Außenseiter, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungAu-ßen-sei-ter
WortzerlegungAußenseite-er
Wortbildung mit ›Außenseiter‹ als Erstglied: ↗Außenseiterrolle · ↗Außenseitertum
eWDG, 1967

Bedeutung

Sport Sportler, besonders auch Rennpferd mit geringen Gewinnchancen, Outsider
Beispiel:
überraschend wurde das Rennen von einem Außenseiter gewonnen
übertragen außerhalb der Gesellschaft, abseits einer Gruppe Stehender, Eigenbrötler
Beispiel:
er ist immer ein Außenseiter gewesen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

außen · Außenseiter
außen Adv. ‘an der Außenseite, außerhalb’. Ahd. ūʒan, ūʒana (8. Jh.), mhd. ūʒen, asächs. ūtan(a), aengl. ūtan(e), anord. ūtan, schwed. utan, got. ūtana, germ. *ūtan- ‘außen’, im allgemeinen sowohl adverbiell wie präpositional, gelegentlich auch konjunktional gebraucht, ist eine Weiterbildung von germ. *ūt (s. ↗aus) mit Hilfe des Suffixes -ana, das ursprünglich die Richtung woher? bezeichnet (‘von außen’), aber wie andere Ortsadverbien dieser Art (z. B. ↗oben, s. d.) sehr bald (im vorliegenden Fall schon im Got.) auch auf die Frage wo? antwortet (‘außen’), zuweilen sogar auf die Frage wohin? (‘nach außen’). Nhd. außen hat den präpositionalen Gebrauch ganz aufgegeben und wird in adverbieller Verwendung weitgehend durch draußen (ahd. thārūʒan, 9. Jh., frühnhd. draussen, daraussen) ersetzt. außen erscheint heute nur noch in der oben angegebenen Bedeutung als Antonym zu ↗innen (s. d.) und in Verbindung mit den Präpositionen von und nach. Häufig in substantivischen Zusammensetzungen. Außenseiter m. ‘wer am Rande oder außerhalb einer bestimmten sozialen Gruppe, einer Berufsgruppe lebt, mit ihren Gepflogenheiten nicht vertraut ist, seine eigenen Wege geht’. Engl. outsider (zu outside ‘Außenseite, Außen-, außerhalb’) wird gegen Ende des 19. Jhs. (vereinzelt schon früher, vgl. Stiven Engl. Einfluß (1936) 137) in die Wirtschafts-, Börsen- und Sportsprache übernommen, bezeichnet zunächst das ‘Nichtmitglied’ kartellartiger Verbände, der Börse, eines Tattersalls, auf dem Gebiet des Rennsports ein ‘Pferd, dem man keine Gewinnchancen zuspricht’. Seit der Jahrhundertwende wird es in allgemeinem Sinn gebraucht (s. oben), den das Engl. schon während des 19. Jhs. entwickelt. Zu Beginn des 20. Jhs. kommt im Dt. die Wiedergabe Außenseiter auf, die engl. outsider in dt. Texten weitgehend verdrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aussteiger · Außenseiter · ↗Eigenbrötler · ↗Einzelgänger · ↗Individualist · ↗Nonkonformist · ↗Underdog  ●  ↗Einzelkämpfer  fig. · ↗Nerd  Jargon · einsamer Wolf  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (ausgefallener, besonderer) Mensch · ↗Freak · Mensch, wie man ihn nicht alle Tage trifft · ↗Sonderling · ↗Unikum · ↗Wunderling · bizarre Person · merkwürdiger Zeitgenosse · schrille Person · seltsamer Patron · skurriler Typ · sonderbarer Zeitgenosse · uriger Typ · verrückte Person  ●  ungewöhnlicher Mensch  Hauptform · ↗Kauz  ugs., fig. · ↗Original  ugs. · ↗Type  ugs. · ↗Urvieh  ugs. · ↗Vogel  ugs., fig. · bunter Vogel  ugs. · irrer Typ  ugs. · komischer Heiliger  ugs. · komischer Kauz  ugs. · komischer Vogel  ugs. · schrille Schraube  ugs., weibl. · schrille Type  ugs. · schräger Fürst  ugs., scherzhaft · schräger Typ  ugs. · schräger Vogel  ugs. · seltsame Type  ugs. · seltsamer Heiliger  ugs. · seltsamer Kauz  ugs. · verrücktes Huhn  ugs., weibl., fig.
  • (ein) neues Leben anfangen · ↗(sich) abnabeln · alle Brücken hinter sich abbrechen · alles hinter sich lassen · ↗aussteigen · mit allem brechen · mit seiner Vergangenheit brechen
  • Einsiedler · ↗Eremit · ↗Klausner
  • Querdenker · eigener Kopf · eigenwilliger Kopf · kreativer Kopf
  • abgesondert · abgetrennt · ↗einzeln · geteilt · ↗getrennt · ↗individuell · ↗separat · ↗unabhängig
  • eigenwillig · unangepasst · ↗unbequem · ↗ungewohnt · ↗ungewöhnlich · ↗unkonventionell · ↗unorthodox · ↗unvertraut · ↗unüblich · wie man ihn nicht alle Tage trifft  ●  ↗kantig  fig. · mit Ecken und Kanten  fig. · ↗sperrig  fig.
  • Sonderregelung · ↗Sonderweg · eigene Wege gehen · sein eigenes Ding (machen) · seinen eigenen Weg gehen  ●  ↗Extrawurst  ugs.
  • auf eigene Rechnung arbeiten · seinen eigenen Weg gehen  ●  sein eigenes Süppchen kochen  abwertend, fig. · sein eigenes Ding durchziehen  ugs.
  • eigenbrötlerisch · ↗einzelgängerisch · isoliert · ↗kontaktarm · ↗kontaktgestört · ↗kontaktschwach · ↗menschenscheu · ↗weltabgewandt
  • Bohemien · Bohémien · ↗Künstlernatur
  • (sich) sperren (gegen) · (sich) sträuben (gegen) · (sich) wehren (gegen) · ↗(sich) widersetzen · nicht mitmachen · nicht mitspielen · nicht mitziehen · nicht willfährig sein  ●  ↗(sich) querlegen  fig. · Nein sagen  ugs. · aus der Reihe tanzen  ugs., fig. · einen Korb geben  ugs., fig. · nein sagen  ugs.
  • ausgegrenzt · ↗ausgeschlossen · nicht berücksichtigt (werden) · nicht beteiligt · nicht dabei · nicht einbezogen · nicht eingeweiht · ↗unberücksichtigt (bleiben)  ●  aus dem Spiel  ugs., fig. · außen vor  ugs. · ↗draußen  ugs., fig. · nicht mit von der Partie  ugs. · rausgeflogen  ugs.
  • ...schreck · ↗Querkopf · ↗Quertreiber · ↗Störenfried · ↗Störer  ●  ↗Querschläger  fig. · Sand im Getriebe  ugs., fig.
  • Freidenker · ↗Freigeist  ●  ↗Libertin  franz. · Libertin d'esprit  franz.
  • (ganz) alleine · ↗einzeln · für sich · im Alleingang · ohne fremde Hilfe · ↗selber · ↗solo
  • (etwas) alleine hinbekommen wollen · (etwas) selbst versuchen · versuchen, alleine klarzukommen  ●  Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.  sprichwörtlich · jeder für sich und Gott gegen alle  ironisierend
  • (hartnäckig) bleiben (bei)  ●  seinen Stiefel durchziehen  ugs. · seinen Streifen durchziehen  ugs.
Synonymgruppe
Außenseiter · Schlechtplatzierter
Assoziationen
Antonyme
  • Außenseiter

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenseiter Duell Einzelgänger Etablierte Favorit Insider Literaturbetrieb Rolle Siegtreffer Sonderling Titelverteidiger Zunft abstempeln belächelt besiegen bezwingen chancenlos chancenreich ewig exzentrisch genial gesellschaftlich krass kämpfend siegen stempeln sympathisch triumphieren unbequem vermeintlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Außenseiter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Pop bedeutet nicht mehr, als genialer Außenseiter stellvertretend aus der Masse aufzusteigen.
Die Welt, 22.09.2003
Die Autoren, die solche Welten erschaffen, sind im literarischen Betrieb Außenseiter.
Der Tagesspiegel, 19.12.2001
Während Vater, Mutter und Sohn eine harmonische Einheit bilden, ist in dieser Gemeinschaft die Tochter ein Außenseiter.
Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 123
Und das läßt in den Außenseitern den Drang entstehen, ebenfalls dazugehören zu wollen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 397
Zu einer echten literarischen Bildung gehört außerdem die Kenntnis des großen Außenseiters Gottfried Benn.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 65
Zitationshilfe
„Außenseiter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Außenseiter>, abgerufen am 23.08.2019.

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