Arbeiterdenkmal, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Arbeiterdenkmal(e)s · Nominativ Plural: Arbeiterdenkmale/Arbeiterdenkmäler
WorttrennungAr-bei-ter-denk-mal
WortzerlegungArbeiterDenkmal
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2019

Bedeutungen

1.
die Arbeit glorifizierendes Standbild eines Arbeiters
Beispiele:
»Heinz ist für mich der Prototyp des einfachen Arbeiters, der in der Schweiz langsam, aber sicher verschwindet«, sagt Fischer. Jemand, der sein ganzes Leben lang denselben Job mache und keine Ambitionen habe, überhöht zu werden. Nun wurde er erhöht, und die nach ihm gestaltete Statue hat gewisse Züge eines sozialistischen Arbeiterdenkmals. [Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2016]
Dem Relief folgten Arbeiterdenkmäler in der ganzen Provinz. Vor allem die Statue von Jiao Yulu, einem Arbeiterhelden aus der Mao-Zeit, gefiel dem Gouverneur so gut, dass er […] 40 Kopien anfertigen ließ und diese an die Bezirksleiter der Kommunistischen Partei verteilte. [Der Spiegel, 17.02.2014, Nr. 8]
vergleichend Sein dichtes dunkles Haar trägt er [der Rentner] pomadig nach hinten gekämmt. Er sieht aus wie ein Arbeiterdenkmal, und das täuscht auch nicht. D[…] hat einundvierzig Jahre unter Tage gearbeitet. Wenn er sagt, »ich habe jede Zeche hier gesehen«, nimmt man ihm das sofort ab. [Berliner Zeitung, 16.08.2004]
Auf dem Rondell [des Andreasplatzes] befand sich das einzige Arbeiterdenkmal Deutschlands aus der wilhelminischen Ära. Es stellte einen Schmied mit seinem Sohn dar. [Berliner Zeitung, 20.09.1995]
2.
Denkmal (1) zur Erinnerung an denkwürdige Ereignisse, die den Arbeitskampf und Arbeitsalltag von Arbeitern betreffenQuelle: DWDS, 2019
Beispiele:
übertragen Eine aufgelassene Fabrikhalle, irgendwo im Ostteil Berlins: Ende September vergangenen Jahres feierte hier der »Vorwärts« seinen 125-jährigen Geburtstag. Der Abend verlief ganz so, wie sich die SPD und ihre Mitgliederzeitschrift zuletzt gefühlt haben müssen: Man schmauste in einem Arbeiterdenkmal, von dem 1932 der legendäre BVG-Streik ausging – und schmauchte dicke karibische Zigarren. [Die Welt, 27.02.2002]
Es [das Gipsrelief] bezieht sich auf die vielen namenlosen Arbeiter, die beim Bau des Eisenbahntunnels durch den St. Gotthard mitgewirkt haben, und zeigt Mineure, die ihren toten Kollegen auf einer Bahre aus dem Stollen wegschaffen. Zwei Jahre nach Velas Tod ließ die Galleria d’Arte Moderna in Rom einen Abguß von dem Arbeiterdenkmal anfertigen, der […] auf der Weltausstellung von 1900 in Paris gezeigt wurde. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2001]
In Begleitung seines Gastgebers besuchte der Präsident das 1980 errichtete Arbeiterdenkmal vor der Danziger Leninwerft, das an die Opfer der Niederschlagung der Arbeiteraufstände von 1970 erinnert. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1989]]
3.
umgangssprachlich, scherzhaft jmd., der (statt seine Arbeit zu verrichten) untätig dasteht
Beispiele:
… der Trupp Gärtner vom Stadtgartenamt. Die sind dabei, Grünflächen frühlingsfein zu machen. Einer steht neben der offenen Fahrertür des Pritschenwagens, raucht eine Zigarrette und starrt Löcher in die Luft. Zwei andere sind mit Abladen von Material beschäftigt, ein Vierter versucht auf der anderen Seite des Autos, irgendeine Maschine in Gang zu setzen. Das klappt nicht so recht, anscheinend ist der Tank leer. Also ruft er dem Träumer zu: He, Du Arbeiterdenkmal, tu was für dein Geld, hol mal den Reservekanister … [Und dann war da noch…, 13.04.2015, aufgerufen am 18.12.2018]
In Thüringen herrscht mittlerweile vermutlich Vollbeschäftigung – zumindest stützten sich an der 20 Kilometer langen Baustelle auf der A9 bereits zwei Arbeiterdenkmäler auf ihre Schaufeln – das sind 100% mehr als beim letzten Mal. [Tag 17952, 08.11.2013, aufgerufen am 18.12.2018]
Als ihm das Kranksein […] nicht mehr behagte, zog er sich seinen guten Sonntagsanzug an und stolzierte mit seinem Gipsarm zur Baustelle. Dort erstieg er einen Sandhaufen und forderte von seinen Kollegen mit lauter Stimme mehr Fleiß und Arbeitsfreude. […] »Los, los, steht nich rum und bildet hier keene Arbeiterdenkmäler, ihr trüben Tassen!« schrie Paul. [Berliner Zeitung, 27.09.1956]
Zitationshilfe
„Arbeiterdenkmal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Arbeiterdenkmal>, abgerufen am 19.02.2020.

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