mt. 20,1–6
weiterführende enzyklopädische Informationen: Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, in: Bibelserver
a)
Phrasem:
Arbeiter im Weinberg des Herrn (= meist geistliche Person, die sich ganz in den Dienst Gottes (oder einer höheren Sache) stellt, ohne auf besondere Belohnung zu hoffen)
Beispiele:
Ich freue mich sehr, dass ich neben meinem ehrenamtlichen Engagement in der Pfarrgemeinde in Moosburg auch beruflich [als Verwaltungsleiter im Pfarrverband] meine Kraft als Arbeiter im Weinberg des Herrn einbringen kann. [Landshuter Zeitung, 24.10.2020]
Als das Konklave ihn [Kardinal Joseph Ratzinger] zum Nachfolger des Heiligen Petrus gewählt hatte, sagte er auf der Loggia des Petersdoms: »Ich bin nur ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn.« [Mittelbayerische, 19.06.2020]
Der Vikar sei ein fleißiger Arbeiter im Weinberg des Herrn gewesen, der sich vor allem sehr viel Zeit für Gespräche genommen habe. [Südkurier, 14.09.2015]
b)
Phrasem:
Arbeiter im Weinberg der, des … (= Person die unermüdlich für eine bestimmte Sache tätig ist)
Beispiele:
Andrews, ein unermüdlicher Arbeiter im Weinberg des Jazz, sammelte damals mit einem Kleinbus die begabtesten Musikschüler aus verstreuten Schulen für seine Multi School Jazz Band auf, um sie zu unterrichten und ihnen einen Weg jenseits der Gang‑Kriege zu weisen. [Neue Zürcher Zeitung, 12.02.2016]
Er war aber keiner, der ständig unter Strom stand, eher ein penibler und beseelter Arbeiter im Weinberg des Blues. Es gab halt gelegentlich Abstürze. Doch er berappelte sich immer wieder, hat bis zum Schluss wunderbare Musik geschrieben und legendäre Konzerte gespielt. [Leipziger Volkszeitung, 06.10.2014]
Er war ein demütiger Arbeiter im Weinberg des Textes – und weil er das war, hätte er diese Formulierung für kitschig gehalten. [Welt am Sonntag, 30.06.2013]
Versprochen wird uns eine Regierung, die ihr Herrschaftswissen vergemeinschaftet, Diener für den Bürger sein will; ein braver Arbeiter im Weinberg der Demokratie. [Der Tagesspiegel, 21.02.2013]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Arbeiter · Arbeiterklasse · Arbeiterbewegung · Arbeiterpartei
Arbeiter m. ‘wer körperlich oder geistig tätig ist’, mhd. arbeiter, arbeitman ‘Tagelöhner, Handwerker’. Seit dem 19. Jh. vorwiegend Bezeichnung für den abhängigen (da ohne Anteil an den Produktionsmitteln) Arbeitnehmer, der für seine Arbeitskraft entlohnt wird. Bei Marx und Engels wird Arbeiter seit 1860, ↗Proletarier (s. d.) zurückdrängend, zum bevorzugten Terminus für den Angehörigen der Arbeiterklasse. Sie bezeichnen damit den ausgebeuteten Lohnarbeiter unter kapitalistischen Verhältnissen als auch den von Ausbeutung befreiten und der herrschenden Arbeiterklasse angehörenden Werktätigen nach der sozialistischen Revolution. Wohl unter Einfluß von engl. those who live by wages, wie A. Smith die Klasse der den Reichtum der Gesellschaft vermehrenden Arbeiter nennt, entstehen im Dt. die Komposita Lohnarbeitsleute (1776) und später Lohnarbeiter (1796), das in dt. ökonomischen Schriften seit den 20er Jahren des 19. Jhs. geläufig wird. Arbeiterklasse f. Nach dem Muster von engl. class of labourers und labouring class, working class bildet das Dt. arbeitende Klasse (2. Hälfte 18. Jh.) und Arbeiter-Classe (1800; zuvor Pöbelklasse, 1792). Diese bezeichnen sowohl einzelne Berufsgruppen von Arbeitern als auch die Klasse der Lohnarbeiter insgesamt, das ↗Proletariat (s. d.). Durch Marx, der der Klasse der modernen Lohnarbeiter im Kampf um die Befreiung von Ausbeutung eine führende Rolle zuerkennt, findet Arbeiterklasse schnell Verbreitung, im Sozialismus definiert als ‘Klasse, die im Bündnis mit den Genossenschaftsbauern, der Intelligenz und anderen werktätigen Schichten die politische Macht ausübt’. Mit direktem Bezug auf englische Verhältnisse wird in den 40er Jahren des 19. Jhs. Arbeiterbewegung f. gebildet, nach dem Vorbild von engl. workingmen’s movement; engl. movement im Sinne einer ‘politischen Massenbewegung’ lehnt sich an frz. parti du mouvement an. Gleichzeitig wird die Zusammensetzung Arbeiterpartei f. geprägt. Zum gesamten Komplex Arbeit, Arbeiter vgl. G. Hagen Zum sachlichen und sprachlichen Einfluß der engl. polit. Ökonomie auf die deutsche im 18. u. 19. Jh. (masch.-schriftl. Diss. Berlin 1968) und E. Adelberg in: Zum Einfluß von Marx u. Engels auf die dt. Literatursprache (1978) 113 ff.

Thesaurus

Synonymgruppe
Arbeiter · ↗Lohnarbeiter  ●  Büezer  schweiz. · Hackler  österr. · ↗Malocher  ugs., salopp
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Arbeiter‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Arbeiter‹.

Zitationshilfe
„Arbeiter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Arbeiter>, abgerufen am 18.01.2021.

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