Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Aristokratie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aristokratie · Nominativ Plural: Aristokratien
Aussprache 
Worttrennung Aris-to-kra-tie
Wortbildung  mit ›Aristokratie‹ als Erstglied: aristokratisch  ·  mit ›Aristokratie‹ als Letztglied: Arbeiteraristokratie · Feudalaristokratie · Finanzaristokratie · Geburtsaristokratie · Geistesaristokratie · Geldaristokratie · Hocharistokratie · Hofaristokratie · Landaristokratie · Militäraristokratie · Priesteraristokratie
Herkunft aus aristokratíagriech (ἀριστοκρατία) ‘Herrschaft der Besten, der Edelsten’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [historisch] adelige Oberschicht mit besonderen Vorrechten, Adelsstand
  2. 2. [gehoben] Würde, Adel
eWDG

Bedeutungen

1.
historisch adelige Oberschicht mit besonderen Vorrechten, Adelsstand
Beispiele:
die Fürsten waren die Spitzen der Aristokratie
die Aristokratie erhob sich gegen die Krone
der Dünkel, Hochmut der Aristokratie
2.
gehoben Würde, Adel
Grammatik: meist im Singular
Beispiel:
die Aristokratie seiner Gesinnung, des Wesens
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Aristokratie · aristokratisch · Aristokrat
Aristokratie f. ‘Herrschaft einer durch Geburt und Besitz privilegierten Minorität, Adel als herrschende Klasse bzw. privilegierte Oberschicht’. Das griech. Kompositum aristokratía (ἀριστοκρατία) ist nach dem Vorbild des sprachlich älteren dēmokratía (δημοκρατία) ‘Volksherrschaft’ entstanden; vgl. Debrunner in: Festschr. Tièche (1947) 14 f. aristokratia bezeichnet eine für das antike Griechenland typische Staatsform, und zwar die der Demokratie entgegengesetzte Oligarchie, d. h. Ausübung der Staatsmacht durch Angehörige einiger weniger privilegierter Familien. Als ‘Herrschaft der Besten, der Edelsten’ stellt aristokratía die regierende Schicht als besonders befähigt dar; griech. áristos (ἄριστος) ist Superlativ zu agathós (ἀγαθός) ‘gut, edel’. Der Ausdruck, im Interesse einer regierenden Adelspartei geprägt, tritt idealisierend an die Stelle des in Mißkredit geratenen oligarchía (ὀλιγαρχία), wörtlich ‘Herrschaft der Wenigen’ (s. Oligarchie). Über spätlat. aristocratia gelangt das griech. Wort ins Dt. (Anfang 16. Jh.), erscheint hier in theoretisierenden Erörterungen über Staatsformen und wird daneben seit spätfeudalistischer Zeit (17. Jh.) eine Bezeichnung für die Gesamtheit des Adels. Davon abgeleitet aristokratisch Adj. ‘die Aristokratie betreffend’, als ‘vornehm, edel’ auch in bezug auf Gesinnung und Wesen (17. Jh.), entsprechend gleichbed. griech. aristokratikós (ἀριστοκρατικός); Aristokrat m. ‘Angehöriger der Aristokratie’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Adel · Aristokratie · Oberschicht
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Aristokratie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aristokratie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Aristokratie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Früher hatte nur die Aristokratie ein Recht auf diese kleinen Momente der Schönheit. [Die Zeit, 18.07.1997, Nr. 30]
Gegen die noch schwache Bourgeoisie spielt man die schon geschwächte Aristokratie aus. [konkret, 1990]
Unter der neuen Aristokratie hatte er nichts mehr zu suchen. [Die Zeit, 18.02.2013, Nr. 07]
Die britische Aristokratie war schon immer gut darin, sich mit frischem Geld zu versorgen. [Die Zeit, 02.05.2011, Nr. 18]
Römische und englische Aristokratie zeigen in ihrer sozialen Lage manche Ähnlichkeit. [Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 199]
Zitationshilfe
„Aristokratie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aristokratie>.

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