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Asyl, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Asyl(e)s · Nominativ Plural: Asyle
Aussprache
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Unterkunft für Notleidende
Beispiele:
ein Asyl für Obdachlose
Wenn du dich nicht bald zusammennimmst, wirst du ins Asyl gehen müssen [DöblinAlexanderpl.144]
2.
Freistatt, Zufluchtsort
Beispiele:
ein festes, sicheres Asyl haben, finden, suchen
jmdm. Asyl geben, gewähren, das Asyl verweigern
der Flüchtling bat um (politisches) Asyl
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Asyl n. ‘Zufluchtsort für Verfolgte, Bedrängte’ bezeichnet ursprünglich den unverletzlichen Ort, das Heiligtum, in dessen Schutz der Zufluchtsuchende vor jedem Zugriff sicher ist. Griech. ásȳlon (ἄσυλον) wird durch Entlehnung zu lat. asȳlum und gelangt in dieser Form zu Beginn des 16. Jhs. ins Dt., verliert die lat. Endung aber erst gegen Ende des 18. Jhs. Zu griech. ásȳlos (ἄσυλος) ‘unberaubt, sicher’, sȳ́lon (σῦλον) ‘Raub’. Asyl bezeichnet seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. auch öffentliche Einrichtungen zur (vorübergehenden) Unterkunft Obdachloser (s. ↗obdachlos).

Thesaurus

Synonymgruppe
Sammelunterkunft · ↗Wohnheim  ●  Asyl  veraltet
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Asyl · ↗Fluchtpunkt · ↗Schutzort · ↗Zuflucht · ↗Zufluchtsort · ↗Zufluchtsstätte
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschiebeschutz Abschiebung Anrecht Anspruch Antrag Bleiberecht Einwanderung Erstantrag Garantie Gewährung Grundrecht Individualgrundrecht Individualrecht Migration Obdachlose Recht Rechtsanspruch Verfolgter Zuwanderung ansuchen beantragen begehren bitten erbitten ersuchen gewähren nachsuchen politisch vorläufig währen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Asyl‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Streiten würde man sich am Ende wieder einmal über das Recht auf Asyl.
Die Zeit, 19.02.2001, Nr. 08
Da sind wir mit unserem Grundrecht auf Asyl weltweit allein.
Der Tagesspiegel, 21.06.2000
Wer aber in seinem Land verfolgt wird, soll weiter Asyl erhalten.
Süddeutsche Zeitung, 26.02.1996
Wenn du dich nicht bald zusammennimmst, wirst du ins Asyl gehen müssen.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 142
Wenn ich mich recht erinnere, war ursprünglich nur von vorübergehendem Asyl und zwischengelagerten Möbeln die Rede.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 261
Zitationshilfe
„Asyl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Asyl>, abgerufen am 22.09.2018.

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