Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Astronomie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Astronomie · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [astʀonoˈmiː]
Worttrennung As-tro-no-mie · Ast-ro-no-mie
Wortzerlegung astro- -nomie
Wortbildung  mit ›Astronomie‹ als Erstglied: astronomisch  ·  mit ›Astronomie‹ als Letztglied: Infrarotastronomie · Röntgenastronomie · Satellitenastronomie
 ·  formal verwandt mit: Astronom
Herkunft zu astronomíagriech (ἀστρονομία) ‘Sternkunde’
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

Stern-, Himmelskunde als exakte Naturwissenschaft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Astronom · Astronomie · astronomisch
Astronom m. ‘Fachmann auf dem Gebiet der Astronomie’; Astronomie f. ‘wissenschaftliche Stern-, Himmelskunde’ Griech. astronómos (ἀστρονόμος) m. ‘Sternkundiger’, astronomía (ἀστρονομία) f. ‘Sternkunde’ sind jüngere Bildungen als die zunächst gleichbed. griech. Komposita astrológos, astrología (s. Astrologe sowie -nom, -nomie). In der Antike bleiben die griech. Bezeichnungen auf -nómos, -nomía ebenso wie ihre lat. Entlehnungen auf die mit exakten Methoden betriebene Sternkunde beschränkt. Im Mittelalter umfassen auch sie den Bereich der Sterndeutung. Das heißt, von nun an können beide Wörter, lat. astronomia und lat. astrologia, wie alle ihnen zugehörenden Bildungen unterschiedslos sowohl auf die Sternkunde wie auf die Sterndeutung bezogen werden; sie gelangen in dieser Ambiguität in eine Reihe europ. Sprachen und finden im Dt. erst während des 17. Jhs. zu ihrer heutigen inhaltlichen Trennung. Der Sprachgebrauch Keplers dürfte von maßgeblichem Einfluß darauf gewesen sein. Die lautliche Entwicklung verläuft ähnlich wie bei den Komposita auf -loge, -logie: Entlehnung in mhd. Zeit als astronomus (älter astronomierre) m. und astronomīe f. Bis ins 18. Jh. hinein absolute Vorherrschaft der lat. Endungen und der lat. Flexion beim Maskulinum, häufiges Vorkommen lat. Endungen beim Femininum. – astronomisch Adj. (Anfang 16. Jh.), nach dem Vorbild von griech. astronomikós (ἀστρονομικός), lat. astronomicus und wie astrologisch (s. d.) zunächst in doppelter Bedeutung gebraucht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • kosmologisches Postulat · kosmologisches Prinzip
  • Astronom · Sternforscher  ●  Sternengucker ugs.
  • Europäische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre · Europäische Südsternwarte  ●  ESO Abkürzung

Typische Verbindungen zu ›Astronomie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Astronomie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Astronomie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine die neuesten Erkenntnisse berücksichtigende kritische Geschichte der chinesischen Astronomie in einer westlichen Sprache gibt es noch nicht. [Franke, Herbert: Sinologie, Bern: A. Francke 1953, S. 183]
Und drittens waren sie in der Astronomie ihrer Zeit voraus. [Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 6838]
Die deutsche Astronomie hat im internationalen Vergleich einen guten Stand. [o. A.: Astronomie. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1999]]
Uwe Posts Passion war bis vor kurzem die extragalaktische Astronomie. [C’t, 1997, Nr. 8]
Auch sind wir ihm so wichtig, dass er noch ein zusätzliches Fach übernommen hat, nämlich Astronomie. [Die Zeit, 28.06.2007, Nr. 27]
Zitationshilfe
„Astronomie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Astronomie>.

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