Aufputschmittel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Aufputschmittels · Nominativ Plural: Aufputschmittel
WorttrennungAuf-putsch-mit-tel
WortzerlegungaufputschenMittel
Wahrig und DWDS, 2017

Bedeutung

stark anregendes Mittel; zur Leistungssteigerung eingenommene Substanz
Beispiele:
Koffein gilt in unseren Breitengraden als Muntermacher und Aufputschmittel schlechthin; Kaffee, Tee und Coca-Cola, aber auch koffeinhaltige Modegetränke wie Red Bull begleiten uns durchs Leben. [Neue Zürcher Zeitung, 13.06.2005]
Die sogenannten Tranquilizer beruhigen in Streßsituationen, wer nur schwer in Schwung kommt, nimmt Aufputschmittel, diverse Pillen gibtʼs gegen Schmerzen aller Art. [Berliner Zeitung, 11.10.1996]
Schwäche oder Unvollkommenheit sind nicht erlaubt. Da glaubt eine Studentin, ohne Aufputschmittel wie Ritalin keine Seminararbeiten mehr schreiben zu können, da stimuliert ein Börsianer sein Gehirn, um nur ja keine Bewegung auf den Finanzmärkten zu verpassen, da kommen auch Lkw-Fahrer ohne Doping nicht mehr aus. [Süddeutsche Zeitung, 30.07.2008]
N[…] hatte […] behauptet, im deutschen Profi-Fußball sei Doping mit dem Aufputschmittel Captagon Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre »gang und gäbe« gewesen. [Der Spiegel, 18.06.2007, Nr. 25]
Wegen der unerlaubten Einnahme eines Aufputschmittels wurde er Anfang August noch in Athen disqualifiziert. [Süddeutsche Zeitung, 17.10.1997]
Die Substanz [Ecstasy, chemisch Methylendioxymethamphetamin (MDMA)] ist ein Abkömmling des Aufputschmittels Amphetamin, des »Kokains der Armen«, das allerdings auch in der Psychiatrie, in Appetitzüglern oder bei allergischen Störungen verwendet wird. [o. A. [H. L.]: Ecstasy. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1989]]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein verbotenes Aufputschmittel
als Akkusativobjekt: ein Aufputschmittel einnehmen, nehmen
in Präpositionalgruppe/-objekt: jmdn. auf Aufputschmittel testen; jmdn. auf die Einnahme von Aufputschmitteln testen
übertragen etw., das eine erregende, auch aufwiegelnde Wirkung besitzt
Beispiele:
Heute wissen wir: Sie [die Religionen] sind weniger ein Beruhigungsmittel, um die Härten des Lebens zu ertragen, sondern das Aufputschmittel der Völker – bestens geeignet, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen. [probewegung.wordpress.com, 22.06.2015]
Haider ist [ein] zuverlässig wirkendes politisches Aufputschmittel, das hat sich bestätigt, mit Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, mit Tränengas und fast 50 Verletzten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2000]
Aber das Geld pulsiert wie ein Aufputschmittel durch das boomende Land. [Die Zeit, 05.12.1997, Nr. 50]
Musik kann ein Aufputschmittel sein, ein Anti-Depressivum […]. [Berliner Zeitung, 08.07.1993]

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Anregungsmittel · Aufputschmittel · ↗Stimulans · ↗Weckamin · anregendes Heilmittel
Oberbegriffe
  • Psychotropikum · psychoaktive Substanz · psychotrope Substanz
Medizin
Synonymgruppe
Antidepressivum · Aufputschmittel · Mittel gegen Depressionen · ↗Thymoleptikum
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkohol Amphetamin Anabolikum Appetitzügler Cocktail Doping Droge Ecstasy Einnahme Epo Heroin Koffein Kokain Menge Mißbrauch Spur Steroide dopen einnehmen enthalten erwischen illegal klassisch konsumieren nachweisen schlucken testen verabreichen verboten wirken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aufputschmittel‹.

Zitationshilfe
„Aufputschmittel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aufputschmittel>, abgerufen am 24.10.2019.

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