Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Attacke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Attacke · Nominativ Plural: Attacken
Aussprache  [aˈtakə]
Worttrennung At-ta-cke
Wortbildung  mit ›Attacke‹ als Erstglied: attackieren  ·  mit ›Attacke‹ als Letztglied: Brandattacke · Cyber-Attacke · Cyberattacke · DDoS-Attacke · Fieberattacke · Fressattacke · Hackerattacke · Heißhungerattacke · Herzattacke · Konterattacke · Messerattacke · Müdigkeitsattacke · Panikattacke · Presseattacke · Reiterattacke · Schusswaffenattacke · Terrorattacke · Verbalattacke
Herkunft aus attaquefrz ‘Sturmangriff’ < attaquermfrz frz ‘angreifen’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Angriff, Reiterangriff
    1. [übertragen] ⟨eine Attacke gegen jmdn. reiten⟩
  2. 2. [Medizin] Anfall
eWDG

Bedeutungen

1.
Angriff, Reiterangriff
Beispiele:
eine forsche, schneidige, heftige, mörderische Attacke reiten
zur Attacke blasen, übergehen
Saint‑Just befahl sofort Attacke […] [ BredelHeerstraßen290]
übertragen eine Attacke gegen jmdn. reiten (= jmdn. attackieren)
Beispiel:
[…] weil Genosse Trotzki […] eine scharfe Attacke gegen die Abänderungsvorschläge der deutschen Delegation zu reiten beabsichtigt […] [ Thälm.Reden1,37]
2.
Medizin Anfall
Beispiele:
eine Attacke des Herzens, Fiebers überstehen
der Attacke erliegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

attackieren · Attacke
attackieren Vb. ‘angreifen’ ist zu Beginn des 17. Jhs. im Dt. nachweisbar, anfangs in der Schreibung attaquiren, die vereinzelt noch bis Mitte des 19. Jhs. vorkommt, während daneben seit Ende des 18. Jhs. attacki(e)ren geläufig wird. Der Ausdruck des Kriegswesens schließt sich an das im 16. Jh. aus ital. attaccare entlehnte gleichbed. mfrz. frz. attaquer an. Das ital. Verb geht wahrscheinlich, falls es nicht selbst aus dem Afrz. stammt, über ein vorliterarisches *estaccare (mit Wechsel des vermeintlichen Präfixes) wie frz. attacher ‘befestigen, anbinden, verbinden, zuordnen’, afrz. atachier (s. Attaché) auf ein etymologisch zu Stake (s. d.) gehörendes germ. Substantiv, wohl auf got. *stakka ‘Pfahl’ (s. Staket), zurück. Ital. attaccare bedeutet zunächst ‘anbinden’, entwickelt aber im 16. Jh. die Bedeutung ‘angreifen’ (aus ital. attacare una scaramuccia, la battaglia ‘ein Scharmützel, die Schlacht beginnen’). Die dt. Gegenwartssprache kennt nur noch den übertragenen Gebrauch ‘Angriffe gegen eine Person oder Sache richten’. Attacke f. ‘Angriff’, auch ‘anfallartiges Auftreten einer Krankheit’, nach frz. attaque ‘Sturmangriff’ (abgeleitet vom Verb mfrz. frz. attaquer, s. oben), seit Anfang des 17. Jhs. als Attaque (so noch bis Mitte des 19. Jhs.) gebräuchlich, seit Anfang des 18. Jhs. auch in eingedeutschter Form. Die sich im Frz. herausbildende Übertragung ‘Krankheitsanfall’ findet sich im Dt. seit dem letzten Drittel des 18. Jhs.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Anfall · Attacke · Zusammenbruch
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Angriff · Attacke · Einfall · Offensive · Sturm · Vorstoß · Überfall · Übergriff
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Zugriff!  ●  Angriff!  ugs. · Attacke!  ugs. · Auf sie mit Gebrüll!  ugs., Spruch · Schnappt sie euch!  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Attacke‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Attacke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Attacke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotz der überraschenden Attacke war ich schneller als das Messer. [Dark, Jason [d.i. Rellergrad, Helmut]: Die Skelett-Vampire, Bergisch Gladbach: Bastei 1992 [1978], S. 381]
Dieser politischen Attacke war seit dem Jahre 1807 eine bemerkenswerte Veränderung in der gesellschaftlichen Stellung des Adels zu den Juden vorangegangen. [Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 44]
Sie begnügte sich also bestenfalls, nach gelungener Attacke wieder in ihre Stellung zurückzugehen. [Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 444]
Kurz vor der Attacke hatte sie sich nach vorn gebeugt. [Die Zeit, 29.04.1998, Nr. 19]
Nach der massiven öffentlichen Attacke war Heym dann plötzlich nicht mehr interessant. [Die Zeit, 16.08.1996, Nr. 34]
Zitationshilfe
„Attacke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Attacke>.

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