Aufschneiderei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aufschneiderei · Nominativ Plural: Aufschneidereien
Aussprache
WorttrennungAuf-schnei-de-rei
Wortzerlegungaufschneiden-erei
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend (fortwährende) Prahlerei
Beispiele:
das ist nichts als Aufschneiderei!
seine Aufschneiderei fiel unangenehm auf
[er wußte] daß das, was Heini da im Suff redete ... keine Aufschneiderei war [RemarqueZeit zu leben175]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aufschneiden · Aufschneider · Aufschneiderei
aufschneiden Vb. ‘durch Schneiden öffnen oder vollkommen in Stücke aufteilen’, spätmhd. ūfsnīden ‘durch Schneiden öffnen’ (zur Herkunft s. ↗schneiden), im 16. Jh. auch ‘die Speisen, besonders Brot und Fleisch, bei Tisch mit dem Messer in Stücke zerlegen’. Hierauf beruht wahrscheinlich die seit Anfang des 17. Jhs. allgemein gebräuchliche Übertragung ‘sich mit Lügen und Übertreibungen Ansehen zu verschaffen suchen, prahlen’ (eigentlich ‘großzügig und reichlich Unwahrheiten auftischen’?), wie namentlich die im 17. Jh. mehrfach belegte bildhafte Wendung mit dem großen Messer aufschneiden vermuten läßt. Aufschneider m. ‘wer etw. aufschneidet’ (16. Jh.), ‘Wichtigtuer, Prahler’ (Mitte 17. Jh.). Aufschneiderei f. ‘Wichtigtuerei, Prahlerei’ (17. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Angabe (mit) · ↗Angeberei · Aufschneiderei · Geprotze · ↗Großsprecherei · ↗Prahlerei · ↗Protzerei · ↗Wichtigtuerei  ●  ↗Rodomontade  geh., ital., franz.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ammenmärchen · Aufschneiderei · ↗Bluff · ↗Erdichtung · ↗Erfindung · ↗Lügengeschichte · ↗Münchhauseniade · ↗Münchhausiade · ↗Räuberpistole · ↗Schwindel · ↗Schwindelei · ↗Seemannsgarn · ↗Windei  ●  ↗Märchen  fig. · ↗Anglerlatein  ugs. · ↗Flunkerei  ugs. · ↗Geflunker  ugs. · ↗Jägerlatein  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal ist er ziemlich keß und prahlerisch und lobt sich selbst durch unwahrscheinliche Aufschneidereien.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 252
Doch Konráds leichter Hang zu memoirenhafter Aufschneiderei stört nur unwesentlich.
Süddeutsche Zeitung, 15.07.2003
Das Resultat ist, jedenfalls bei „Lulu“, eine gewaltig dröhnende Aufschneiderei.
Die Zeit, 04.12.1992, Nr. 50
Diese alberne Aufschneiderei versetzte die politische Welt von Leipzig in lebhafte Bewegung.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 5051
Oft habe ich damals diesen Begegnungen beigewohnt und den grandiosen Aufschneidereien der Zwergpiraten gelauscht.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 1
Zitationshilfe
„Aufschneiderei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aufschneiderei>, abgerufen am 19.01.2019.

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