Aufsatz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Aufsatzes · Nominativ Plural: Aufsätze
Aussprache
WorttrennungAuf-satz
Grundformaufsetzen
Wortbildung mit ›Aufsatz‹ als Erstglied: ↗Aufsatzband · ↗Aufsatzfolge · ↗Aufsatzheft · ↗Aufsatzkorrektur · ↗Aufsatzreihe · ↗Aufsatzrückgabe · ↗Aufsatzthema · ↗Aufsatzwettbewerb
 ·  mit ›Aufsatz‹ als Letztglied: ↗Altaraufsatz · ↗Besinnungsaufsatz · ↗Buffetaufsatz · ↗Büfettaufsatz · ↗Büffetaufsatz · ↗Dachaufsatz · ↗Erlebnisaufsatz · ↗Fachaufsatz · ↗Feuilletonaufsatz · ↗Fächeraufsatz · ↗Geschützaufsatz · ↗Gewehraufsatz · ↗Hausaufsatz · ↗Kaminaufsatz · ↗Klassenaufsatz · ↗Kurzaufsatz · ↗Maueraufsatz · ↗Obstaufsatz · ↗Ofenaufsatz · ↗Porzellanaufsatz · ↗Prüfungsaufsatz · ↗Pultaufsatz · ↗Schrankaufsatz · ↗Schreibtischaufsatz · ↗Schulaufsatz · ↗Tafelaufsatz
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
ausführliche Niederschrift einer Gedankenfolge
a)
als Schularbeit mit einem vom Lehrer gestellten Thema
Beispiele:
er hat im deutschen Aufsatz eine gute Note erhalten
er wählte für den Aufsatz das freie Thema
einen Aufsatz (im Konzept, in Reinschrift) schreiben
den Aufsatz noch vor dem Klingelzeichen abgeben
den Aufsatz vom Lehrer zurückbekommen
der beste Aufsatz wird allen Schülern vorgelesen
b)
als wissenschaftliche Abhandlung
Beispiele:
ein einführender, grundlegender, aktueller, kritischer, polemischer, bissiger Aufsatz
einen Aufsatz (über ein Thema der Sprachwissenschaft, mit vielen Abbildungen) abfassen, schreiben, veröffentlichen, erscheinen lassen
an einem Aufsatz für eine Zeitschrift arbeiten
einen Band ausgewählter, gesammelter Aufsätze herausgeben
dieser Aufsatz eignet sich nicht für unsere Zeitung
der Aufsatz wird in der nächsten Nummer abgedruckt
2.
das Aufgesetzte
a)
Aufbau, Bekrönung
Beispiele:
ein Schlafzimmerschrank mit einem (geschnitzten, fächerförmigen, turmartigen) Aufsatz bis unter die Decke
ein Schreibsekretär mit einem Aufsatz für Bücher
den Aufsatz abnehmen
Auf dem Aufsatze des Schreibtisches stand eine kleine Bronze-Lampe aus Pompeji [Storm3,60]
b)
Militär Visier am Geschütz
Beispiel:
Mit starrem Auge [sieht er] über Aufsatz und Korn [FrenssenUhl260]
c)
veraltend (mehrteiliges) Tafelgerät mit hohem Fuß
Beispiele:
Er bot der Dame einen Aufsatz mit Früchten [HeyseII 2,405]
das blumige Teegeschirr, ein Aufsatz mit Konfekt [Th. MannKönigl. Hoheit7,138]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

setzen · gesetzt · Setzer · Setzling · absetzen · Absatz · Absetzung · aufsetzen · Aufsatz · aussetzen · beisetzen · Beisetzung · besetzen · Besatz · Besatzung · durchsetzen1 · durchsetzen2 · einsetzen · Einsatz · ersetzen · Ersatz · nachsetzen · übersetzen1 · übersetzen2 · Übersetzung · umsetzen1 · umsetzen2 · Umsatz · untersetzen · Untersatz · untersetzt · versetzen · vorsetzen · Vorgesetzter · Vorsatz · zusetzen · Zusatz
setzen Vb. ‘sitzen machen’, reflexiv ‘sich auf einem Platz niederlassen’, auch ‘an einer bestimmten Stelle abstellen, einpflanzen, festlegen, bestimmen’, ahd. sezzen ‘ab-, aufstellen, festlegen’ (8. Jh.), mhd. setzen, auch ‘stellen, legen, erzählen, bestellen, bestimmen’, reflexiv ‘sich niederlassen’, asächs. settian, mnd. mnl. setten, nl. zetten, afries. setta, aengl. settan, engl. to set, anord. setja, schwed. sätta, got. satjan (germ. *satjan) sind Kausativa zu dem unter ↗sitzen (s. d.) behandelten Verb und verwandt mit den zur gleichen Wurzel gehörenden Kausativen air. adsuidi ‘schiebt auf, verzögert, hält auf’ und mit Dehnstufe aind. sādáyati ‘läßt niedersitzen’, aslaw. saditi, russ. sadít’ (садить) ‘setzen, pflanzen, anbauen’ sowie umgebildetem lit. sodìnti ‘setzen, pflanzen’. gesetzt Part.adj. ‘ernst, ruhig, besonnen, ausgeglichen, gesittet’, hervorgegangen (18. Jh.) aus dem Part. Prät. von durch Präfix verstärktem mhd. gesetzen ‘sich setzen machen, einrichten, beruhigen, stillen’. Setzer m. ‘Schriftsetzer’ (16. Jh.), ahd. sezzāri ‘Stifter, Ordner, Verfasser’ (10. Jh.), mhd. setzer ‘wer etw. setzt, Aufsteller, Taxator’. Setzling m. ‘zum Verpflanzen bestimmte junge Pflanze, junger, in einen Teich einzusetzender Fisch’, mhd. setzelinc. absetzen Vb. ‘des Amtes entheben, außer Funktion setzen, abtrennen, herunternehmen, abziehen, mindern, verkaufen, (sich) abheben’, mhd. abesetzen ‘des Amtes entheben, Bestehendes abschaffen, Personen abwerben, entwöhnen, herunternehmen, abziehen’; es setzt etw. ab ‘es gibt etw., es springt etw. dabei heraus’ (17. Jh.); Absatz m. ‘Unterbrechung, Abschnitt, Abstufung’ (15. Jh.), ‘Verkauf, Vertrieb’ (16. Jh., geläufig seit 2. Hälfte 18. Jh.), ‘Ablagerung’ (18. Jh.), spätmhd. abesaz ‘Minderung, Einschränkung, Amtsenthebung’; Absetzung f. ‘Entlassung, Herabsetzung’ (15. Jh.), mnd. afsettinge (14. Jh.). aufsetzen Vb. ‘auf den Kopf setzen, schriftlich formulieren’, ahd. ūfsezzen ‘auf etw. setzen, aufhängen’ (9. Jh.), mhd. ūfsetzen ‘aufladen, aufs Haupt setzen, zuerkennen, auferlegen, anordnen, einsetzen, feindselig behandeln, sich aufmachen’; Aufsatz m. ‘Aufbau, aufgesetzter Teil, kurze Abhandlung, Artikel’, mhd. ūfsaz ‘(Auferlegung von) Steuern, Festsetzung, Bestimmung, Vorsatz, Plan, Feindschaft’. aussetzen Vb. ‘festsetzen, zur Verfügung stellen, ins Freie setzen, unterbrechen, aufhören, beanstanden’, mhd. ūʒsetzen ‘absondern, entfernen, ausräumen, ausstatten, verpfänden, festsetzen, bestimmen’. beisetzen Vb. ‘neben anderes hinzusetzen, hinzufügen’ (15. Jh.), ‘begraben, bestatten’ (17. Jh.); Beisetzung f. ‘Bestattung, Hinzufügung’ (17. Jh.). besetzen Vb. ‘einen Platz belegen, eine Stelle vergeben, einnehmen, erobern, mit Truppen belegen’, ahd. bisezzen ‘einnehmen, bewachen’ (8. Jh.), mhd. besetzen ‘umstellen, umlagern, festsetzen, bestimmen, anklagen, in Beschlag nehmen’; Besatz m. ‘Besatzung’ (17. Jh.), ‘aufgenähte Bänder, Rüschen, Aufgesetztes’ (18. Jh.), jägersprachlich ‘Wildbestand’ (18. Jh.); Besatzung f. ‘besetzte Stellung, Festung’ (15. Jh.), ‘Truppen, die fremdes Staatsgebiet besetzt halten, Truppe einer Verteidigungsanlage, Schiffsmannschaft’ (16. Jh.). durchsetzen1 Vb. ‘mit etw. versehen, ausstatten, etw. miteinander vermischen, einer Masse beimengen’, mhd. durchsetzen ‘vollständig mit etw. besetzen, belegen, auslegen, zieren’; durchsetzen2 Vb. ‘sich hindurchbewegen’ (16. Jh.), ‘ein Vorhaben (gegen Widerstand) ausführen’ (17. Jh.). einsetzen Vb. ‘in etw. hineinsetzen, ernennen, wirksam werden lassen, beginnen’, ahd. insezzen ‘ins Grab legen, jmdn. mit etw. beladen’ (9. Jh.), mhd. īnsetzen ‘ein-, hineinsetzen, -legen, verpfänden’; Einsatz m. ‘das Einsetzen, das Eingesetzte, Beginn, Anstrengung, Bemühung, auswechselbarer Teil’, mhd. īn-, insaz ‘das Hineinsetzen, Hineingesetzte, Einsetzung’. ersetzen Vb. ‘auswechseln, als Ersatz dienen, vertreten, erneuern’, ahd. irsezzen ‘wiederherstellen’, auch (z. B. von Grütze) ‘ansetzen’ (8. Jh.), mhd. ersetzen ‘eine entstandene Lücke ausfüllen, ansetzen, anflicken, mit Gewürz versetzen, bereiten’; Ersatz m. ‘was als Erneuerung, Vertretung oder Wiederherstellung dient’ (18. Jh.), älter ‘Strafe’ (15. Jh.). nachsetzen Vb. ‘hinterherjagen, verfolgen’ (16. Jh.), ‘später dazugeben, unterordnen, beifügen’ (15. Jh.). übersetzen1 Vb. ‘von einem Flußufer zum anderen fahren, bringen’, ahd. ubarsezzen ‘von einem Ort an einen anderen bringen’ (um 800), mhd. übersetzen ‘hinüberversetzen’; übersetzen2 Vb. ‘aus einer Sprache in eine andere übertragen, dolmetschen’ (17. Jh., vgl. bereits mnd. ōversetten, 15. Jh.), nach lat. trādūcere oder trānsferre; vgl. mhd. übersetzen ‘übermäßig besetzen, besteuern, schriftlich verfassen’; Übersetzung f. ‘Übertragung in eine andere Sprache’ (16. Jh.), in der Technik ‘Getriebeteil’ (um 1900); vgl. mhd. übersetzunge ‘Überordnung, Erhöhung’. umsetzen1 Vb. ‘umhegen, einfassen, umstellen, umzingeln’, ahd. umbisezzen ‘umschließen, umstellen’ (um 1000), spätmhd. umbesetzen; umsetzen2 Vb. ‘an einen anderen Ort bringen’ (14. Jh.), ‘umtauschen, verkaufen’ (17. Jh., vgl. mnd. ummesetten, um 1400), ‘in eine andere Form bringen’ (17. Jh., vorher bereits mnd.); Umsatz m. ‘Tausch, Kauf und Verkauf im Handel’ (Anfang 18. Jh., zuvor mnd. ummesat). untersetzen Vb. ‘daruntersetzen, unterlegen’, mhd. undersetzen; vgl. ahd. untarsezzen ‘unterwerfen, unterordnen’ (um 900); Untersatz m. ‘Unterlage’, mhd. undersaz; untersetzt Part.adj. ‘gedrungen, kräftig’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘mit Muskelfleisch unterlegt, fleischig’. versetzen Vb. ‘zusammenfügen, anordnen, an einen anderen Platz setzen, verrücken, zum Pfand geben, verkaufen, antworten, einen Schlag zufügen’ (eins versetzen, 17. Jh.), ahd. firsezzen ‘abwenden, aussetzen, verpflichten’ (9. Jh.), mhd. versetzen ‘hinsetzen, legen, als Bürgen stellen, verpfänden, beiseite setzen, verlieren, abwehren, parieren, versperren, aufstauen’. vorsetzen Vb. ‘weiter nach vorn setzen (in der Ordnung oder Reihenfolge), vor jmdn. hinsetzen, anbieten’, ahd. furisezzen (8. Jh.), mhd. vürsetzen; Vorgesetzter m. ‘Chef, Leiter’ (16. Jh.); vgl. ahd. foragisaztēr (9. Jh.), Übersetzung von lat. praepositus ‘Aufseher, Vorsteher’; Vorsatz m. ‘Vorhaben, Plan, Absicht’, mhd. vürsaz. zusetzen Vb. ‘hinzufügen, draufzahlen und damit verlieren, Reserven angreifen, jmdn. bedrängen’, ahd. zuosezzen ‘hinzufügen’ (8. Jh.), mhd. zuosetzen ‘hinzustellen, feindlich eindringen, verfolgen’; Zusatz m. ‘Hinzugefügtes, das Hinzufügen’, mhd. zuosaz, auch ‘Hilfstruppen, Besatzung, Beisitzer’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufsatz · ↗Essay · ↗Schulaufsatz
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Abhandlung · ↗Artikel · Aufsatz · ↗Bericht · ↗Essay · ↗Veröffentlichung  ●  ↗Paper  ugs. · ↗Skript  fachspr., Jargon
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abfassung · Aufsatz · ↗Denkschrift · ↗Niederschrift

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fachzeitschrift Marionettentheater Sammelband Titel Verfasser Zeitschrift abgedruckt bahnbrechend bemerkenswert berühmt einleitend erschienen erwähnt gesammelt geschrieben grundlegend lesenswert nachstehend programmatisch publizieren publiziert schreiben verfassen verfaßt veröffentlichen veröffentlicht vielbeachtet zitiert Überschrift überschreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aufsatz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu Beginn eines größeren Aufsatzes klärt man nämlich immer die Begriffe.
Die Zeit, 09.02.2006, Nr. 07
Sie listen in ihrem Aufsatz schätzungsweise viermal so viele Fehler auf, wie Mann jetzt eingeräumt hat.
Süddeutsche Zeitung, 13.07.2004
Vielleicht hat der eine oder andere diesen Aufsatz schon gelesen.
Wissen und Leben, 1959, Nr. 12
Ich vertiefte mich auch in diesen Aufsatz, obwohl ich auch von ihm noch nicht viel verstehen konnte.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 31107
Frankreich soll meinen ganzen Aufsatz bestreiten; aber die andern Länder müssen erwähnt werden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 115
Zitationshilfe
„Aufsatz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aufsatz>, abgerufen am 16.06.2019.

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