Atem, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Atems · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Atem‹ als Erstglied: ↗Atembeklemmung · ↗Atembeobachtung · ↗Atembeschwerden · ↗Atembewegung · ↗Atemfrequenz · ↗Atemgymnastik · ↗Atemholen · ↗Atemkontrolle · ↗Atemkraft · ↗Atemluft · ↗Atemmaske · ↗Atemmuskulatur · ↗Atemnot · ↗Atempause · ↗Atemregler · ↗Atemschutz · ↗Atemspende · ↗Atemstillstand · ↗Atemstoß · ↗Atemtechnik · ↗Atemtätigkeit · ↗Atemweg · ↗Atemzentrum · ↗Atemzug · ↗Atemübung · ↗atemberaubend · ↗atemlos · ↗atemraubend
 ·  mit ›Atem‹ als Letztglied: ↗Feueratem · ↗Lebensatem  ·  formal verwandt mit: ↗kurzatmig · ↗langatmig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
die durch die Lungen eingeatmete und wieder ausgeatmete Luft
Beispiele:
frischer, warmer, heißer Atem
dichterischsüßer, balsamischer Atem
stinkender, fauler, verpesteter, giftiger, unerträglicher Atem
der feurige Atem des Drachen
tief Atem holen, schöpfen
den Atem einziehen
den Atem anhalten, zurückhalten, ausstoßen, verlieren
jmds. Atem geht stoßweise, heftig, rasch, hastig, leicht, pfeifend, rasselnd
jmdm. wird der Atem knapp
jmdm. stockt, versagt, vergeht der Atem
der Atem geht, bleibt jmdm. aus, steht jmdm. still
etw. verschlägt, (be)nimmt, beengt, beklemmt jmdm. den Atem
Angst presst, schnürt ihm den Atem ab
außer Atem sein, kommen, geraten
nach Atem ringen
zu Atem kommen
O welche Lust, in freier Luft / Den Atem leicht zu heben [BeethovenFidelioI 9]
bildlich
Beispiele:
da hielt die Welt den Atem an
umgangssprachlichder Commercial Bank ... gehe langsam der Atem aus (= sie habe bald keine Mittel mehr) [BrechtDreigroschenroman223]
2.
das Atmen
Beispiele:
tiefer, kurzer, leiser, leichter, schwerer, starker, schwacher, freier, gehemmter, beklommener Atem
mit keuchendem, fliegendem Atem ankommen
auf den Atem des Schlummernden lauschen
der Atem setzt aus
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
jmdn. in Atem halten (= jmdm. keine Ruhe lassen)
jmdn. nicht zu Atem (= zur Ruhe) kommen lassen
er hat den längsten Atem (= seine Kraft reicht am weitesten)
3.
gehoben, übertragen Hauch
Beispiele:
aber des Meeres leiser Atem strich rein und frisch über alles hin [Th. MannKröger9,257]
ein Atem von Freundlichkeit und Verständnis ging ihr voran [OelfkenTraum34]
Durch Majakowskis Verse weht der heiße Atem einer ruhelosen Epoche der gesellschaftlichen Umwälzung [Tageszeitung1954]
4.
umgangssprachlich in einem, in dem gleichen, in demselben Atemgleichzeitig, kurz hintereinander
Synonym zu Atemzug (2)
Beispiele:
sie lacht und weint in einem Atem
sich im selben Atem widersprechen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Atem · Odem · atmen
Atem m. ‘vom Körper zur Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge aufgenommene und wieder abgegebene Luft, Hauch’. Ahd. ātum (8. Jh.), mhd. ātem, āten hat Entsprechungen in asächs. āðom, mnd. mnl. ādem, nl. adem, aengl. ǣþm (germ. *ēðma-, *ēþma-). Außerhalb des Westgerm. läßt sich mit Sicherheit nur aind. ātmā́ ‘Hauch, Seele, Selbst’ (Stamm ātmán-) vergleichen, ein Zentralwort der altindischen Philosophie. Luthers Bibelübersetzung bevorzugt die landschaftliche Form Odem m. die zum feierlichen Ausdruck gehobener, dichterischer Sprache wird. Sie zeigt die in dt. Mundarten häufige, durch einzelne Wörter (↗Argwohn, ↗Woge, ↗Brodem, s. d.) auch in die Schriftsprache eingedrungene Wandlung von mhd. ā zu nhd. ō; auch inlautendes -d- statt -t- dürfte am ehesten als mundartliche Erweichung aufzufassen sein. atmen Vb. ‘Luft einziehen und ausstoßen’, ahd. ātamōn (10. Jh.), mhd. ātemen, ætemen, vom Substantiv abgeleitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Atem · ↗Hauch · ↗Luft  ●  ↗Odem  geh., poetisch · ↗Puste  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feuerwehr Geduld Nacken Verfolger angehalten anhalten benehmen brauchen dampfen einhauchen episch erfordern gefrieren halten hauchen heiß holen keuchend lang rasselnd rauben riechen ringen schöpfen spüren stocken stockend verschlagen wegbleiben wehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Atem‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit zweieinhalb Jahren hält das griechische Drama die Welt nun bereits in Atem.
Die Zeit, 23.07.2012, Nr. 30
In diesem Moment können Sie sich auf sich selbst besinnen, auf Ihren Atem, auf das Leben in Ihnen.
Süddeutsche Zeitung, 06.11.2004
Durch den Atem zieht die ganze Welt in dich ein.
Riemkasten, Felix: Yoga für Sie, Gelnhausen: Schwab 1966 [1953], S. 12
In diesen Nächten glaubte er den Atem Gottes zu fühlen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 400
Und so konnte er auch den geliebten Atem nie nie mehr spüren!
Altenberg, Peter: Märchen des Lebens. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 6321
Zitationshilfe
„Atem“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Atem>, abgerufen am 21.11.2019.

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