Atheismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Atheismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungAthe-is-mus (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

Weltanschauung, die die Existenz Gottes verneint
Beispiel:
der Marxismus propagiert den Atheismus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Atheismus · Atheist · atheistisch
Atheismus m. ‘Ablehnung jeder Art von Gottesglauben, Gottesvorstellung’ als weltanschauliche Grundhaltung. Zugrunde liegt griech. átheos (ἄθεος) ‘gottlos, die (öffentlich verehrten) Götter leugnend, verachtend’, als Possessivkompositum gebildet aus verneinendem a- (ἀ- privativum) und griech. theós (θεός) ‘Gott’, daher wörtlich ‘nicht Gott habend’. In dt. Texten erscheint Atheismus seit dem Ende des 16. Jhs. als lat. Bildung, wird bis zum Beginn des 18. Jhs. lat. flektiert, kann also erst danach als eingedeutscht gelten. Häufig begegnet während des 17. und besonders des 18. Jhs. statt Atheismus die vom Substantiv Atheist abgeleitete pejorative Bildung Atheisterey. Atheist m. (Anfang 17. Jh.), daneben zeitweise (Ende 17. bis Mitte 18. Jh.) die dem Frz. entsprechende Form Atheiste. atheistisch Adj. (2. Hälfte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Atheismus · Glaubenslosigkeit · ↗Gottesleugnung · ↗Gottlosigkeit · ↗Religionslosigkeit · ↗Unglaube · ↗Ungläubigkeit
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Antitheismus · starker Atheismus
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bekenntnis Christentum Fels Glaube Kommunismus Marxismus Materialismus Nihilismus Pantheismus Religion Renaissance Skeptizismus Sozialismus Säkularisierung Theismus Ursprung Weltanschauung aggressiv kommunistisch kämpferisch marxistisch materialistisch methodisch militant philosophisch praktisch predigen propagieren verordnet wissenschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Atheismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kirche ließ seine Schriften wegen des unverhohlenen Atheismus auf den Index setzen.
Der Tagesspiegel, 24.12.2003
Freilich ist das nur in der Luft eines heiteren Atheismus möglich.
Süddeutsche Zeitung, 09.08.1997
Vor einem kollektiven »Atheismus der Christen« stehend, fällt auf die kollektive S. größtes Gewicht.
Holtz, G.: Seelsorge. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 34961
Darum also kann man diesen Atheismus nicht für ephemer halten.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 1966
Vorrangiges Ziel des V. war die Verbreitung einer auf dem wissenschaftlichen Atheismus begründeten freigeistigen Weltanschauung.
Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - V. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 1379
Zitationshilfe
„Atheismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Atheismus>, abgerufen am 16.10.2019.

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