Ausbund, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ausbund(e)s · Nominativ Plural: Ausbünde · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungAus-bund
eWDG, 1967

Bedeutung

jmd. ist ein Ausbund von
jmd. ist ein Ausbund + Gen.
jmd. ist der Inbegriff
a)
abwertend
Beispiele:
jmd. ist ein Ausbund von Frechheit, Unverschämtheit, Bosheit, Verschlagenheit, Hässlichkeit
Die Piguno ist ... ein Hutzelweib mit verrunzeltem Gesicht, Ausbund der Neugier [WerfelBernadette54]
b)
spöttisch in lobendem Sinne
Beispiele:
er ist ein wahrer Ausbund von Tugend, Fleiß, Tüchtigkeit, Klugheit, Gelehrsamkeit
sie soll ein Ausbund von Schönheit, Anmut sein
Ausbund aller Huld und Züchten, / Perl' und Blume aller Frauen [Heine1,448]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ausbund m. ‘das Beste, der Inbegriff seiner Art’. Nach Frühbelegen gegen Ende des 15. Jhs., denen ausbündig Adj. ‘vortrefflich, vorzüglich’ (mnd. ūtbundich) voraufgeht, wird es zu einem vielgebrauchten Wort des 16./17. Jhs. Ausbund ist etw. sichtbar ‘Herausgebundenes’ und daher ‘Hervorragendes’. Eine Herleitung aus der Kaufmannssprache, die J. Grimm ¹DWB 1, 841 vermutet, ist nicht erweisbar.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausbund (an / von) · ↗Exempel · ↗Inbegriff · ↗Inkarnation · ↗Muster (an) · ↗Musterbeispiel · ↗Musterfall · ↗Paradebeispiel · ↗Vorzeigebeispiel · sehr gutes Beispiel (für)  ●  ↗Beispiel  Hauptform · ↗Ausgeburt (einer Sache / an etwas)  geh., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bescheidenheit Böse Charme Disziplin Eleganz Energie Freundlichkeit Fröhlichkeit Geschmacklosigkeit Harmlosigkeit Heuchelei Häßlichkeit Korrektheit Lebendigkeit Lebenslust Liebenswürdigkeit Modernität Professionalität Schönheit Seriosität Solidität Spritzigkeit Temperament Treue Tugend Vernunft Vitalität Zuverlässigkeit wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausbund‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie verleiht die am höchsten dotierten Preise der Welt, und die Art und Weise, in der sie das tut, ist ein Ausbund ritualisierter Tradition.
Die Zeit, 17.12.1993, Nr. 51
Er konnte nicht anders, als sie zu stützen, wollte er nicht als Ausbund von Undankbarkeit gelten.
Der Tagesspiegel, 24.09.2002
Honda stellt mit der CBR 1100 XX einen Ausbund an Kraft auf die Räder, wie er serienmäßig noch nie zuvor gebaut worden ist.
Süddeutsche Zeitung, 12.10.1996
Doch auch er stirbt - Ausbund an künstlerischer Hypersensibilität - an Typhus.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 241
Manche ließen sich ein Glas Bier geben, worüber sich die Wirtin freute, die ihrerseits nicht verfehlte, mich ihren Gästen als einen Ausbund von Klugheit vorzurühmen.
Carossa, Hans: Eine Kindheit, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1992 [1922], S. 45
Zitationshilfe
„Ausbund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ausbund>, abgerufen am 19.08.2019.

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