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Augenweide, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Augenweide · Nominativ Plural: Augenweiden · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ˈaʊ̯gn̩ˌvaɪ̯də]
Worttrennung Au-gen-wei-de
Wortzerlegung Auge Weide2
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

etw. oder jmd., bei dessen Anblick man Wohlgefallen, Freude, Vergnügen empfindet
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine echte, reine, wahre Augenweide
als Akkusativobjekt: eine Augenweide darstellen
Beispiele:
Du siehst toll aus. […] Du bist ein großartiger Anblick, eine Augenweide. [Ceremony, 2010, aufgerufen am 31.10.2014]
Innerhalb der Reihe »Buntbücher« des Kleist‑Museums in Frankfurt an der Oder ist dieser schmale, reich illustrierte Band erschienen, der Buchgestalter Günter Bose hat ihn zu einer Augenweide gemacht. [Süddeutsche Zeitung, 07.01.2021]
Und auch wenn sein Elfmeter zum 4:2‑Endstand bloß noch Kür war, weil er erst in der Nachspielzeit zur Aufführung kam, so blieb dieser Treffer in seiner Vollendung eine Augenweide. [Süddeutsche Zeitung, 06.07.2020]
Hat man sich an allen Augenweiden der Ausstellung sattgesehen und ist wieder am Ausgangspunkt der Zeitreise ins sechzehnte Jahrhundert angelangt, begegnet man noch einmal dem melancholischen Blick Wilhelms V., den Hans von Aachen um 1589 auf die Leinwand gebannt hat. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2005]
Der Übergang zum Simplon über den Zwischbergenpass ist landschaftlich reizvoll, im Sommer oft begangen und für Blumenfreunde eine Augenweide. [Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich: Schweizer Alpen-Club 1997]
Den vielen Fremden bot die in nächster Nähe stattfindende Wildfütterung, zu der an 40 Stück Rotwild kam, eine interessante Augenweide. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 04.03.1908]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weide2 · Weidmann · Weidwerk · Augenweide · weiden
Weide2 f. ‘grasbewachsene Fläche als Futterplatz für Herdenvieh’, ahd. weida ‘Nahrungsgewinn’ (auch vom Menschen und nicht nur in bezug auf Pflanzenkost), ‘Futter’ (9. Jh.), mhd. weid(e) ‘Futter, Speise, Nahrungserwerb, Weideplatz, Tagreise, Weg, Jagd, Fischerei’, mnd. weide ‘Weideplatz, Nahrung’, mnl. nl. weide ‘Weideplatz, Grasland’, aengl. wāþ ‘Jagd, das Umherstreifen’, anord. veiðr ‘Jagd’ lassen sich mit aind. vḗti ‘richtet sein Augenmerk auf etw., wendet sich an jmdn., trachtet nach, verfolgt’, griech. hī́esthai (ἵεσθαι, aus *ϝῑ́εσθαι) ‘sich vorwärts bewegen, sich beeilen, streben, begehren’, lat. vīs ‘du willst’, lit. výti ‘treiben, verfolgen, nachjagen’, aslaw. vojinъ, russ. vóin (воин) ‘Krieger, Soldat’ vergleichen und auf eine Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯ei̯ə- ‘gehen, auf etw. losgehen, etw. erstreben, erjagen, verfolgen, ersehnen’ sowie ‘Weg, Reihe’ zurückführen. Als Ausgangsbedeutung kann ‘Ausgang auf Nahrungssuche’ (von Menschen und Tieren) erschlossen werden. Bereits im 11. Jh. ist die heutige Bedeutung ‘Futterplatz für Herdenvieh’ entwickelt. – Weidmann m. ‘Jäger’, in älterer Sprache auch ‘Fischer’, mhd. weidemann ‘Jäger, Fischer’. Weidwerk n. ‘Jagd’, frühnhd. auch ‘Fischfang, Jagdgerät’, mhd. weidewerc ‘Jägerei, zur Jagd gebrauchte Tiere’. Augenweide f. ‘Freude für die Augen’, mhd. ougenweide ‘das Umherschweifen der Augen, Erquickung für die Augen, Anblick (jeder, auch unangenehmer Art)’, vgl. mhd. weide im Sinne von ‘Speise, Labsal’. weiden Vb. ‘auf der Weide fressen, auf die Weide führen, sich an etw. erfreuen, genießen’, ahd. weidōn ‘Futter suchen, jagen’ (9. Jh.), mhd. weiden ‘auf der Weide fressen, auf die Weide führen, ausschlachten, genießen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Augenschmaus · Augenschmeichler · Augenweide · erfreulicher Anblick · von ansprechender Optik · Ästhetik  ●  Hingucker  ugs. · Wohltat fürs Auge  geh.

Typische Verbindungen zu ›Augenweide‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Augenweide‹.

Zitationshilfe
„Augenweide“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Augenweide>.

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