Arbeitsmigrant, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Arbeitsmigranten · Nominativ Plural: Arbeitsmigranten
Aussprache [ˈaʁbaɪ̯ʦmiˌgʀant]
Worttrennung Ar-beits-mi-grant · Ar-beits-mig-rant
Wortzerlegung ArbeitMigrant
Wortbildung  mit ›Arbeitsmigrant‹ als Erstglied: ↗Arbeitsmigrantin
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

jmd., der seine Heimat verlässt, um in einem anderen Land (oder einer anderen Region) mit deutlich besseren Verdienst- und Arbeitsbedingungen eine Beschäftigung zu suchen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: illegale, qualifizierte, türkische, polnische Arbeitsmigranten
in Koordination: Arbeitsmigranten und Flüchtlinge, Aussiedler, Asylbewerber
als Prädikativ: als Arbeitsmigrant [in ein Land] kommen
Beispiele:
Bis zu 1,5 Millionen Arbeitsmigranten haben Georgien seit dessen Unabhängigkeit verlassen. Sie pflegen heute Menschen in Griechenland, putzen Läden in Italien oder reparieren Autos in Russland. Arbeitslosigkeit ist das Hauptproblem in Georgien[…]: Offiziell fänden 14 von 100 Georgiern keine Arbeit, tatsächlich seien es aber 55 bis 60. [Süddeutsche Zeitung, 07.07.2007]
In Polen leben Schätzungen zufolge fast zwei Millionen Ukrainer. Die meisten von ihnen sind Arbeitsmigranten, nur einige Hundert sind anerkannte Asylbewerber. Die prosperierende Wirtschaft des Landes ist auf Arbeitskräfte aus dem Ausland stark angewiesen. [Welt am Sonntag, 23.12.2018, Nr. 51]
Seit den 90er‑Jahren halten Arbeitsmigranten die Wirtschaft des Inselreiches mit am Laufen – sie machen mittlerweile ein Drittel der Bevölkerung der Malediven aus: rund 100.000 offiziell registrierte Arbeitsmigranten, dazu geschätzt weitere 60.000 undokumentierte Arbeiter aus dem Ausland. [Die Welt, 15.10.2018]
Die deutschen Erfahrungen mit der Anwerbung von Gastarbeitern zeigen […], daß die Bereitschaft zur freiwilligen Rückkehr […] nur dann in ausreichendem Maße gegeben ist, wenn das wirtschaftliche und soziale Gefälle zwischen Herkunfts‑ und Zielland der Arbeitsmigranten nicht dauerhaft groß bleibt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2006]
Weil er als Arbeitsmigrant [in der chinesischen Küstenstadt] mit umgerechnet 250 Mark im Monat ein Vielfaches seines ehemaligen Fabrikarbeiterlohns im Hinterland verdient und noch dazu das milde Küstenklima genießt, wähnt sich der arme Mann bereits im Paradies. [Die Zeit, 03.02.2000, Nr. 6]
Die Uno hat Illegale aus ihrem Wortschatz verbannt und spricht von migrant workers without documents, also Arbeitsmigranten ohne Papiere. [Die Zeit, 25.06.1998, Nr. 27]
In New York […] können die ankommenden Arbeitsmigranten neben ihren Verwandten und Bekannten mit einem ausgefeilten Netz von informellen Unterstützungsgruppen, spezialisierten Dienstleistern und Solidaritätsorganisationen rechnen (Anwaltsbüros, Hilfs‑Komitees bestimmter Ethnien oder Regionen etc.). [Beck, Ulrich: Was ist Globalisierung?, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997, S. 60]

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
  • (deutsch) mit ausländischen Wurzeln · (jetzt) (einen) deutschen Pass haben · Deutscher geworden · auslandsstämmig · eingebürgert (in Deutschland) · mit Migrationshintergrund
  • Saisonarbeiter · ↗Wanderarbeiter · befristet Beschäftigter  ●  Heuerling  historisch · Heuermann  historisch · Saisonier  schweiz., österr. · Saisonnier  schweiz., österr.
  • (Person) mit Migrationshintergrund · (Person) mit ausländischen Wurzeln · Ausländischer Mitbürger · ↗Fremdling · Fremdstämmiger · ↗Migrant  ●  ↗Ausländer  Hauptform · ↗Gastarbeiter  veraltet · ↗Kanake  derb, abwertend · ↗Tschusch (meist abwertend)  ugs., österr.

Typische Verbindungen zu ›Arbeitsmigrant‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Arbeitsmigrant‹.

Zitationshilfe
„Arbeitsmigrant“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Arbeitsmigrant>, abgerufen am 26.09.2020.

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