Aufseher, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Aufsehers · Nominativ Plural: Aufseher
Aussprache
WorttrennungAuf-se-her (computergeneriert)
Wortzerlegungaufsehen-er
Wortbildung mit ›Aufseher‹ als Erstglied: ↗Aufseherin  ·  mit ›Aufseher‹ als Letztglied: ↗Jagdaufseher · ↗Lageraufseher · ↗Marktaufseher · ↗Waldaufseher
eWDG, 1967

Bedeutung

Berufsbezeichnung   jmd., der zur Aufsicht eingesetzt ist
Beispiele:
er ist Aufseher im Museum, in einem Betrieb
er hat es in der Fabrik bis zum Aufseher gebracht
er war ein gefürchteter Aufseher in einem Zuchthaus
abwertend in jener Zeit war einer der Aufseher (= Aufpasser, Spitzel) des anderen
An Handlangern und Gesellen fehlte es [beim Bau] nicht, wohl aber an zuverlässigen Aufsehern [HeyseIII 3,288]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sehen · Sehe · Seher · sehenswürdig · Sehenswürdigkeit · Sehkraft · absehen · absehbar · ansehen · Ansehen · Ansicht · Ansichtskarte · angesehen · ansehnlich · aufsehen · Aufsehen · Aufseher · Aufsicht · beaufsichtigen · aussehen · Aussehen · Aussicht · nachsehen · Nachsicht · vorsehen · Vorsehung · Vorsicht · vorsichtig · versehen · Versehen · Zuversicht
sehen Vb. ‘mit dem Gesichtssinn wahrnehmen’. Mit ahd. sehan (8. Jh.), mhd. sehen, asächs. sehan, mnd. sēn, mnl. sien, nl. zien, afries. sia, aengl. sēon, engl. to see, anord. sjā, schwed. se, got. saíƕan (germ. *sehwan) sind verwandt ahd. gisiuni ‘Anblick, Erscheinung, Aussehen’ (8. Jh.), asächs. siun ‘Auge’, aengl. sīen ‘Aussehen’, anord. sjōn ‘Blick, Auge’, got. siuns ‘Gesicht, Gestalt’; s. auch die Verbalabstrakta ↗Sicht und ↗Gesicht. Außergerm. sind vergleichbar air. rosc (aus *prosk‐ͧo-) ‘Auge, Blick’, alban. sheh ‘sieht’, hethit. šakuwa (Plur.) ‘Augen’ sowie auch griech. hépesthai (ἕπεσθαι) ‘folgen, begleiten’, aind. sácatē ‘begleitet, steht zur Seite, geht nach, folgt’, lat. sequī ‘(nach)folgen, begleiten, verfolgen, gehorchen’, air. sechithir ‘folgt’. Man nimmt daher eine Bedeutungsentfaltung ‘folgen, mit den Augen folgen, sehen’ an, hervorgegangen aus der Wurzel ie. *seku̯- ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd), die sich in einem zweiten Bedeutungsstrang zu ‘zeigen, ankündigen’ (s. ↗sagen) entwickelt hat. Sehe f. ‘Pupille, Sehvermögen, Ansicht’, ahd. seha (9. Jh.), mhd. sehe; heute noch landschaftlich. Seher m. ‘Prophet’ (16. Jh.); vgl. mhd. sternseher. sehenswürdig Adj. ‘berühmt, außergewöhnlich und daher des Ansehens wert’ (18. Jh.); Sehenswürdigkeit f. (Anfang 19. Jh.). Sehkraft f. ‘Sehvermögen des Auges’ (Anfang 18. Jh.), älter Sehenskraft (Ende 17. Jh.). absehen Vb. ‘durch Beobachtung erlernen, woraus erkennen, merken, überblicken’ (16. Jh.), ‘auf etw. abzielen’ (17. Jh., dazu s. ↗Absicht), ‘verzichten’ (18. Jh.), mhd. abesehen ‘hinabsehen’; absehbar Adj. ‘überschaubar, erkennbar’ (18. Jh.), in absehbarer Zeit ‘bald’ (Ende 19. Jh.). ansehen Vb. ‘seinen Blick auf etw. richten, betrachten’, ahd. anasehan (8. Jh.), mhd. anesehen; Ansehen n. ‘Erscheinung’, auch (seit 16. Jh.) ‘Achtung, Wertschätzung’, mhd. anesehen ‘Anblick, Angesicht’; Ansicht f. ‘Seite, von der etw. betrachtet wird, Anblick, Bild’, auch (seit 19. Jh.) ‘Meinung’, ahd. anasiht (9. Jh.), mhd. anesiht ‘Anblick’; Ansichtskarte f. ‘Postkarte mit Landschaftsbild’ (Ende 19. Jh.); angesehen Part.adj. ‘geachtet’ (Anfang 18. Jh.); frühnhd. angesehen, (daß) … ‘in Anbetracht’. ansehnlich Adj. ‘angesehen, stattlich, wohlgefällig anzusehen’ (Ende 15. Jh.). aufsehen Vb. ‘emporschauen’, ahd. ūfsehan (um 900), mhd. ūfsehen; Aufsehen n. ‘(öffentliche) Beachtung’, spätmhd. ūfsehen; Aufseher m. ‘Aufsichtführender, Wächter’, spätmhd. ūfseher; Aufsicht f. ‘das Aufpassen, Kontrolle’ (16. Jh.); beaufsichtigen Vb. ‘(über etw.) die Aufsicht haben, kontrollieren’ (Anfang 19. Jh.). aussehen Vb. ‘einen bestimmten Anblick bieten’ (16. Jh.), vgl. mhd. ūʒsehen ‘hinaussehen’; Aussehen n. ‘äußere Erscheinung’ (17. Jh.), ‘Aussicht, Ausblick’ (16. Jh.); Aussicht f. ‘Blick in die Ferne’ (17. Jh.), ‘Zukunftsmöglichkeit, Erwartung’ (18. Jh.). nachsehen Vb. ‘hinterherschauen’, mhd. nāchsehen, auch ‘nachforschen’ (17. Jh.), ‘duldend geschehen lassen, verzeihen’ (16. Jh.); Nachsicht f. ‘verzeihende Haltung’ (18. Jh.), ‘Beaufsichtigung’ (17. Jh.). vorsehen Vb. ‘sich in acht nehmen, planen, in Aussicht nehmen’, ahd. furisehan ‘vorhersehen’ (8. Jh.), forasehan ‘vorhersehen, bedenken’ (9. Jh.), mhd. vür-, vorsehen ‘vorwärts sehen, sich in acht nehmen, wofür Sorge tragen’; Vorsehung f. ‘Schicksal’, mhd. vürsehunge ‘Obsorge, Schutz, Schicksal’; Vorsicht f. ‘Achtsamkeit, Behutsamkeit’, ahd. forasiht ‘Voraussicht, Vorsehung’ (um 1000, für lat. prōvidentia), spätmhd. vorsiht; vorsichtig Adj. ‘achtsam, behutsam’, ahd. forasihtīg ‘vorherschauend, voraussehend’ (um 1000), mhd. vür-, vorsihtic ‘voraussehend, einsichtig, verständig’. versehen Vb. ‘sich um etw. kümmern, ausstatten, ausrüsten, sich irren’, ahd. firsehan ‘verachten, verschmähen’ (8. Jh.), sih firsehan ‘bedacht sein’ (9. Jh.), mhd. versehen ‘vorhersehen, vorherbestimmen, besorgen, ausstatten, versorgen, übersehen, verachten, hoffen auf’; Versehen n. ‘Irrtum, unbeabsichtigter Fehler’ (17. Jh.), häufig aus Versehen ‘ohne Absicht’ (Anfang 19. Jh.). Zuversicht f. ‘Vertrauen in die Zukunft’, ahd. zuofirsiht ‘ehrfurchtsvolles Aufschauen, Hoffen’ (um 1000), mhd. zuoversiht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufpasser · Aufseher · ↗Aufsicht · ↗Bewacher · ↗Hüter · ↗Wächter · ↗Wärter  ●  ↗Supervisor  fachspr. · ↗Wachhund  ugs., fig. · ↗Zuchtmeister  geh., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (ein) strenges Regiment führen · keine Nachlässigkeit(en) dulden · sehr streng sein
  • Mitarbeiter eines Security Service · SiFa · Sicherheitsfachkraft · ↗Wachmann  ●  schwarzer Sheriff  ugs.
  • Lehrtherapeut  männl. · Lehrtherapeutin  weibl. · ↗Supervisor (therapeutisch)  männl. · Supervisorin (therapeutisch)  weibl.
  • Anstandsdame · Aufpasserin · ↗Begleiterin · ↗Begleitung  ●  ↗Anstandswauwau  ugs., veraltend
Synonymgruppe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufseher Aufseherin Festung Gefangenenlager Gestapo-Gefängnis Gärtner Häftling Häuslinge KZ Knute Konzentrationslager Landesmediumanstalten Landhaus Mitgefangener Notenbanker Peitsche Steiger Vernichtungslager Vorarbeiter Wächter bestechen bewachen erschlagen gefürchtet mißhandeln ober sadistisch uniformiert zudrücken überwältigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aufseher‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Aufseher am Eingang zu den hinteren Sälen ließ uns zögern.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 373
Immerhin vier Aufseher sahen sich inzwischen das "unästhetische" Treiben an.
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2003
Für die Aufseher sah es so aus, als lägen die Risiken in vielen Körben.
Die Zeit, 20.01.1986, Nr. 03
Bewegt bin ich die ganzen 192 Stunden nicht worden, und einen Antrag über den Aufseher zu stellen war unmöglich.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 100
In solchen Fällen haben die Aufseher aber sofort dem Direktor Anzeige zu machen.
Friedländer, Hugo: Die Vorgänge in der Provinzial-Arbeitsanstalt zu Brauweiler vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 24634
Zitationshilfe
„Aufseher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aufseher>, abgerufen am 24.04.2019.

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