Aufschneiderei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aufschneiderei · Nominativ Plural: Aufschneidereien
Aussprache 
Worttrennung Auf-schnei-de-rei
Wortzerlegung aufschneiden -erei
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend (fortwährende) Prahlerei
Beispiele:
das ist nichts als Aufschneiderei!
seine Aufschneiderei fiel unangenehm auf
[er wußte] daß das, was Heini da im Suff redete … keine Aufschneiderei war [ RemarqueZeit zu leben175]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aufschneiden · Aufschneider · Aufschneiderei
aufschneiden Vb. ‘durch Schneiden öffnen oder vollkommen in Stücke aufteilen’, spätmhd. ūfsnīden ‘durch Schneiden öffnen’ (zur Herkunft s. schneiden), im 16. Jh. auch ‘die Speisen, besonders Brot und Fleisch, bei Tisch mit dem Messer in Stücke zerlegen’. Hierauf beruht wahrscheinlich die seit Anfang des 17. Jhs. allgemein gebräuchliche Übertragung ‘sich mit Lügen und Übertreibungen Ansehen zu verschaffen suchen, prahlen’ (eigentlich ‘großzügig und reichlich Unwahrheiten auftischen’?), wie namentlich die im 17. Jh. mehrfach belegte bildhafte Wendung mit dem großen Messer aufschneiden vermuten läßt. Aufschneider m. ‘wer etw. aufschneidet’ (16. Jh.), ‘Wichtigtuer, Prahler’ (Mitte 17. Jh.). Aufschneiderei f. ‘Wichtigtuerei, Prahlerei’ (17. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Angeberei · Geprahle · Geprotze · Großsprecherei · Großtuerei · Maulheldentum · Prahlerei · Protzerei · Windmacherei  ●  Renommisterei  bildungssprachlich · Angabe (mit)  ugs. · Aufschneiderei  ugs. · Bravade  geh., griechisch, lat., franz., ital., veraltet · Fanfaronade  geh., bildungssprachlich, franz. · Gaskonade  geh., sehr selten, veraltet · Rodomontade  geh., ital., franz. · Schaumschlägerei  ugs. · Wichtigtuerei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ammenmärchen · Aufschneiderei · Bluff · Erdichtung · Erfindung · Lügengeschichte · Münchhauseniade · Münchhausiade · Räuberpistole · Schwindel · Schwindelei · Seemannsgarn · Windei  ●  Märchen  fig. · Anglerlatein  ugs. · Flunkerei  ugs. · Geflunker  ugs. · Jägerlatein  ugs. · wilde Geschichte(n)  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Aufschneiderei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal ist er ziemlich keß und prahlerisch und lobt sich selbst durch unwahrscheinliche Aufschneidereien. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 252]
Um Ruhe zu haben, sagen sie zu allem Ja und Amen – also auch zu Aufschneidereien. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 318]
Diese alberne Aufschneiderei versetzte die politische Welt von Leipzig in lebhafte Bewegung. [Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 5051]
Das Resultat ist, jedenfalls bei „Lulu“, eine gewaltig dröhnende Aufschneiderei. [Die Zeit, 04.12.1992, Nr. 50]
Die Bar mit umgebendem Clubhaus zeugt von Tradition ohne Aufschneiderei. [Die Zeit, 10.08.1990, Nr. 33]
Zitationshilfe
„Aufschneiderei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aufschneiderei>.

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