Ausbeute, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ausbeute · Nominativ Plural: Ausbeuten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungAus-beu-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Ausbeute‹ als Letztglied: ↗Ölausbeute
eWDG, 1967

Bedeutung

Ertrag, Gewinn aus einer Tätigkeit
Beispiele:
etw. bietet, liefert, gewährt reiche, gute, geringe, dürftige Ausbeute
die wissenschaftliche Ausbeute der Untersuchungen war zufriedenstellend
der Maler bringt Skizzen und Entwürfe als Ausbeute einer Studienreise mit
die Ausbeute (= der Förderertrag) des Schachtes, der Grube Bergmannssprache
Die ganze Ausbeute jenes Vereins besteht in einigen historischen Arbeiten [Heine6,117]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ausbeuten · Ausbeute · Ausbeutung
ausbeuten Vb. ‘ausschöpfen, Nutzen ziehen, durch Aneignung fremder Arbeit Profit erzielen’. Das Präfixverb (zur Etymologie s. ↗Beute) begegnet im 15./16. Jh. als Ausdruck des Kriegswesens im Sinne von ‘erbeuten, Beute machen’, auch ‘Beute, Gewinn verteilen’. Daraus entwickelt sich die Bedeutung ‘Gewinn, Nutzen ziehen, ausschöpfen’; sie zielt zunächst auf Naturschätze jeder Art, gilt aber auch für das ertragreiche Ausschöpfen materieller und geistiger Werte. Im Anschluß an den marxistischen Terminus Ausbeutung (s. unten) wird ausbeuten der verbale Ausdruck für das ökonomische Verhältnis zwischen Kapitalisten und den besitzlosen Lohnarbeitern (1. Hälfte 19. Jh.) Ausbeute f. ‘Kriegsbeute, Ertrag, Gewinn’ (16. Jh.). Ausbeutung f. ‘das Beutemachen, Verteilen der Kriegsbeute’ (16. Jh.), danach ‘Ausschöpfung, ertragreiche Nutzung’. Gleichbed. frz. exploitation wird in die Saint-Simonistische Ausbeutungstheorie übernommen und bezeichnet die ‘Ausnutzung der besitzlosen arbeitenden Klasse durch eine Minderheit von Eigentümern an Arbeitsmitteln’ (vgl. die Wendung l’exploitation de l’homme par l’homme). Mit diesem Wortinhalt wird frz. engl. exploitation zu einem geläufigen Ausdruck der französischen und englischen utopischen Sozialisten. Das Femdwort Exploitation übernehmen Marx und Engels in ihre ökonomischen Schriften; es wird seit Engels’ „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“ (1845) zunehmend mit seinem dt. Äquivalent Ausbeutung wiedergegeben. Im Zusammenhang mit der Annahme eines Mehrwertes entwickeln Marx und Engels Ausbeutung zu einem zentralen Terminus der marxistischen Gesellschaftstheorie und bestimmen ihn als ‘Aneignung unbezahlter fremder Arbeit (des Mehrprodukts) durch die Eigentümer der Produktionsmittel’ in der antagonistischen Klassengesellschaft.

Thesaurus

Synonymgruppe
Einkünfte · Einnahmen · ↗Erlös · ↗Ertrag · ↗Erwerb · ↗Gewinn · ↗Gewinnmarge · ↗Gewinnspanne · ↗Marge · ↗Profit · ↗Rendite · ↗Verdienstspanne · ↗Überschuss
Unterbegriffe
  • (hoher) Gewinn  ●  ↗Reibach  ugs.
  • Buchgewinn · rechnerischer Gewinn
  • Seigniorage  ●  Münzgewinn  historisch · Schlagsatz  historisch · Schlagschatz  historisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Aushub
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bodenschätze Bronzemedaillen Expeditionen Reinheit Vorkommen beachtlich bescheidene dürftige energetische enttäuschende ergiebig fotografische gering hundertprozentige karge klägliche kümmerliche magere maximale mickrige mäßige optimale reiche reichhaltige schraubte spärlich zweistellige zählbare Ölfelder Ölvorkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausbeute‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einzige Ausbeute bis jetzt war ein Satz aus der vorvergangenen Nacht.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 78
Natürlich sind wir nicht zufrieden mit der Ausbeute in 2001.
Süddeutsche Zeitung, 20.08.2001
Der Preis ist niedrig, die Ausbeute könnte hoch sein - so lieben es mittlerweile auch Wissenschaftler.
Der Tagesspiegel, 30.07.1999
Da dieser Teil aber hauptsächlich militärische Ereignisse schildert, ist die Ausbeute für die Politik viel weniger umfassend.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 903
Reich ist die diesjährige Ausbeute für die Geschichte der Landesuniversität Jena.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 454
Zitationshilfe
„Ausbeute“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ausbeute>, abgerufen am 21.09.2017.

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