Auerochse, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Auerochsen · Nominativ Plural: Auerochsen
Aussprache
WorttrennungAu-er-och-se
eWDG, 1967

Bedeutung

Ur, ausgestorbenes Rind mit langen, gebogenen Hörnern und schwarzbraunem Haarkleid, Vorläufer unseres Ochsen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Auerochse · Ur
Auerochse m. ausgestorbenes europäisches Wildrind von beträchtlicher Größe, Kraft und Schnelligkeit, ahd. ūro (um 900), mhd. ūr, ūre, aengl. ūr, anord. ūrr, daneben die verdeutlichenden Zusammensetzungen ahd. ūrohso (um 1100) und ūr(h)rind (10. Jh.). Die Herkunft von germ. *ūr- ist nicht mit Sicherheit anzugeben. Wahrscheinlichkeit ist von einer ursprünglichen Bedeutung ‘Befeuchter, Besamer’ auszugehen und Verwandtschaft mit anord. ūr ‘Feuchtigkeit, Regen’, lat. ūrīna ‘Harn’, aind. várṣati ‘regnet’ (und wohl auch ‘stößt Samen aus’), vṛ́ṣā ‘Mann, männliches Tier (Stier, Roß u. a.)’, vṛṣabhá- ‘Mann, Stier, Besamer’ anzunehmen. Die zugrundeliegende Wurzelerweiterung mit Liquida ie. *aur-, *u̯ē̌r-, *ūr- ‘Wasser, Regen, Fluß’ führt auf die gleiche Wurzel ie. *au- ‘benetzen, befeuchten, fließen’ wie die unter ↗Wasser (s. d.) dargestellte Dentalerweiterung ie. *aud-, *u̯ed-, *ū̌d-. Im 18. Jh. wird Ur m. neben Auerochse wieder ins Nhd. aufgenommen, erscheint zunächst in poetischer Sprache (Klopstock) und geht im 19. Jh. in den allgemeinen Sprachgebrauch über.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Auerochs · Auerochse · ↗Ur
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bison Bär Elch Mammut Wildpferd Wisent Wolf ausgestorben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Auerochse‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte den Tiger nicht gefragt und den Auerochsen nicht.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 113
Diese stammen von 392 heute lebenden Rindern und vier ausgestorbenen Auerochsen.
Die Welt, 26.04.2001
Der Auerochse steht für den spektakulärsten Versuch, eine ausgestorbene Art wieder zum Leben zu erwecken.
Die Zeit, 26.04.2010, Nr. 17
Mit seiner Partnerin schaut er täglich vorbei und freut sich über die Auerochsen.
Süddeutsche Zeitung, 23.12.2004
Und was haben unsere Vorfahren mit Bibern, Auerochsen und Wisenten, die Amerikaner mit ihren riesigen Bisonherden getan!
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 298
Zitationshilfe
„Auerochse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Auerochse>, abgerufen am 20.05.2019.

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