Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Asche, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Asche · Nominativ Plural: Aschen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Asche‹ als Erstglied: Aschbecher · Aschebahn · Aschebecher · Ascheeimer · Aschegrube · Ascheimer · Aschekasten · Aschekübel · Aschenbahn · Aschenbecher · Aschenbrödel · Ascheneimer · Aschengrube · Aschenkasten · Aschenkrug · Aschenkübel · Aschenplatz · Aschenputtel · Aschenregen · Aschenschale · Aschenschaufel · Aschepartikel · Ascheplatz · Ascheregen · Aschermittwoch · Aschewolke · Aschgrube · Aschkasten · Aschkübel · aschblond · aschfahl · aschfarben · aschgrau · aschig
 ·  mit ›Asche‹ als Letztglied: Bleiasche · Holzasche · Knochenasche · Kohlenasche · Pottasche · Tabakasche
 ·  mit ›Asche‹ als Grundform: aschen  ·  formal verwandt mit: veraschen
eWDG

Bedeutung

pulveriger Rückstand verbrannter Materie
Beispiele:
glühende, verglimmende Asche
Asche abfahren, bei Glatteis streuen
zu Asche zerfallen
die Asche (von der Zigarette) abstreifen
ein Gebäude, eine Stadt in Schutt und Asche legen (= niederbrennen, zerstören)
Physikradioaktive Asche
dichterischFriede seiner Asche! (= Friede dem Toten!)
dichterischer schwor bei der Asche seiner Väter [ Immerm.Münchh.3,144]
gehoben, bildlich
Beispiele:
wie ein Phönix aus der Asche steigen (= verjüngt, neubelebt wieder erstehen)
in Sack und Asche gehen (= Buße tun, trauern)
veraltendsich [Dativ] Asche aufs Haupt streuen (= Buße tun)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Asche · einäschern · Einäscherung · Aschenbrödel · Aschenputtel · Aschermittwoch
Asche f. ‘Rückstand eines Brandes’, ahd. asca (8. Jh.), mhd. asche, esche, mnd. asche, mnl. assce, nl. as, aengl. æsce, æxe, engl. (Plur.) ashes, anord. schwed. aska führen auf eine Gutturalerweiterung ie. *azg- der Wurzel ie. *hā̌s- ‘glühen, Herd’, zu der auch nhd. Esse (s. d.) sowie außergerm. aind. ā́saḥ ‘Asche, Staub’, hethit. hašša- ‘Asche’, lat. āra ‘Brandaltar, Opferstätte’, ārēre ‘trocken, dürr sein’, āridus ‘trocken, dürr’, ārea ‘freier Platz, Fläche, Tenne’ (eigentlich ‘ausgebrannte, trockene Stelle’) sowie (über eine Dentalerweiterung) griech. ázein (ἄζειν) ‘trocknen, dörren’, azaléos (ἀζαλέος) ‘dürr, trocken’ (s. Azalee) gehören. einäschern Vb. ‘in Asche legen, niederbrennen’ und Einäscherung f. (beide 16. Jh.; im 16. Jh. auch einäschigen); seit Anfang des 20. Jhs. bezeichnen Verb und Substantiv vornehmlich den Vorgang der Feuerbestattung. Aschenbrödel, landschaftlich Aschenputtel n. ‘wer niedrige Arbeit tut und nicht beachtet wird’, mhd. aschenbrodele m. ‘Küchenjunge’, zu brodeln bzw. putteln, buddeln (s. d.) in der mundartlichen Bedeutung ‘wühlen, stauben’. Aschermittwoch m. ‘Tag nach Fastnacht und Beginn der Fastenzeit’, wo den katholischen Gläubigen Asche als Symbol der Vergänglichkeit und Buße aufs Haupt gestreut oder auf die Stirn gestrichen wird. Die Zusammensetzung bewahrt eine (vorwiegend südd.) Nebenform Ascher m. und tritt im 14. Jh. neben gleichbed. mhd. aschtac, das die Literatursprache im 16. Jh. aufgibt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Geld  ●  klingende Münze  fig. · Asche  ugs. · Bimbes  ugs. · Chlübis  ugs., schweiz. · Devisen  ugs. · Diridari  ugs., bairisch · Eier  ugs. · Euronen  ugs. · Flöhe  ugs. · Forinthen  ugs. · Heu  ugs. · Kies  ugs. · Klicker  ugs. · Klöpse  ugs. · Knack  ugs. · Knete  ugs. · Kohle  ugs. · Koks  ugs. · Krönchen  ugs. · Kröten  ugs. · Lehm  ugs. · Mammon  geh., abwertend, biblisch · Marie  ugs. · Moneten  ugs. · Moos  ugs. · Murmeln  ugs. · Mäuse  ugs. · Möpse  ugs. · Ocken  ugs. · Patte  ugs. · Penunse  ugs. · Penunze  ugs. · Piepen  ugs. · Pinke  ugs. · Pulver  ugs. · Radatten  ugs. · Rubel  ugs. · Rubelchen  ugs. · Räppli  ugs., schweiz. · Scheinchen  ugs. · Scheine  ugs. · Schlotten  ugs. · Schotter  ugs. · Steine  ugs. · Zaster  ugs. · Öcken  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Asche · Brandrückstand · Schlacke · Verbrennungsrückstand
Militär
Synonymgruppe
NVA  historisch · Nationale Volksarmee  historisch · Asche  ugs., DDR, veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Arbeiter- und Bauern-Staat · Deutsche Demokratische Republik · Mitteldeutschland · Sowjetzone  ●  DDR  Abkürzung, Hauptform · SBZ  abwertend, Abkürzung · Sowjetische Besatzungszone  abwertend · Der Dumme Rest  derb, ironisch · Ostdeutschland  ugs. · Ostzone  derb · Zone  derb

Typische Verbindungen zu ›Asche‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Asche‹.

Verwendungsbeispiele für ›Asche‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem muß man sich ständig um die Beseitigung der Asche kümmern. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 362]
Ihre Augen sahen ohne die Gläser wie braune Asche aus. [Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 31]
Jan Hus stieg für sein Volk aus der Asche empor. [Die Zeit, 14.01.1999, Nr. 3]
Er hat gelebt, er hatte blendende Ideen, und seine Asche glüht noch. [konkret, 2000 [1998]]
Von der weißen Farbe bleibt nichts nach, kein Kalk, kein Mehl, keine hellgraue Asche. [Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 128]
Zitationshilfe
„Asche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Asche>.

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