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Aus, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Aus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache [aʊ̯s]
Grundform aus2
Wortbildung  mit ›Aus‹ als Erstglied: ↗Ausball  ·  mit ›Aus‹ als Letztglied: ↗Saisonaus · ↗Toraus
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
Sport Fläche (a) außerhalb der Grenze eines Spielfelds
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: den Ball ins Aus befördern, dreschen, manövrieren, schießen; eine Rückhand, Vorhand ins Aus
Beispiele:
Vor der Flanke von Marco Reus zur Führung durch Jadon Sancho schien der Ball bereits im Aus zu sein. [Bild, 20.05.2019]
Wickler sprang – und donnerte den Ball perfekt über das Netz, sodass Wjatscheslav Krasilnikov ihn nur noch ins Aus wischen konnte. [Die Welt, 08.07.2019]
[…] Schiedsrichter P[…] erkannte das Tor nicht an, sein Linienrichter hatte den Ball fälschlicherweise im Aus lokalisiert, bevor B[…] ihn erreichte. [Süddeutsche Zeitung, 22.04.2013]
In der Sömmeringhalle fehlte den Aufschlägen der Friedrichshafener über weite Strecken die Präzision, zu oft landeten die Bälle im Netz oder im Aus. [Der Tagesspiegel, 06.02.2005]
Es war kein Fußballspiel an diesem Sonntagabend – es war ein Wettbewerb im Ballweitschießen und darin, das Arbeitsgerät möglichst oft unbedrängt ins Aus zu bugsieren. [Berliner Zeitung, 09.04.2001]
2.
das Ende (1 b) oder Scheitern (1 a) von etwas
a)
Sport das Ausscheiden (4) eines einzelnen Sportlers oder einer Mannschaft bei einem Wettkampf oder Turnier
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das drohende, frühzeitige, vorzeitige Aus; das bittere, blamable, enttäuschende, peinliche, plötzliche, überraschende Aus
hat Präpositionalgruppe/-objekt: das Aus in der Gruppenphase, Vorrunde; das Aus im DFB-Pokal, UEFA-Cup; das Aus im Viertelfinale
Beispiele:
Durch ihr Aus im Halbfinale bei der Schwimm‑WM in Yeosu/Südkorea hat das Team keine Chance mehr auf Olympia 2020. [Bild, 17.07.2019]
Der Italiener kehrt nach dem enttäuschenden Aus gegen Rasta Vechta im Play‑off‑Viertelfinale der Bundesliga in seine Heimat zurück und wird Cheftrainer beim Erstligaverein Victoria Libertas Pesaro. [Die Welt, 15.06.2019]
Für Tobias Stechert ist die alpine Ski‑Saison nach seinem verletzungsbedingten Aus bei der Weltcup‑Abfahrt in Beaver Creek voraussichtlich bereits beendet. [Stechert wohl mit Kreuzbandriss – Innerhofer siegt, 30.11.2012, aufgerufen am 18.08.2015]
Zweieinhalb Wochen nach dem Aus in der Champions League gegen den VfB Stuttgart ist Dan Petrescu als Trainer des rumänischen Meisters Unirea Urziceni zurückgetreten. [Spiegel, 26.12.2009 (online)]
Denn nach dem frühen Aus von Mannheim, Köln und Kassel in der Europa‑Liga bekleckerten sich auch die Berliner Eisbären beim Finale des Continental-Cups in Tampere nicht mit Ruhm. [Bild, 27.12.1997]
b)
Sport das Ende der Mitgliedschaft oder der Anstellung bei einer Gruppe, einer Mannschaft, einem Verein o. Ä.
Beispiele:
Ex‑Torwart Fährmann spricht über sein bitteres Aus bei Schalke. [Bild, 24.07.2019]
Ex‑Nationalspieler Torsten Frings (39) plant nach seinem Aus bei Fußball‑Bundesligist Werder Bremen als Co‑Trainer langfristig eine Karriere als Chefcoach. [Die Zeit, 31.10.2016 (online)]
Michael Ballack hat sein unrühmliches und vorzeitiges Aus bei der deutschen Fußball‑Nationalmannschaft […] inzwischen verkraftet und akzeptiert. [Ballack erklärt: DFB-Aus verkraftet und akzeptiert, 12.09.2011, aufgerufen am 18.08.2015]
David Beckhams angebliches Aus bei Real Madrid sorgt für Verwirrung. [Spiegel, 10.01.2007 (online)]
c)
das Ende (1 b) oder Scheitern (1 a) einer Ehe, Beziehung o. Ä.
siehe auch Ruin
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das abrupte, bittere, unglückliche Aus
als Akkusativobjekt: das Aus verkraften
Beispiele:
Nach acht Jahren Ehe das Aus: »Tagesschau«‑Sprecherin Judith Rakers […] und ihr Mann […] haben sich getrennt. [Bild, 17.10.2017]
Kaley Cuoco (30), Star der Serie »The Big Bang Theory«, verarbeitet nach wie vor das Aus mit ihrem Ehemann Ryan Sweeting. [Leipziger Volkszeitung, 05.03.2016]
Die Bereitschaft, an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten, sich weiter zu entwickeln, […] um beziehungsfähiger zu werden, würde viele Paare vor dem Aus retten. [buecheraendernleben, 23.05.2013, aufgerufen am 28.04.2016]
Ein Partner hat gelogen und betrogen – doch das muss nicht das endgültige Aus für die Beziehung sein. [Bild, 02.02.2011]
Das endgültige Aus ihrer Beziehung haben im Jahr 2005 bundesweit knapp 202.000 Paare vom Scheidungsrichter dokumentieren lassen. [Die Welt, 06.01.2007]
d)
das Scheitern (1 a) in einer beruflichen oder politischen Karriere
siehe auch Ruin
Beispiele:
»Meine Frau und mein Personal haben keine Fahrerlaubnis«, versuchte der unbelastete Gastronom bei der Verhandlung an der Parchimer Zweigstelle des Amtsgerichts das berufliche Aus abzuwenden. [Schweriner Volkszeitung, 11.04.2019]
Wer es nach insgesamt zwölf Jahren Promotions‑ und Habilitationsphase nicht auf die rettende Professur, […] geschafft hat, der landet im beruflichen Aus. [Süddeutsche Zeitung, 06.05.2015]
Damit Kinder nicht das Aus für Beruf und Karriere sind, bietet die Agentur für Arbeit Ravensburg Weiterbildungsseminare in Teilzeit für Akademikerinnen an. [Südkurier, 25.08.2004]
Das Gros der vom Aus betroffenen Arbeitsplätze ist dagegen noch mit der Herstellung von CDs und Musik‑DVDs beschäftigt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2004]
Nach mehr als sechs Jahren Personalabbau und dem Aus für fast jede dritte Stelle wäre damit in einer weiteren großen Industrie neben Automobil‑ und Maschinenbau die Talsohle in der Beschäftigung durchschritten. [Berliner Zeitung, 30.12.1997]
e)
die Beendigung oder das Scheitern (1 a) einer Verhandlung, eines Vorhabens, Plans, Projekts o. Ä.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das beschlossene, plötzliche, überraschende, unerwartete Aus; das Aus bekanntgeben, verkünden; das Aus abwenden, vermeiden
mit Genitivattribut: das Aus der Gespräche, Verhandlungen
Beispiele:
Nach dem Aus für die geplante Pkw‑Maut ist das Thema für Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) jedoch insgesamt vom Tisch […]. [Die Welt, 24.06.2019]
Am Tag nach der Hamburger Entscheidung sind sich Reformbefürworter einig, dass dies keineswegs das Aus für Vorhaben bedeutet, die das Gymnasium in seinem Kern erhalten. [Die Zeit, 19.07.2010 (online)]
Mitte Dezember kam das endgültige Aus für das grosse Geothermieprojekt in Basel. [Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2009]
Zu allem Unglück drohte China kurze Zeit später in den zähen Gesprächen um eine Verlängerung der bereits bestehenden Transrapid‑Bahn auch noch mit dem endgültigen Aus der Verhandlungen. [Spiegel, 31.07.2006 (online)]
Mit dem Aus für Musikproduktionen am Schauspielhaus ab Herbst 2001 ist nicht nur Martin Haselböck, sondern auch die freie Opernszene um eine Hoffnung ärmer. [Der Standard, 29.12.2000]
f)
das Ende (1 b) der Gültigkeit von etw.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das beschlossene, plötzliche, überraschende, unerwartete Aus; das Aus bekanntgeben, verkünden; das Aus abwenden, vermeiden
mit Genitivattribut: das Aus des Abkommens, Vertrags; das Aus der Vereinbarung
Beispiele:
Nach dem Aus des Safe-Harbor‑Abkommens hatten US‑Firmen schnell eine Alternative gefunden. [Maximilian Schrems, 28.08.2019, aufgerufen am 18.10.2019]
Eine Folge des Rechtsstreits ist das Aus für das Datenschutzabkommen Safe Harbour, das bislang den transatlantischen Datenverkehr geregelt hatte. [Der Standard, 13.06.2016]
Der ukrainische Ministerpräsident Mykola Asarow hat das Aus für das Assoziierungsabkommen mit der EU mit wirtschaftlichen Zwängen begründet. [Regierungschef: EU-Abkommen an »ökonomischen Gründen« gescheitert, 22.11.2013, aufgerufen am 18.08.2015]
Nach dem Aus für das Luftsicherheitsgesetz durch die Karlsruher Richter dringt Jung auf eine Änderung des Grundgesetzes. [Spiegel, 17.02.2006 (online)]
Ein vorzeitiges Aus für den Transitvertrag könnte mit qualifizierter Mehrheit gegen den Willen Österreichs beschlossen werden. [Der Standard, 15.12.2000]
g)
die Schließung von Firmen, Betrieben usw.
oft, weil es zu wenig Aufträge gibt oder weil sie zu wenig Geld haben
siehe auch Ruin
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das finanzielle, wirtschaftliche Aus
als Akkusativobjekt: das Aus für etw. beschließen, bekanntgeben, verkünden
Beispiele:
Für die Bevölkerung bedeutete dieses Aus des Krankenhauses eine erhebliche Schwächung der Gesundheitsversorgung mit deutlich längeren Wegen zu anderen Krankenhäusern. [Saarbrücker Zeitung, 23.11.2019]
Nach Ansicht von Lufthansa‑Vorstandschef Carsten Spohr führt das Aus der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin nicht zu steigenden Ticketpreisen auf breiter Front. [Spiegel, 12.10.2017 (online)]
Das Karstadt‑Management hatte […] das Aus für sechs Standorte mit rund 330 Mitarbeitern beschlossen. [Spiegel, 08.01.2015 (online)]
Das renommierte Museum of Contemporary Art […] in Los Angeles soll mit einer 30‑Millionen US‑Dollar‑Spende […] vor dem Aus gerettet werden. [Der Standard, 24.12.2008]
Durch das Aus von Hamburg Airlines und die Schließung der KLM‑Station ab 18. Januar fallen 150 Jobs weg oder werden verlagert. [Bild, 24.12.1997]
h)
das Ende (1 b) der Herstellung von Produkten oder des Angebots von Dienstleistungen
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: das Aus für etw. beschließen, bekanntgeben, verkünden
Beispiele:
Das Aus des Android‑Smartphones hat allerdings nichts damit zu tun, dass Microsoft die Handysparte von Nokia übernimmt. [www.golem.de, 28.08.2019, aufgerufen am 18.10.2019]
Deutschland muss nach dem Aus für den Airbus A380 womöglich einen Teil des Kredites für die Entwicklung des Großraumflugzeugs abschreiben. [Die Welt, 22.02.2019]
Die Entscheidung für das Aus des 2005 gestarteten und inzwischen wohl nicht mehr allzu populären Angebots wurde bereits vor mehr als einem Jahr getroffen. [iGoogle wird eingestellt, 07.10.2013, aufgerufen am 18.10.2019]
Nun gaben die Japaner [die Firma Sony] das Aus für den Kassetten‑Walkman […] bekannt. [Aus für Sonys Kassetten-Walkman, 24.10.2010, aufgerufen am 18.08.2015]
Das überraschende Aus für ein Nachahmer‑Medikament gegen psychische Erkrankungen macht die Gewinnplanungen des Generika‑Herstellers zunichte. [Die Welt, 20.12.2008]
i)
das Ende (1 b) der Nutzung von Technologien, Ressourcen o. Ä.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das baldige, sofortige Aus
als Akkusativobjekt: das Aus für etw. beschließen, bekanntgeben, verkünden
Beispiele:
Wer so ein altes Handy hat, muss sich beim Aus von 3G (= ein Standard für die Datenübertragung über das Mobilfunknetz) ein neues Gerät kaufen. [Bild, 10.07.2019]
Politiker, streikende Schüler und Klimaschützer fordern das baldige Aus für fossile Brennstoffe, einschließlich Erdgas. [Die Welt, 25.05.2019]
Das Aus für die Steinkohleförderung hatten die Bundesregierung, die Kohleländer Nordrhein‑Westfalen und Saarland sowie die Bergbaugewerkschaft IG BCE im Jahr 2007 vereinbart. [Die Welt, 22.12.2018]
Die deutsche Biokraftstoffindustrie befürchtet von neuen EU‑Plänen ein Aus für Biodiesel bis zum Jahr 2015. [Industrie erwartet von EU-Plänen Aus für Biodiesel bis 2015, 25.09.2012, aufgerufen am 18.08.2015]
Konkret bedeutet dies das Aus für Glühbirnen der schlechtesten beiden Kategorien F und G, die in der Schweiz rund 25 Prozent aller Glühbirnen ausmachen. [Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2008]
3.
übertragen
Phrasem:
jmd., etw. steht vor dem Aus (= jmd., etw. wird bald scheitern, etw. wird nicht mehr weiterverfolgt)
Beispiele:
Partei‑ und Fraktionschefin Andrea Nahles (48) steht nach Meinung von führenden Genossen vor dem Aus – die Frage nur noch, wie lange sie sich halten kann. [Bild, 27.05.2019]
Die Ehe von Gerhard Schröder und Doris Schröder‑Kopf steht endgültig vor dem Aus […]. [Norddeutsche Neueste Nachrichten, 15.09.2016]
Die russisch‑türkischen Beziehungen stehen nach dem Abschuss eines Kampfbombers vor dem Aus. [Der Standard, 25.11.2015]
Die chaotische Beziehung zwischen Fußball‑Zweitligist 1860 München und dem jordanischen Investor Hasan Ismaik steht vor dem Aus. [Die Zeit, 23.04.2013 (online)]
Die Aston Bank in Lugano steht vor dem Aus: Die Finanzmarktaufsicht […] hat ein Konkursverfahren gegen das Institut eröffnet, […]. [Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2009]
4.
übertragen
Phrasem:
jmdm., etw. droht das Aus (= jmd., etw. wird bald scheitern, wenn sich eine Situation nicht verändert)
Beispiele:
Dennis Schröder und Oklahoma City Thunder droht […] in der Western Conference das Aus schon in der ersten Runde. [Die Welt, 23.04.2019]
In Berlin droht den linearen Fernsehprogrammen in Deutsch, Spanisch und Arabisch das Aus. [Der DJV in der Deutschen Welle, 27.09.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
Die Website Politwoops archiviert in zahlreichen Ländern gelöschte Tweets von Politikern, nun droht dem Projekt nach der Abschaltung in den USA das Aus. [Die Zeit, 05.06.2015 (online)]
Nicht nur das Berufsleben von Stubbe […] ist zu Ende – auch der Beziehung mit seiner Freundin Marlene […] droht das Aus. [Bild am Sonntag, 12.01.2014, Nr. 2]
Das lernen die Firmen im Moment im Internet: Entweder sie finden Möglichkeiten Geld zu verdienen oder ihnen droht das wirtschaftliche Aus. [Süddeutsche Zeitung, 20.03.2001]
5.
übertragen
Phrasem:
etw. bedeutet das Aus [für jmdn., etw.] (= etw. ist der Grund für das Ende, das Scheitern von jmdm., etw.)
Beispiele:
Aber die Forderung, in allen Schutzgebieten komplett auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten, […] hätte das Aus für viele Obstbauern oder Winzer bedeutet. [Reutlinger General-Anzeiger, 27.11.2019]
Der angestrebte Bebauungsplan würde bei Inkrafttreten wohl das Aus für ein […]Warenverteilzentrum auf dem Areal bedeuten. [Allgemeine Zeitung, 05.11.2019]
Eine Affäre bedeutet nicht immer das Aus für die Liebe. [Vom richtigen Umgang mit Affären, 07.07.2014, aufgerufen am 15.09.2018]
Entscheidet sich die Basis für Neuwahlen beim nächsten Parteitag, könnte das für einige Vorstände das Aus fürs Amt bedeuten. [Spiegel, 17.02.2013 (online)]
Prenzlau – Der Wegfall der Butterschifffahrt auf der Oder mit der EU‑Osterweiterung am 1. Mai bedeutet das Aus für rund 50 Arbeitsplätze in der Uckermark. [Bild, 10.04.2004]
6.
bildlich
Phrasem:
jmdn., sich, etw. [mit etw.] ins Aus manövrieren (= etwas tun oder auf eine Art handeln, damit man selbst, eine andere Person oder etw. scheitert)
Beispiele:
In den Jahren ihrer Kanzlerschaft verstand sie [Angela Merkel] es […], ihr potenziell gefährlich werdende Gegner ins Aus zu manövrieren […]. [Mittelbayerische, 07.01.2017]
Politikwissenschaftler und Abgeordnete der im Bundestag vertretenen Parteien hatten in den vergangenen Wochen darüber spekuliert, ob sich die eurokritische Partei womöglich mit ihren Machtkämpfen selbst ins Aus manövrieren könnte. [Die Zeit, 16.01.2015 (online)]
Hohe Steuern, das Rauchverbot und ein sinkender Bierkonsum haben in den vergangenen Jahren tausende britische Pubs ins Aus manövriert. [Der Standard, 11.12.2014]
Man kann nur mit parteipolitischen Beweggründen erklären, wie [der britische Premierminister David] Cameron sein Land so ins Aus manövrieren konnte. [Die Welt, 14.12.2011]
Dass er sich selbst ins Aus manövriert und mit der Drogensucht […] ein selbständiges Leben verbaut habe, sei ihm bewusst, sagte der 25‑Jährige, […]. [Allgemeine Zeitung, 17.10.2007]
7.
bildlich
Phrasem:
jmdn. ins Aus drängen (= der Grund dafür sein, dass eine andere Person, eine Firma o. Ä. scheitert)
Beispiele:
Mit dem Aufkommen der Supermärkte und Discounter wurden die einst wichtigen kleinen Lebensmittelgeschäfte auf dem Land ins Aus gedrängt. [Südkurier, 29.11.2017]
Stimmen die Warnungen großer Energie‑Unternehmen, droht eine für Mittwoch geplante Gesetzesnovelle ausgerechnet Pumpspeicherkraftwerke und große Batteriespeicher wirtschaftlich ins Aus zu drängen. [Die Welt, 10.10.2016]
Scheinbare Freunde und eifersüchtige Konkurrenten legten mir Steine in den Weg und versuchten mich ins Aus zu drängen. [Miss Naseweis, 04.10.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
Ein guter Chef erreicht seine Ziele auch, ohne seine Kollegen mit ausgefahrenen Ellbogen ins Aus zu drängen. [Mitarbeiterführung: 10 Eigenschaften guter Chefs, 27.03.2015, aufgerufen am 18.10.2019]
In Deutschland älter zu werden bringt vielen Arbeitnehmern die demütigende Erfahrung, beruflich ins Aus gedrängt zu werden. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2004]
8.
bildlich
Phrasem:
jmdn., sich ins Aus schießen (= einen Fehler machen und so verursachen, dass man selbst oder eine andere Person scheitert)
Beispiele:
Ein potenzieller Nachfolger Schmitts [des Fraktionschefes der SPD im Saarland] schoss sich mit einer Dienstwagenaffäre ins Aus. [Die Welt, 31.10.2018]
Und wer geglaubt hatte, Trump schieße sich mit seinen anstößigen Bemerkungen über Einwanderer, Frauen oder Muslime selbst ins Aus, sieht sich eines Besseren belehrt. [Die Welt, 20.01.2016]
Liegt ein Ökonom mit einer einsamen Rezessionswarnung daneben, schießt er sich in seiner Zunft selbst ins Aus, hat er dagegen recht, sind alle mit anderem beschäftigt, als ihm zu danken. [Die Welt, 05.07.2016]
S[…] habe sich im Vorfeld der Wahl [zum Vorsitzenden des Ortsverbands] ins Aus geschossen, weil er sich zu entscheidenden Fragen nicht habe äußern können. [Leipziger Volkszeitung, 22.02.2008]
»Die Vermieter am Times Square haben sich mit ihren enormen Preisen selbst ins Aus geschossen«, klagt der Immobilienmakler […]. [Süddeutsche Zeitung, 27.11.1999]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aus · Aus
aus Präp. Adv. bezeichnet in beiden Wortarten die Richtung von innen nach außen, als Adverb auch ein Aufhören, Beenden; verwandt mit ↗außen und ↗außer (s. d.). Ahd. (8. Jh.), mhd. ūʒ sowie mnd. ūt, mnl. uut, ūte, nl. uit haben im Unterschied zu asächs. aengl. ūt, engl. out zu den Entsprechungen im Ostgerm. und Nordgerm. (got. anord. ūt, schwed. ut, dän. ud) und in anderen ie. Sprachen nicht nur adverbielle, sondern auch präpositionale Funktion. Im Nhd. tritt das selbständige Adverb deutlich zurück und lebt vorwiegend als erstes Glied trennbarer Verben weiter. Vergleichbare außergerm. Vertreter derselben Sippe, die auf ie. *ū̌d- ‘empor, hinauf’, dann auch ‘hinaus’ zurückgeht, sind aind. út ‘auf, aus’, lit. ũž-, úž- (Präfix) ‘auf-, hinauf-, zu-’ und die Komparative aind. úttaraḥ ‘der obere, höhere, nördliche’, griech. hýsteros (ὕστερος) ‘der spätere, hintere’, wahrscheinlich auch griech. (kypr.) y () ‘auf’ und das Präfix griech. hý- (ὑ-) in hýbris (ὕβρις) ‘Hochmut’. Ursprünglich weisen die germ. Sprachen außerdem eine Präposition mit der Bedeutung ‘aus’ auf, die in got. us, anord. ōr, ahd. ur (nur 8./9. Jh.) und in den Präfixen ahd. ur-, ar-, ir-, mhd. nhd.ur-, ↗er- (s. d. sowie ↗Urlaub, ↗erlauben) bezeugt ist und vielleicht (wie wohl auch lat. ūsque ‘in einem fort’) auf einer Weiterbildung *ū̌ds der Wurzel ie. *ū̌d- beruht. Zu dieser Präposition wird das Adverb germ. *ūt zunächst als Verdeutlichung hinzugefügt (z. B. got. ūt us ‘hinaus aus’) und nimmt im Dt. und Nl. dann selbst präpositionalen Charakter an (s. oben). Aus n. ‘Raum außerhalb des Spielfelds’ (bei Ballspielen), in der Sportsprache Anfang des 20. Jhs. eingeführte Verdeutschung von gleichbed. engl. out.

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Aus (für) · ...dämmerung · ↗Ende · ↗Götterdämmerung (als Beispiel) · im Endstadium (sein)  ●  (das) Totenglöcklein läuten (für)  fig. · (das) Totenglöcklein läutet (für)  fig.
Assoziationen
  • Epitaph · ↗Grabrede · ↗Trauerrede
  • (ein) Auslaufmodell (sein) · ↗Geschichte (sein) · Vergangenheit sein · ↗altbacken · ↗altmodisch · ↗anachronistisch · ↗antiquiert · ausgedient haben · hat seine Chance gehabt · hatte seine Chance · nicht mehr Stand der Technik · nicht mehr State of the Art · nicht mehr auf der Höhe der Zeit · nicht mehr in Mode · nicht mehr zeitgemäß · ↗unmodern · ↗unzeitgemäß · veraltet  ●  Old School  engl. · ↗vorsintflutlich  fig. · zum alten Eisen gehörend  fig. · ↗überholt  Hauptform · (der) gute alte (...)  ugs. · Die Zeiten sind vorbei.  ugs., Spruch · ↗Schnee von gestern  ugs. · abgelutscht  ugs., salopp · abgemeldet  ugs. · aus der Mode (gekommen)  ugs. · ↗ausgelutscht  ugs., salopp · damit lockt man keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor  ugs., sprichwörtlich · der Vergangenheit angehören  geh. · ↗durch  ugs., Jargon · gehört entsorgt  ugs. · hat seine besten Zeiten hinter sich  ugs. · hat sich erledigt  ugs., fig. · nicht mehr aktuell  ugs. · nicht mehr angesagt  ugs. · nicht mehr up to date  ugs., veraltend · ↗out  ugs. · ↗passé  ugs., veraltend · ↗uncool  ugs. · ↗vorbei  ugs. · war mal. (Heute ...)  ugs.
  • (es) geht zu Ende (mit jemandem) · (jemandes) Tage sind gezählt · (jemandes) letzte Tage sind gekommen · in den letzten Zügen liegen  ●  ↗(bald) gehen  verhüllend, fig. · im Sterben liegen  Hauptform · (jemandem) wachsen schon Flügel  derb, sarkastisch · ans Sterben kommen  geh., veraltend · es bald hinter sich haben  ugs., salopp · es nicht mehr lange machen  derb · seine Tage beschließen  geh.
  • Gedenkrede · ↗Nachrede · ↗Nachruf · ↗Nekrolog  ●  posthume Ehrung  geh. · posthume Würdigung  geh.
  • Abgesang · ↗Klagelied · ↗Schwanengesang
  • (der) Anfang vom Ende · letzte Zuckungen · letztes Aufbäumen  ●  letztes Aufflackern  fig.
  • Apokalypse · ↗Armageddon · ↗Ende · ↗Super-GAU · ↗Unglück · ↗Untergang · ↗Verderben · ↗Zusammenbruch  ●  ↗Abgrund  fig. · Abaddon (bibl.)  geh. · ↗Waterloo  ugs.
  • im Niedergang befindlich · im Niedergang begriffen · ↗rückläufig (sein)  ●  (den) Zenit überschritten haben  fig. · (sein) Stern ist am Sinken  fig., variabel · (sich) auf dem absteigenden Ast befinden  fig. · im Sinkflug (sein)  fig.
Synonymgruppe
(das) Aus · ↗Ende · ↗Scheitern
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Aus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aus‹.

Zitationshilfe
„Aus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aus>, abgerufen am 04.07.2020.

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