Aus, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Aus · wird nur im Singular verwendet
Wortbildung mit ›Aus‹ als Letztglied: ↗Saisonaus · ↗Toraus
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Ballspiel Raum außerhalb der Spielfeldgrenzen
2.
Sport das Ausscheiden eines einzelnen Sportlers oder einer Mannschaft
3.
Baseball Verlust der Spielberechtigung eines Spielers
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aus · Aus
aus Präp. Adv. bezeichnet in beiden Wortarten die Richtung von innen nach außen, als Adverb auch ein Aufhören, Beenden; verwandt mit ↗außen und ↗außer (s. d.). Ahd. (8. Jh.), mhd. ūʒ sowie mnd. ūt, mnl. uut, ūte, nl. uit haben im Unterschied zu asächs. aengl. ūt, engl. out zu den Entsprechungen im Ostgerm. und Nordgerm. (got. anord. ūt, schwed. ut, dän. ud) und in anderen ie. Sprachen nicht nur adverbielle, sondern auch präpositionale Funktion. Im Nhd. tritt das selbständige Adverb deutlich zurück und lebt vorwiegend als erstes Glied trennbarer Verben weiter. Vergleichbare außergerm. Vertreter derselben Sippe, die auf ie. *ū̌d- ‘empor, hinauf’, dann auch ‘hinaus’ zurückgeht, sind aind. út ‘auf, aus’, lit. ũž-, úž- (Präfix) ‘auf-, hinauf-, zu-’ und die Komparative aind. úttaraḥ ‘der obere, höhere, nördliche’, griech. hýsteros (ὕστερος) ‘der spätere, hintere’, wahrscheinlich auch griech. (kypr.) y () ‘auf’ und das Präfix griech. hý- (ὑ-) in hýbris (ὕβρις) ‘Hochmut’. Ursprünglich weisen die germ. Sprachen außerdem eine Präposition mit der Bedeutung ‘aus’ auf, die in got. us, anord. ōr, ahd. ur (nur 8./9. Jh.) und in den Präfixen ahd. ur-, ar-, ir-, mhd. nhd. ↗ur-, ↗er- (s. d. sowie ↗Urlaub, ↗erlauben) bezeugt ist und vielleicht (wie wohl auch lat. ūsque ‘in einem fort’) auf einer Weiterbildung *ū̌ds der Wurzel ie. *ū̌d- beruht. Zu dieser Präposition wird das Adverb germ. *ūt zunächst als Verdeutlichung hinzugefügt (z. B. got. ūt us ‘hinaus aus’) und nimmt im Dt. und Nl. dann selbst präpositionalen Charakter an (s. oben). Aus n. ‘Raum außerhalb des Spielfelds’ (bei Ballspielen), in der Sportsprache Anfang des 20. Jhs. eingeführte Verdeutschung von gleichbed. engl. out.

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Aus (für) · ...dämmerung · ↗Ende · ↗Götterdämmerung (als Beispiel) · im Endstadium (sein)  ●  (das) Totenglöcklein läuten (für)  fig. · (das) Totenglöcklein läutet (für)  fig.
Assoziationen
  • Epitaph · ↗Grabrede · ↗Trauerrede
  • (ein) Auslaufmodell (sein) · ↗Geschichte (sein) · Vergangenheit sein · ↗altbacken · ↗altmodisch · ↗anachronistisch · ↗antiquiert · ausgedient haben · hat seine Chance gehabt · hatte seine Chance · nicht mehr Stand der Technik · nicht mehr State of the Art · nicht mehr auf der Höhe der Zeit · nicht mehr in Mode · nicht mehr zeitgemäß · ↗unmodern · ↗unzeitgemäß · veraltet  ●  Old School  engl. · ↗vorsintflutlich  fig. · zum alten Eisen gehörend  fig. · ↗überholt  Hauptform · (der) gute alte (...)  ugs. · Die Zeiten sind vorbei.  ugs., Spruch · Schnee von gestern  ugs. · abgelutscht  ugs., salopp · abgemeldet  ugs. · aus der Mode (gekommen)  ugs. · ↗ausgelutscht  ugs., salopp · damit lockt man keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor  ugs., sprichwörtlich · der Vergangenheit angehören  geh. · gehört entsorgt  ugs. · hat seine besten Zeiten hinter sich  ugs. · hat sich erledigt  ugs., fig. · nicht mehr aktuell  ugs. · nicht mehr angesagt  ugs. · nicht mehr up to date  ugs., veraltend · ↗out  ugs. · ↗passé  ugs., veraltend · ↗uncool  ugs. · ↗vorbei  ugs. · war mal. (Heute ...)  ugs.
  • (bald) gehen · (es) geht zu Ende (mit jemandem) · (jemandem) wachsen schon Flügel · es bald hinter sich haben · in den letzten Zügen liegen · mit dem Tode kämpfen  ●  im Sterben liegen  Hauptform · es nicht mehr lange machen  derb
  • Gedenkrede · ↗Nachrede · ↗Nachruf · ↗Nekrolog  ●  posthume Ehrung  geh. · posthume Würdigung  geh.
  • Abgesang · ↗Klagelied · ↗Schwanengesang
  • (der) Anfang vom Ende · letzte Zuckungen · letztes Aufbäumen  ●  letztes Aufflackern  fig.
  • Apokalypse · ↗Armageddon · ↗Ende · ↗Super-GAU · ↗Unglück · ↗Untergang · ↗Verderben · ↗Zusammenbruch  ●  ↗Abgrund  fig. · Abaddon (bibl.)  geh. · ↗Waterloo  ugs.
  • im Niedergang befindlich · im Niedergang begriffen · ↗rückläufig (sein)  ●  (den) Zenit überschritten haben  fig. · (sein) Stern ist am Sinken  fig., variabel · (sich) auf dem absteigenden Ast befinden  fig. · im Sinkflug (sein)  fig.
Synonymgruppe
(das) Aus · ↗Ende · ↗Scheitern
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achtelfinale Ball Champions League DFB-Pokal Halbfinale Pokal Transrapid UEFA-Cup UI-Cup Uefa-Cup Viertelfinale Vorhand Vorrunde abgewendet bedeuten besiegelt bewahrt bittere blamablen drohende droht endgültige ereilte finanziellen frühzeitige manövriert peinlichen sofortige vorläufige vorzeitige

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn sich kein Investor findet, dann droht dem Betrieb das Aus.
Die Welt, 25.08.2003
Wer dieses Geld nicht zahlen kann, steht vor dem wirtschaftlichen Aus.
Der Tagesspiegel, 23.08.2003
Wer Kritik übt, steht bald im Abseits oder im Aus.
Der Spiegel, 05.12.1983
Niemand, der auf sich hält, möchte so banal ins Aus geführt werden.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 137
Der Fachhandel befürchtet das Aus für bis zu 15000 Betriebe, die Innenstädte drohen zu veröden.
o. A. [anb]: Factory Outlet Center. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1997]
Zitationshilfe
„Aus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aus>, abgerufen am 20.11.2017.

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