Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Attrappe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Attrappe · Nominativ Plural: Attrappen
Aussprache 
Worttrennung At-trap-pe
Häufige Falschschreibung Atrappe
Herkunft aus attrapefrz ‘auf Täuschung, Irreführung abzielender Gegenstand, Scherzartikel’
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

täuschend ähnliche Nachbildung von etw. (besonders für Ausstellungszwecke)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine originalgetreue, täuschend echt aussehende, hölzerne, harmlose Attrappe
hat Präpositionalgruppe/-objekt: eine Attrappe aus Pappe
in Präpositionalgruppe/-objekt: sich als Attrappe herausstellen, entpuppen
als Prädikativ: die Bombe, der Sprengsatz ist eine Attrappe
Beispiele:
Die ersten UMTS‑Handys gibt es bereits. Sie liegen seit gestern als Attrappe in den Vitrinen einer Ausstellung, die im Berliner Haus der deutschen Wirtschaft ihre Heimat gefunden hat. [Die Welt, 09.03.2001]
Es herrschte Panik. Die Terroristen schienen Bombengürtel zu tragen – sie erwiesen sich später jedoch als Attrappen. [Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2017]
Auf der Bühne drei gotische Spitzbögen, die Säulen deutlich als Attrappen zu erkennen, die Mauern stilisiert gemalt, mal wandert der Mond durch Fenster, mal fällt Schnee. [Süddeutsche Zeitung, 13.12.2016]
[…] ich bin einem Trickbetrüger aufgesessen, er verkaufte Zigaretten, ich habe ihm eine Stange abgenommen. Im Inneren waren allerdings keine Schachteln, sondern Styropor. Es war eine Attrappe. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 423]
Es handelte sich [bei diesem Fund] lediglich um die Attrappe eines Sprengkörpers sowjetischer Herkunft, die üblicherweise für Ausstellungen oder Ausbildung benutzt wird. [Frankfurter Rundschau, 28.09.1999]
bildlich Die ganze Welt ist eine einzige, gigantische Attrappe, wir wissen nicht, was dahinter steckt, wir erjagen nie letzten Sinn und Inhalt – lügen uns etwas vor[…]. [Reznicek, Paula von u. Reznicek, Burghard von: Der vollendete Adam. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 12817]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Attrappe f. ‘äußerlich ähnliche Nachbildung’. Ende des 18. Jhs. wird frz. attrape in der im 18. Jh. aufgekommenen Bedeutung ‘auf Täuschung, Irreführung abzielender Gegenstand, Scherzartikel’ ins Dt. entlehnt. Das frz. Substantiv, ursprünglich ‘Schlinge, Falle’, ist eine Ableitung vom Verb frz. attraper ‘fangen, ertappen’ (davon gleichbed. dt. attrappieren, 17. Jh. bis Anfang des 20. Jhs.), dem afrz. trape, frz. trappe ‘Falle’, eine Übernahme von anfrk. (latinisiert?) trappa ‘Falle, Vogelschlinge’ (Lex Salica, 6. Jh.), zugrunde liegt; dieses gehört zu der unter Treppe (s. d.) dargestellten Wortgruppe.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abklatsch · Attrappe · Falsifikat · Fälschung · Imitat · Imitation · Klischee · Kopie · Nachahmung · Nachbildung · Plagiat · Schablone · Simulation · Simulierung · Vorspiegelung falscher Tatsachen · Vortäuschung falscher Tatsachen · potemkinsches Dorf  ●  Fake  ugs., engl. · Mimikry  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Attrappe · Dummy · Puppe

Typische Verbindungen zu ›Attrappe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Attrappe‹.

Zitationshilfe
„Attrappe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Attrappe>.

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