Arbitrage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Arbitrage · Nominativ Plural: Arbitragen
Aussprache
WorttrennungAr-bi-tra-ge · Ar-bit-ra-ge
Herkunftvon arbitragefrz ‘Gutdünken, freies Ermessen’
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
Völkerrecht, Handelsrecht, Seerecht Klärung eines Rechtsstreits durch ein Schiedsgericht (1)
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Manila hatte den nach der UN-Konvention zum Seerecht (Unclos) eingerichteten Internationalen Gerichtshof in Den Haag zur Arbitrage angerufen. Den Haag soll über Pekings Ansprüche auf die Spratly-Inseln und besonders auf das den Philippinen vorgelagerte Scarborough-Atoll entscheiden. [Die Welt, 12.06.2014]
Jede Schiedsgerichtsvereinbarung (Arbitrage), gleichgültig wo das Gericht angesiedelt und wie es zusammengesetzt ist, schafft einen neuen Rechtsraum, der Europarecht und die nationalen Gesetze aufhebt. Es gilt ausschließlich der Inhalt des Vertrages, […] egal wie er genannt wird. [Die Welt, 14.10.2015]
So gilt es, das Schiedsgericht auszuwählen und den Gegenstand der Arbitrage. Slowenien würde gerne die gesamte 600 Kilometer lange Grenze zum Gegenstand der Arbitrage machen, während Kroatien den Schiedsrichtern nur die umstrittenen Teile der Grenze unterbreiten will. [Der Standard, 12.09.2005]
übertragen Das [Handball-]Team von Trainer Costantini war bei einigen Penaltyentscheiden und Strafen auf eine wohlwollende Arbitrage durch die Dänen Boje und Jensen angewiesen. [Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2001]
Kernstück des [türkischen] Reformpakets ist die Einführung einer internationalen Schiedsgerichtsbarkeit bei Streitfällen um Konzessionsbedingungen und Konzessionsverträgen, an denen ausländisches Kapital beteiligt ist. Eigentlich sollte dies keine Sensation sein, schließlich unterwerfen sich die meisten Staaten der Welt in solchen und ähnlichen Fällen einer derartigen Arbitrage. [Süddeutsche Zeitung, 17.08.1999]
Die sowjetisch-amerikanische Kommission wird verhandeln über ein allgemeines Handelsabkommen mit optimaler gegenseitiger Begünstigung; – ein Abkommen über gegenseitige Gewährung von Staatskrediten; […] – ein Abkommen über die Verfahrensweise bei der Lösung von Handelsstreitigkeiten mittels Arbitrage. [Neues Deutschland, 27.05.1972]
2.
Börsenwesen, Wirtschaft kurzfristige Ausnutzung von Kurs-, Preis- oder Zinsunterschieden in Börsen-, Bank- und Handelsgeschäften zur Erzielung von Gewinn bei geringem Verlustrisiko
Beispiele:
Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist der Gewinn, der allein durch die Arbitrage, also das Ausnutzen von Preisunterschieden, entsteht. [Süddeutsche Zeitung, 27.09.2012]
Arbitrage nennt man es, wenn Anleger den Umstand ausnutzen, daß die gleichen Wertpapiere nicht immer und überall denselben Kurs haben. [Die Zeit, 15.10.1998, Nr. 43]
Sind die Zinsen in einem Land höher als im anderen, betreiben die Anleger Arbitrage (sie verschulden sich im Land der tieferen Zinsen, legen das Geld im Land mit den höheren Zinsen an und sichern das Wechselkursrisiko am Terminmarkt ab), wodurch der Wechselkurs reagiert und die Zinsparität wieder hergestellt wird. [Neue Zürcher Zeitung, 10.12.2016]
Die Arbitrage ist des Händlers Liebling: ein Gut billig irgendwo erwerben, es teuer woanders weiterverkaufen – so machen Profis Millionen. Ganz offensichtlich funktioniert das auch am Strommarkt. [Süddeutsche Zeitung, 17.02.2012]
Wie schon der Moralphilosoph Adam Smith schrieb, ist dem Menschen eine Neigung zu Handel und Arbitrage schlicht eigen. [Die Welt, 10.10.2008]
Diese Unternehmen kaufen gegen deutliche Abschläge auch die faulsten Kredite, um danach selbst mit geringsten Arbitragen noch Gewinne einzufahren. [Die Zeit, 16.06.2005, Nr. 25]
Zitationshilfe
„Arbitrage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Arbitrage>, abgerufen am 13.12.2019.

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