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Aspik, der oder das

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Aspiks · Nominativ Plural: Aspike · wird selten im Plural verwendet
Nebenform selten Aspik · Substantiv (Neutrum) · wird selten im Plural verwendet
Aussprache  [ˈaspɪk] · [asˈpiːk] · [asˈpɪk]
Worttrennung As-pik
Herkunft aus gleichbedeutend aspicfrz
Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
durch Auskochen von Fleisch‍(knochen) oder Fisch gewonnene oder mit Gelatine hergestellte säuerliche Gallerte für die Zubereitung bestimmter Speisen (besonders Sülze)
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: Aal, Schweinezunge in Aspik
Beispiele:
Gelee, das durch Auskochen von Schweinskopf, Kalbsknochen usw. gewonnen oder mit Hilfe von Gelatine bereitet wird, trägt in der Fachsprache die Bezeichnung Aspik […]. [[o. A.]: Wir kochen gut. Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 268]
Gemüse‑Mayonnaise‑Salat in kleinen Förmchen, mit Eischeiben, Fisch oder Fleisch garniert und mit einer dünnen Schicht Aspik bedeckt – das nennen wir in Österreich »Gabelbissen«: ein kleines Gericht für zwischendurch, das mit der Gabel verzehrt wird. [linzersmileys, 27.03.2016, aufgerufen am 05.03.2019]
Für das Aspik die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen. [linzersmileys, 27.03.2016, aufgerufen am 06.03.2019]
Sie beschließt, ein gesünderes Leben zu führen. […] Sie verzichtet auf Fett. Aufs Brötchen kommt Putenbrust, Hähnchen in Aspik oder Marmelade mit Süßstoff. [Der Spiegel, 04.09.2006]
Solange der Aspik noch flüssig, aber schon abgekühlt ist, mischt man ihn mit reichlich Mayonnaise und bestreicht damit die Filets. [Schwarz, Peter-Paul (Hg.): Gepflegte Gastlichkeit. Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 149]
2.
Kochkunst Speise aus Fleisch-, Geflügel-, Fisch- oder Gemüsestückchen, die in Aspik (1) eingelegt sind
Synonym zu Sülze
Beispiele:
Nach drei Stunden im köchelnden Sud geben die [Schweine-]Füsse alles her, was sie zu bieten haben: viel knackige Haut, kleine Stücke feuchten Fleisches und natürlich massenweise klebrige Gelatine – ein Ensemble, aus dem sich ohne Mühe ein Aspik zaubern lässt[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2016]
Einige [Aspik-]Gerichte sind Aal, Krebse oder Krabben in Gelee sowie Aspike aus Fleisch von Schlachttieren oder Geflügel. [Neumann, Heinz / Scharfe, Adolf: Gekonnt serviert. Berlin: Verl. Die Wirtschaft 1967, S. 54] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Aspik m. n. ‘säuerliches Gelee als Überzug von Fleisch-, Fisch- u. a. Speisen’ (2. Hälfte 19. Jh.). Als Terminus der Kochkunst Übernahme von gleichbed. frz. aspic. Hundert Jahre zuvor ist das frz. Wort bezeugt für „eine Art Gelee oder Gallert, die mit vielen bunten Farben ausgelegt und geziert ist“ (Schmidlin, Catholicon, 1771); entsprechend heißen in damaliger Zeit bunt angerichtete Soßen und Ragouts sauces, ragoûts à l’aspic. Ob, wie immer wieder erwogen wird, der auf die farbigen Muster der Gerichte zielende Ausdruck sich von frz. aspic ‘Schlange’ und damit letztlich von gleichbed. lat. aspis und griech. aspís (ἀσπίς), dem Namen der ägyptischen Kobra, herleitet, bleibt fraglich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aspik · Sulz · Sülze
Oberbegriffe
Zitationshilfe
„Aspik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aspik>.

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