Aufbruch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Aufbruch(e)s · Nominativ Plural: Aufbrüche
Aussprache 
Worttrennung Auf-bruch
Grundformaufbrechen
Wortbildung  mit ›Aufbruch‹ als Erstglied: Aufbruchsignal · Aufbruchssignal · Aufbruchsstimmung · Aufbruchstermin · Aufbruchstimmung · Aufbruchtermin · aufbruchbereit · aufbruchsbereit
 ·  mit ›Aufbruch‹ als Letztglied: Eisaufbruch · Frostaufbruch

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. das Aufbrechen, das Fortgehen
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [Jägersprache] Eingeweide
  3. 3. [Geologie] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
das Aufbrechen, das Fortgehen
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
ein plötzlicher, rascher, hastiger, später, vorzeitiger Aufbruch
das Zeichen zum Aufbruch geben
ungeduldig zum Aufbruch drängen
zum Aufbruch mahnen, rüsten
sich zum Aufbruch fertigmachen, anschicken
gerade im Aufbruch begriffen sein
bildlich
Beispiel:
Afrika ist im Aufbruch (= Afrika ist erwacht, erhebt sich)
2.
Jägersprache Eingeweide
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
wer das Tier erlegt hat, hat Anspruch auf den Aufbruch
Er … brach ihn [den Bock] auf, rodete den Aufbruch ein [ LönsMümmelmann4,53]
3.
Geologie
Beispiel:
Aufbrüche (= Spalten) im Gletscher, Felsen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brechen · Brecher · aufbrechen · Aufbruch · ausbrechen · einbrechen · Einbruch · Einbrecher · gebrechen · Gebrechen · gebrechlich · verbrechen · Verbrechen · Verbrecher · verbrecherisch
brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen Brache, Bruch1 m. und Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m. mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb. ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m. mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, reflexiv ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’ (14. Jh.); vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(der) erste Schritt · An... · Anfangs... · Anspiel · Antritts... · Aufbruch · Aufgalopp · Auftakt · Auftakt... · Einsteiger... · Einstieg · Einstiegs... · Erst... · Eröffnung · Eröffnungs... · Kick-off-Veranstaltung · Start... · Take-off · Takeoff  ●  Geburt  fig. · Startschuss  fig. · Anbeginn  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abfahrt · Abgang · Abreise · Abzug · Aufbruch · Fahrtbeginn · Fortgang · Start · Verschwinden · Weggang
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Eingeweide · Gedärme · Gekröse · Innereien · Kaldaunen  ●  Aufbruch  fachspr., Jägersprache · Gescheide  fachspr., Jägersprache · Geschling  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Aufbruch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aufbruch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Aufbruch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beim Aufbruch nahmen Axel wie auch Jens je »seinen« Rahmen mit. [o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 146]
Wenn ich weiter muß, ist es meist schwierig, ihn zum Aufbruch zu bewegen. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 210]
Sie sehen also in den Ereignissen nach 89 tatsächlich eine Chance für einen neuen Aufbruch? [konkret, 1999]
Das schöne Symbol des europäischen Aufbruchs scheint hier am falschen Platz. [Die Zeit, 18.03.1999, Nr. 12]
Bei einem zwanglosen Beisammensein sollte der Aufbruch nicht zu spät erfolgen. [Goetz von Schüching, Ruth: Durch gute Lebensart zum Erfolg, Leipzig: Hesse & Becker 1932 [1925], S. 31]
Zitationshilfe
„Aufbruch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aufbruch>.

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