Aufbruch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Aufbruch(e)s · Nominativ Plural: Aufbrüche
Aussprache
WorttrennungAuf-bruch
Grundformaufbrechen
Wortbildung mit ›Aufbruch‹ als Erstglied: ↗Aufbruchsignal · ↗Aufbruchssignal · ↗Aufbruchsstimmung · ↗Aufbruchstermin · ↗Aufbruchstimmung · ↗Aufbruchtermin · ↗aufbruchbereit · ↗aufbruchsbereit
 ·  mit ›Aufbruch‹ als Letztglied: ↗Eisaufbruch · ↗Frostaufbruch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
meist im Singular
das Aufbrechen, das Fortgehen
Beispiele:
ein plötzlicher, rascher, hastiger, später, vorzeitiger Aufbruch
das Zeichen zum Aufbruch geben
ungeduldig zum Aufbruch drängen
zum Aufbruch mahnen, rüsten
sich zum Aufbruch fertigmachen, anschicken
gerade im Aufbruch begriffen sein
bildlich
Beispiel:
Afrika ist im Aufbruch (= Afrika ist erwacht, erhebt sich)
2.
meist im Singular
Jägersprache Eingeweide
Beispiele:
wer das Tier erlegt hat, hat Anspruch auf den Aufbruch
Er ... brach ihn [den Bock] auf, rodete den Aufbruch ein [LönsMümmelmann4,53]
3.
Geologie
Beispiel:
Aufbrüche (= Spalten) im Gletscher, Felsen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brechen · Brecher · aufbrechen · Aufbruch · ausbrechen · einbrechen · Einbruch · Einbrecher · gebrechen · Gebrechen · gebrechlich · verbrechen · Verbrechen · Verbrecher · verbrecherisch
brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen ↗Brache, ↗Bruch m. und ↗Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. ↗Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m. mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb. ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m. mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, reflexiv ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’ (14. Jh.); vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(der) erste Schritt · An... · Anfangs... · ↗Anspiel · Antritts... · Aufbruch · ↗Aufgalopp · ↗Auftakt · Auftakt... · Einsteiger... · ↗Einstieg · Einstiegs... · Erst... · ↗Eröffnung · Eröffnungs... · Kick-off-Veranstaltung · Start... · ↗Take-off · Takeoff  ●  ↗Geburt  fig. · ↗Startschuss  fig. · ↗Anbeginn  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abfahrt · ↗Abgang · ↗Abreise · ↗Abzug · Aufbruch · ↗Fahrtbeginn · ↗Fortgang · ↗Start · Verschwinden · ↗Weggang
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abbruch Erneuerung Euphorie Fanal Jahrtausend Mitbegründer Moderne Neuanfang Neubeginn Signal Symbol Ufer Umbruch Ungewisse Zeichen Zeitalter blasen demokratisch drängen hoffnungsvoll mahnen markieren revolutionär rüsten signalisieren symbolisieren verheißen verkörpern Ära überstürzt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aufbruch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Chinas Führer, der nur freundschaftliche Erklärungen abgab, war dank des wirtschaftlichen Aufbruchs seines Landes überall gern gesehener Gast.
Die Welt, 18.11.2005
Denn 1973 war auch ein Jahr des Aufbruchs in den Küchen.
Der Tagesspiegel, 07.09.2003
Beim Aufbruch nahmen Axel wie auch Jens je »seinen« Rahmen mit.
o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 146
Gerade als ich anfing, den dicken Herrn amüsant zu finden, rüstete er zum Aufbruch.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 31
Nachdem das junge Mädchen das Stück Kuchen aufgegessen hatte, folgte der Aufbruch.
Trott, Magda: Puckis neue Streiche, Stuttgart: Titania (1951) [1920], S. 24
Zitationshilfe
„Aufbruch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aufbruch>, abgerufen am 23.01.2019.

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