Auflage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Auflage · Nominativ Plural: Auflagen
Abkürzung Aufl. · Substantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungAuf-la-ge (computergeneriert)
Grundformauflegen
Wortbildung mit ›Auflage‹ als Erstglied: ↗Auflagedruck · ↗Auflagehöhe · ↗Auflagendruck · ↗Auflagenhöhe · ↗Auflagenziffer · ↗Auflageziffer
 ·  mit ›Auflage‹ als Letztglied: ↗Buchauflage · ↗Drellauflage · ↗Erstauflage · ↗Filzauflage · ↗Gesamtauflage · ↗Großauflage · ↗Gummiauflage · ↗Jahresauflage · ↗Lieferauflage · ↗Massenauflage · ↗Matratzenauflage · ↗Millionenauflage · ↗Monatsauflage · ↗Neuauflage · ↗Planauflage · ↗Produktionsauflage · ↗Schaumstoffauflage · ↗Sicherheitsauflage · ↗Silberauflage · ↗Sparauflage · ↗Startauflage · ↗Titelauflage · ↗Umweltauflage · ↗Wiederauflage
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Anzahl der gleichzeitig herausgegebenen Druckexemplare eines Werkes
Beispiele:
wie hoch ist die Auflage?
das Buch erschien in einer Auflage von 5000 Exemplaren
die tägliche Auflage einer Zeitung
diese Auflage ist längst vergriffen
das Werk ist in einer neuen, durchgesehenen, berichtigten, überarbeiteten, ergänzten, erweiterten, unveränderten Auflage wieder herausgebracht worden
das Vorwort zur ersten Auflage
das Buch erlebte in drei Jahren sieben Auflagen
die letzte Auflage wurde noch vom Verfasser besorgt
Wirtschaft, übertragen Serienproduktion
Beispiel:
die Auflage von Möbeln
2.
das Aufgelegte
a)
Auflegematratze
Beispiele:
die Auflage auf einer Matratze
die Auflagen herumdrehen, neu beziehen lassen
b)
metallischer Überzug
Beispiele:
Bestecke mit einer Auflage von Silber
die Auflage ist abgegriffen
3.
papierdeutsch Befehl, Verpflichtung
Beispiele:
jmdm. eine Auflage erteilen
eine Auflage erhalten
Bedingung
Beispiele:
jmdm. etw. zur Auflage machen
er wurde mit der Auflage entlassen, sich alle drei Tage zu melden
an die Schenkung war keine Auflage geknüpft
das Testament enthielt die Auflage einen Teil des Vermögens für wohltätige Zwecke zu verwenden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legen · ablegen · Ableger · anlegen · Anlage · auflegen · aufgelegt · Auflage · auslegen · Auslage · beilegen · Beilager · Beilage · einlegen · Einlage · erlegen · niederlegen · Niederlage · überlegen1 · Überlegung · überlegen2 · unterlegen · Unterlage
legen Vb. ‘zum Liegen bringen’. Das gemeingerm. bezeugte Verb ahd. leg(g)en (8. Jh.), mhd. legen (auch lecken, leggen), asächs. leggian, mnd. leggen, mnl. legghen, lēghen, nl. leggen, aengl. lecgan, engl. to lay, anord. leggja, schwed. lägga, got. lagjan ist Kausativum im Sinne von ‘liegen machen’ zu dem unter ↗liegen (s. d.) dargestellten starken Verb wie russ.-kslaw. ložiti sja, russ. ložít’sja (ложиться) ‘sich legen’ zu aslaw. ležati, russ. ležát’ (лежать) ‘liegen’. ablegen Vb. ‘von sich tun, (Kleidung) ausziehen bzw. nicht mehr tragen, abladen, deponieren, vollziehen, leisten’, mhd. abelegen ‘(Kleidung) ausziehen, abladen, abgelten, auszahlen, außer Kraft setzen, Abbruch tun’; Ableger m. ‘junger Pflanzentrieb’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Auf- und Ablader’ (15. Jh.). anlegen Vb. ‘an etw. legen, ankleiden, zielen, auf etw. abzielen, bezwecken, anzetteln, entwerfen, gestalten, bewirken, nutz- und gewinnbringend verwenden’, ahd. analeg(g)en ‘an-, auflegen, hineinschicken’ (8. Jh.), mhd. anelegen ‘ankleiden, anzetteln, vorbereiten, veranschlagen, auferlegen, auf Zinsen anlegen’; Anlage f. ‘Hinzu-, Beigefügtes, nutzen- und gewinnbringende Verwendung, Begabung, Neigung, das Gestaltete (Grünfläche, Baugestaltung)’, mhd. anlāge ‘Anliegen, Bitte, Hinterhalt’. auflegen Vb. ‘auf etw. legen, aufbürden, anordnen, (von Büchern) drucken und herausbringen’, ahd. ūfleg(g)en (um 1000), mhd. ūflegen ‘auf-, auslegen, aufstellen, zeigen, ausdenken, ersinnen, erschaffen, anordnen, bestimmen, veranstalten, stiften’; aufgelegt Part.adj. ‘geneigt, gestimmt zu etw., gelaunt’ (18. Jh.); Auflage f. ‘das Auferlegte, zu Leistende, Anweisung, Gebot, Beschwerde, Beschuldigung’ (16. Jh.), ‘Auferlegung, das Aufgelegte auf eine Unterlage, Anzahl der auf einmal gedruckten und verlegten Exemplare eines Druckes’ (17. Jh.). auslegen Vb. ‘ausbreiten, zur Schau stellen, mit einem Belag versehen, Geld vorschießen, deuten, interpretieren’, mhd. ūʒlegen ‘zum Verkauf anbieten, besetzen, verbrämen, ausrüsten, erfüllen, schmücken, darlegen, bestimmen, verabreden, deuten, erklären’; Auslage f. ‘Kosten, verauslagtes Geld, zur Ansicht ausgebreitete Ware, das Auslegen, zur Ansicht Bereitlegen’ (16. Jh.). beilegen Vb. ‘danebenlegen, hinzufügen, mitschicken, beseitigen, (Streit) schlichten’, ahd. bileg(g)en ‘be-, hinlegen, legend bedecken’ (8. Jh.), mhd. bīlegen ‘(sich) dazulegen (zum Beilager)’; Beilager n. ‘Eheschließung, Beischlaf’, mhd. bīleger, frühnhd. bī-, beilager (Ende 14. Jh.); Beilage f. ‘das Beigefügte’ (vielfach kanzleisprachlich von Schriften, Listen), ‘Zukost’, älter auch ‘anvertrautes Gut’ und ‘Beilager’ (15. Jh.). einlegen Vb. ‘hineinlegen, konservieren, mit einer Einlage verzieren, einzahlen’, mhd. īnlegen ‘ein-, hineinlegen, gegen jmdn. eine Klage vorbringen’; Einlage f. ‘das Hineingelegte, Versteifung (bei Kleidern), angelegtes oder eingezahltes Geld, Spargeld’ (16. Jh., bereits früh im Bankwesen). erlegen Vb. ‘(Wild) töten, (durch Tötung) niederlegen’, auch ‘einen Geldbetrag entrichten’, ahd. irleg(g)en ‘auferlegen, entgegensetzen, bestimmen’ (8. Jh.), mhd. erlegen ‘niederlegen, aus-, ein-, belegen, schlichten’. niederlegen Vb. ‘etw., sich hinlegen, ein Amt aufgeben’, ahd. nidarleg(g)en ‘hinwerfen, -legen, -stellen’ (9. Jh.), mhd. niderlegen ‘niederlegen, besiegen, beseitigen, abstellen, in Beschlag nehmen’; Niederlage f. ‘das Besiegtwerden, Unterlegensein, Warenlager, Großhandelszweigstelle’, mhd. niderlāge ‘das Niederlegen, -sinken, Sichniederlassen, Aufenthalt, Ruhe, Verlust, Schaden, das Niedermetzeln’. überlegen1 Vb. ‘überdecken, nachdenken, bedenken, erwägen’, ahd. ubarleg(g)en ‘vorwerfen, vorhalten’ (um 1000), mhd. überlegen ‘überziehen, bedecken, belegen mit, über-, zu-, zusammenrechnen’; Überlegung f. ‘Erwägung, das Bedenken’ (18. Jh.). überlegen2 Vb. ‘über etw. legen, ein Tuch umnehmen, ein Kind strafen’ (18. Jh.). unterlegen Vb. ‘als Unterlage darunterschieben, zuschreiben’, ahd. untarleg(g)en ‘stützen, unterstellen’ (8. Jh.), mhd. underlegen; Unterlage f. ‘Fundament, Grundlage, das Untergelegte, (beweisendes) Schriftstück, Beweisstück’, mhd. underlāge ‘Unterwerfung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Auflage · ↗Metallüberzug · ↗Schutzschicht · galvanischer Überzug · ↗Überzug
Synonymgruppe
Auflage · ↗Ausgabe · ↗Edition  ●  ↗Ed.  Abkürzung
Assoziationen
Synonymgruppe
Auflage · Auflageziffern · Ausgaben
Synonymgruppe
Auflage · ↗Bedingung · ↗Erforderlichkeit · ↗Muss · ↗Zwang
Unterbegriffe
  • Conditio sine qua non · notwendige Bedingung · unerlässliche Bedingung  ●  damit steht und fällt alles  ugs. · ohne dem geht gar nichts  ugs.
  • hinreichende Bedingung
Assoziationen
Synonymgruppe
...ausgabe · ↗Abdruck · Auflage · ↗Ausgabe (eines Buches) · ↗Druck · ↗Edition · ↗Fassung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Denkmalschutz Erfüllung Exemplar Vollzug aktualisiert behördlich bestimmt dritt drucken einhalten erfüllen erscheinen erteilen erweitert fünft genehmigen gesetzlich gestrig hart knüpfen limitiert sechst streng strikt vergreifen verkauft verstoßen viert zweit überarbeitet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Auflage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit der Auflage ging es von nun an steil aufwärts.
Die Zeit, 01.01.2009, Nr. 02
Sicher hofft man, mit bunten Bildern die Auflage zu steigern.
Der Tagesspiegel, 15.05.2005
Kurz vor seinem Tod gab er mir eine schwere Auflage für mein weiteres Leben mit.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 34
Wohl aber haben sie häufig mit jeder Auflage den Preis erhöht.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 28862
Die ethnographischen Fragen sind durch die Vermehrung des Materials seit der vorigen Auflage eher verwickelter als klarer geworden.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 19093
Zitationshilfe
„Auflage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Auflage>, abgerufen am 21.04.2019.

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