Aue, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aue · Nominativ Plural: Auen
Nebenform süddeutsch, österreichisch Au · Substantiv (Femininum)
Wortbildung  mit ›Aue‹ als Erstglied: ↗Auelandschaft · ↗Auenlandschaft · ↗Auenwald · ↗Aulandschaft · ↗Auwald
 ·  mit ›Aue‹ als Letztglied: ↗Dorfaue · ↗Flussaue · ↗Talaue
eWDG, 1967

Bedeutung

landschaftlich
1.
flaches, oft mit Büschen und einzelnen Bäumen bestandenes Wiesengelände an Flüssen
Beispiele:
grüne, lachende, fruchtbare, wasserreiche Auen
gehobeneine weite, blumige Au/Aue tat sich vor ihm auf
die Stadt L liegt in Auen eingebettet
Durch die Wälder, durch die Auen [C. M. v. WeberFreischützI 4]
bildlich
Beispiel:
spöttischdamit Sie in der Kanzel weiter schön von den himmlischen Auen reden [BrechtPuntila7]
2.
Wasserlauf, Fluss
Beispiel:
eine Aue fließt munter meinem Tuskulum vorüber [Liliencron5,88]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Au · Aue
Au Aue f. ‘flaches, feuchtes, am Wasser gelegenes Wiesenland, (Fluß)niederung’, ahd. ouwa (10. Jh.), mhd. mnl. ouwe, mnd. ouwe, ō, ōge ‘Wasser(lauf), Insel (im Fluß), feuchtes Wiesenland’, aengl. īeg, īg, anord. ey, schwed. ö ‘Insel’ setzen germ. *awjō (aus *agwjō) ‘Aue, Insel’ voraus. Die substantivierte germ. Adjektivableitung bedeutet eigentlich ‘die zum Wasser Gehörige, vom Wasser Umgebene’. Sie ist mit grammatischem Wechsel gebildet zu germ. *ahwō ‘Wasser, Gewässer’ in ahd. (8. Jh.), asächs. aha, mhd. ahe, mnd. ā, aengl. ēa, got. aƕa, das im appellativischen Wortschatz des Nhd. nur noch selten begegnet und im wesentlichen auf das Obd. beschränkt bleibt. Es ist als Ache, Ach, Aach, Aa in Flußnamen erhalten, öfter als -ach in Zusammensetzungen zahlreicher Flur-, Orts- und Flußnamen wie Aurach, Biberach, Lindach, Salzach, Urach oder -a wie Fulda, Schwarza. Außergerm. verwandt ist lat. aqua ‘Wasser’, so daß ie. *əkūā ‘Wasser, Fluß’ angesetzt werden kann. Aue, und besonders der Plural Auen, wird in jüngerer Zeit hauptsächlich in dichterischer Sprache mit der erweiterten Bedeutung ‘fruchtbare, freundliche Landschaft’ verwendet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Au · Aue · ↗Niederung
Synonymgruppe
...aue · Aue · Bachaue · ↗Flussaue · Uferlandschaft
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Aue‹, ›Au‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

20-Jährige 21-Jährige Aue Erzgebirge Erzgebirgsstadion Feuchtgebiet Fluß Flußlauf Fußball-Zweitligist Hartmann Justizsenatorin Ligakonkurrent Pokalspiel Präsidentin Rechnungshof-Präsidentin Rechnungshofpräsidentin Schwarzenberg Uranbergbau Wald Wiese Zweitligaspiel Zweitligist golden grün lieblich märkisch saftig sumpfig weiden Überraschungsteam

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aue‹.

Verwendungsbeispiele für ›Aue‹, ›Au‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Wagen fuhr durch die Auen, nasse Zweige peitschten sein Dach.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 59
In Mitteleuropa werden zwei Typen von Auen nach den auf ihnen wachsenden Bäumen unterschieden.
o. A. [cs]: Au. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1992]
Der Fluß schlängelte sich in mehreren Armen durch Wiesen und sumpfige Auen.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 180
Doch es gibt auch Verlierer– vor allem fern der Auen, in Wäldern, wo es seit Jahrzehnten trocken war.
Die Zeit, 27.08.2013, Nr. 23
An erster Stelle fordert der Aktionsplan für die Oder, nicht nur die vorhandenen Überschwemmungsflächen zu erhalten, sondern auch inzwischen verlorene Auen wiederzugewinnen.
Süddeutsche Zeitung, 14.08.1997
Zitationshilfe
„Aue“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aue>, abgerufen am 02.06.2020.

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