Assimilation, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Assimilation · Nominativ Plural: Assimilationen
Aussprache
WorttrennungAs-si-mi-la-ti-on
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Assimilation‹ als Erstglied: ↗assimilationsfähig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Angleichung, Anpassung
Beispiele:
die Assimilation an die Umwelt
eine teilweise, vollständige Assimilation
die Assimilation kleinerer Staaten an größere
Sprachwissenschaft Lautangleichung
Gegenwort zu Dissimilation
Beispiel:
›Lamm‹ ist aus der älteren Form ›lamb‹ durch Assimilation von b an m entstanden
2.
Biologie Aufnahme und Umwandlung von Nahrungsstoffen
Gegenwort zu Dissimilation
Beispiel:
Traubenzucker und Stärke sind Hauptprodukte der Assimilation von Kohlensäure in Pflanzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

assimilieren · Assimilation
assimilieren Vb. ‘angleichen, anpassen, verschmelzen’, entlehnt (2. Hälfte 18. Jh.) aus lat. assimilāre (häufiger assimulāre), einer mit ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’ präfigierten Intensivform von lat. similāre (simulāre) ‘ähnlich machen, angleichen, nachahmen, vortäuschen’ (s. ↗simulieren). Der allgemeinen Bedeutung folgen mehrere fachsprachliche Verwendungen; in der Sprachwissenschaft ‘einen Laut an einen benachbarten angleichen’, in der Biologie ‘aufgenommene Substanz in körpereigene Stoffe verwandeln’, in der Psychologie ‘neue Vorstellungen mit vorhandenen verschmelzen’. Assimilation f. ‘Angleichung, Anpassung’ (2. Hälfte 18. Jh.), lat. assimilātio (neben assimulātio, Genitiv assimulātiōnis) ‘Ähnlichmachung’; in allgemeiner und fachsprachlicher Verwendung entsprechend dem Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
Angleichung · ↗Anpassung · Assimilation · ↗Assimilierung
Unterbegriffe
  • Zwangsassimilation · Zwangsassimilierung
Assoziationen
  • Assimilationspolitik · Assimilierungspolitik

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akkulturation Antisemitismus Ausgrenzung Auswanderung Dissimilation Einwanderer Einwanderung Emanzipation Holocaust Integration Jude Judentum Kernwert Leitkultur Orthodoxie Selbstbehauptung Symbiose Zionismus Zusammenleben erzwungen fortschreiten fortschreitend geglückt gelungen gescheitert jüdisch kulturell sprachlich verwechseln vollständig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Assimilation‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beim Buchstabieren von Integration kommt am Ende allzu oft Assimilation heraus.
Der Tagesspiegel, 30.06.2003
Haben die Jahre 1933 bis 1945 das Experiment der Assimilation widerlegt?
Die Welt, 09.06.2000
Aber dieser Platz hätte bezahlt werden müssen mit wirklicher Assimilation, nämlich mit Untergang.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 119
So gab es für ihn in seiner Jugend keine Assimilation.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 307
Die Wirkung der Assimilation erkennen wir nur dann, wenn der Aufbau den Zerfall übertrifft, als Wachstum.
Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 381
Zitationshilfe
„Assimilation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Assimilation>, abgerufen am 21.03.2019.

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