Aufmerksamkeit, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aufmerksamkeit · Nominativ Plural: Aufmerksamkeiten
Aussprache
WorttrennungAuf-merk-sam-keit
Wortzerlegungaufmerksam-keit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Singular
das Aufmerksamsein, die Konzentration auf ein Objekt
Beispiele:
mangelnde, rege, gespannte, ungeteilte, gesteigerte, höchste Aufmerksamkeit
um allgemeine Aufmerksamkeit bitten
er hatte die volle Aufmerksamkeit seiner Zuschauer
die Aufmerksamkeit erlahmt mit der Zeit
in der Aufmerksamkeit nachlassen
seine Aufmerksamkeit verdoppeln
jmdm. Aufmerksamkeit zollen, entgegenbringen gehoben
jmdm. seine Aufmerksamkeit schenken, widmen gehoben
jmds. Aufmerksamkeit erregen, fesseln, wecken, auf sich ziehen
jmds. Aufmerksamkeit auf einen bedenklichen Umstand, Fehler, auf jmdn. lenken, richten
etw. nimmt jmds. Aufmerksamkeit in Anspruch
etw. entgeht jmds. Aufmerksamkeit
dieses Werk verdient alle Aufmerksamkeit (= Beachtung)
daß er diesen Sachen eine solche Aufmerksamkeit ... zuwendete [Stifter2,49]
2.
aufmerksames, zuvorkommendes Verhalten, kleine Gefälligkeit
Beispiele:
jmdm. manche Aufmerksamkeit, viele Aufmerksamkeiten erweisen
Frau Professorin erschöpfte sich in Aufmerksamkeiten für ihre Gäste [Ebner-Eschenb.2,303]
[Aschenbach] ging unter den Aufmerksamkeiten des Personals durch die Halle [Th. MannTod in Venedig9,486]
3.
eine (kleine) Aufmerksamkeitkleines Geschenk
Beispiele:
dieses Büchlein soll nur eine kleine Aufmerksamkeit für Sie sein
dieses kostbare Geschenk war mehr als nur eine Aufmerksamkeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

merken · merklich · merkwürdig · Merkwürdigkeit · anmerken · Anmerkung · aufmerken · aufmerksam · Aufmerksamkeit · bemerken · Bemerkung · vermerken · Vermerk
merken Vb. ‘wahrnehmen, entdecken, spüren, mit dem Verstand auffassen und im Gedächtnis festhalten’, ahd. merken ‘bezeichnen, angeben, abgrenzen’ (11. Jh.), mhd. merken ‘beachten, beobachten, wahrnehmen, sich einprägen, mit einem Zeichen versehen’, asächs. merkian, mnd. mnl. nl. merken ‘markieren, bezeichnen, spüren’, anord. merkja ‘kenntlich machen, bezeichnen’, schwed. märka (germ. *markjan) sind abgeleitet von den unter ↗Marke f. (s. d.) angeführten neutralen Substantiven. Ebenfalls dazu sind gebildet ahd. markōn ‘begrenzen, kennzeichnen’ (um 800), asächs. markon ‘bestimmen, bemerken’, aengl. mearcian ‘bezeichnen’, engl. to mark, anord. marka ‘kennzeichnen, bekanntmachen, verstehen’. Als Ausgangsbedeutung ist anzusetzen ‘mit einem Zeichen versehen’, woraus ‘das Gekennzeichnete wahrnehmen und beachten’. merklich Adj. ‘deutlich, wahrnehmbar’, mhd. merklich ‘wohl zu beachten, bemerkbar, deutlich, bedeutend, wichtig’. merkwürdig Adj. ‘seltsam, verwunderlich’ (19. Jh.), ‘bemerkenswert, bedeutsam’ (17. Jh.); Merkwürdigkeit f. (18. Jh.). anmerken Vb. ‘eine (ergänzende) Bemerkung machen, anzeichnen, be-, vermerken’ (16. Jh.); vgl. ahd. anamerken (9./10. Jh.), mhd. anemerken ‘angrenzen’; Anmerkung f. ‘Vermerk, (kurze) Erläuterung’ (15. Jh.), auch ‘Fußnote’ (17. Jh.), nach lat. observātio ‘Wahrnehmung, Beobachtung’. aufmerken Vb. ‘seine Gedanken konzentriert auf etw. richten, aufpassen’ (15. Jh.); aufmerksam Adj. ‘gut aufpassend, konzentriert folgend, höflich’ (17. Jh.); Aufmerksamkeit f. (17. Jh.). bemerken Vb. ‘wahrnehmen, ergänzen, seine Meinung zu etw. äußern’, ahd. bimerken ‘aufzeichnen, kennzeichnen’ (11. Jh.), mhd. bemerken ‘beobachten, prüfen’; Bemerkung f. ‘kurze Meinungsäußerung zu etw., Wahrnehmung, Beobachtung’ (17. Jh.). vermerken Vb. ‘notieren, merken’, spätmhd. vermerken ‘(be)merken, gewahr werden’; Vermerk m. ‘Notiz, Eintragung’, älter ‘Bemerkung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Gabe · ↗Geschenk · ↗Präsent  ●  ↗Mitbringsel  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beachtung · ↗Berücksichtigung · ↗Betrachtung · ↗Hinblick · ↗Hinsicht · ↗Zuwendung  ●  ↗Fixation  fachspr.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Anteilnahme · ↗Freundlichkeit · ↗Interesse · ↗Wertschätzung · Zugewandtheit
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mittelpunkt Zentrum abzulenken beansprucht besondere buhlen erfordert erhöhte erregen fesseln gebührende genießt gespannter gesteigerte große konzentriert lenken mediale richtet schenken ungeteilte verdient verfolgt verschaffen wecken widmen ziehen zuwendet Öffentlichkeit öffentliche

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aufmerksamkeit‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon länger ist von einer Ökonomie der Aufmerksamkeit die Rede.
Die Zeit, 11.02.2013, Nr. 06
Es wäre wirklich freundlich, ihnen eine kleine Aufmerksamkeit zu erweisen.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 55
Ich muß ihre Aufmerksamkeit auf die schweren Folgen lenken, die daraus entstehen können.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1958]
Und er sann auf eine List, die Aufmerksamkeit der Weiber von sich abzulenken.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 162
Der heutige Tag hat seine Aufmerksamkeit auf anderes zu richten.
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 410
Zitationshilfe
„Aufmerksamkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aufmerksamkeit>, abgerufen am 20.08.2017.

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