Attentat, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Attentat(e)s · Nominativ Plural: Attentate
Aussprache
WorttrennungAt-ten-tat (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Attentat‹ als Erstglied: ↗Attentatsplan · ↗Attentatsversuch · ↗Attentäter
 ·  mit ›Attentat‹ als Letztglied: ↗Bombenattentat · ↗Selbstmordattentat · ↗Sprengstoffattentat
eWDG, 1967

Bedeutung

(politischer) Mordanschlag auf eine im öffentlichen Leben stehende Persönlichkeit
Beispiele:
ein feiges, frevelhaftes Attentat
ein Attentat auf, gegen jmdn. planen
ein Attentat begehen, verüben
einem Attentat zum Opfer fallen
der Minister, Fürst kam durch ein Attentat ums Leben
umgangssprachlich, scherzhaft, übertragen
Beispiel:
ich habe ein Attentat auf dich vor (= ich will unversehens etwas von dir)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Attentat · Attentäter
Attentat n. ‘Mordanschlag, Gewalttat aus politischen Motiven’, in der Rechtssprache des 15. bis 19. Jhs. (zunächst im Plural Attentaten) ‘Frevel, Übergriff, Gewalttat’, auch ‘Versuch eines Verbrechens’, entlehnt aus gleichbed. mlat. attentatum, dem substantivierten Part. Perf. von lat. attentāre, einer Nebenform von lat. attemptāre ‘antasten, versuchen, jmdm. beizukommen suchen’; vgl. lat. temptāre ‘betasten, berühren, angreifen’ und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’. Unter dem Einfluß von frz. attentat ‘Anschlag auf eine Person’ (mfrz. attemptas ‘Rechtsbruch, Benachteiligung’, gebildet zu seinerseits aus dem Lat. entlehnten afrz. atempter, atenter ‘versuchen, sich vergehen’, frz. attenter ‘einen Anschlag ausführen’) setzt sich seit Anfang des 19. Jhs. die heutige Bedeutung durch. Attentäter m. ‘Person, die einen Mordanschlag verübt’; nach dem mißglückten Attentat 1844 auf den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. in einem Drehorgellied (in Anlehnung an Übel-, Missetäter) als Reimwort zu Hochverräter gebildet (dort auch attentaten Vb.); in der 2. Hälfte des 19. Jhs. bereits allgemein.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anschlag · Attentat
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Drahtzieher Hintermann Jahrestag Opfer US-Botschaft Urheber Vergeltung Vorbereitung World Trade Center bekennen blutig entgehen ereignen fehlgeschlagen geplant gescheitert mißglückt mißlungen planen terroristisch tödlich töten vereiteln verheerend verletzen versucht verurteilen verüben verübt überleben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Attentat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst im vergangenen Monat verübten sie auf ihn zwei Attentate.
Der Tagesspiegel, 05.01.2004
Nur durch sein auffälliges Gebaren misslingt ihm ein Attentat auf einen Politiker.
Süddeutsche Zeitung, 17.11.2003
In jenen Monaten häuften sich die Attentate in erschreckender Weise.
o. A.: Einhundertelfter Tag. Donnerstag, 18. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 14862
Ich ging mit und nach 15 Minuten war dann das Attentat.
o. A.: Siebenundsiebzigster Tag. Freitag, 8. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 1168
Nicht fünf Attentate haben wir rechtzeitig zu verhindern gewußt, nicht fünfzig, nein, noch mehr!
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 907
Zitationshilfe
„Attentat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Attentat>, abgerufen am 11.12.2018.

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