Ausfall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ausfall(e)s · Nominativ Plural: Ausfälle
Aussprache
WorttrennungAus-fall (computergeneriert)
Grundformausfallen
eWDG, 1967 und DWDS, 2014

Bedeutungen

1.
Verlust, Einbuße
Beispiele:
ein beträchtlicher Ausfall des Lohnes, der Einnahmen, Steuern
der häufige Ausfall der Arbeitsstunden, des Unterrichts, in der Produktion
die Deckung des Ausfalls
den Ausfall des Verdienstes berechnen, tragen
die Kompanie hatte viele Ausfälle
umgangssprachlich wegen der Grippe gab es viele Ausfälle in den Betrieben (= waren viele Beschäftigte nicht arbeitsfähig)
Sport der Linksaußen B war ein glatter Ausfall (= eine Enttäuschung)
2.
das Nichtmehrfunktionieren eines technischen Gerätes oder SystemsQuelle: DWDS, 2014
Beispiele:
Heißer Wasserdampf sprühte auf die Batterien, die selbst bei Ausfall der allgemeinen Stromversorgung an Bord die Computer noch einige Zeit mit Energie versorgen sollen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2006]
Die Wärme im Raum wird ständig von einem Computer überwacht, da ein Ausfall der Ventilatoren fatale Folgen haben kann. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2001]
Ein Backup dient der Sicherung des Datenbestands eines Computers für den Fall eines Ausfalls von Hardware oder Betriebssystem. [Die Welt, 15.11.2000]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein mehrstündiger Ausfall
mit Genitivattribut: ein Ausfall der Triebwerke, der Klimanlage, Stromversorgung, des Motors
in Koordination: Störungen, Defekte und Ausfälle
3.
a)
Angriff aus einer belagerten Festung heraus
Gegenwort zu Einfall
Beispiele:
einen kühnen, tapferen, wilden, verzweifelten Ausfall machen
einen Ausfall versuchen, wagen
die Ausfälle der Belagerten abweisen, zurückschlagen
b)
Fechten Angriffsstellung
Beispiele:
Ausfall rechts
der Ausfall des Fechters auf den Gegner
einen Ausfall parieren
[er] stand im Ausfall [L. FrankRäuberbande1,39]
4.
übertragen beleidigender Angriff gegen jmdn.
Beispiele:
plötzliche, heftige, leidenschaftliche, wütende, verzweifelte Ausfälle machen
ein persönlicher, versteckter, witziger, ironischer, bissiger, grober, hässlicher Ausfall
Ausfälle parieren, ertragen, erdulden
jmdn. zu Ausfällen reizen, aufwiegeln
sich Ausfälle erlauben, gefallen lassen, verbitten
Ulrich ... sparte nicht mit Ausfällen gegen Lindner [MusilMann1366]
5.
veraltend Ergebnis, Resultat
Beispiele:
ein guter, schlechter Ausfall der Ernte, Wahl, Prüfung, des Urteils
einen negativen Ausfall des Kampfes befürchten
der Ausfall des Entscheids ist zweifelhaft
mit dem glücklichen Ausfall zufrieden sein
als er von dem Ausfall des Besuches hörte, war [er] wenig überrascht [FontaneI 2,134]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausfall · ↗Betriebsstörung · ↗Störfall
Synonymgruppe
Abstinenz · Ausfall · ↗Entbehrung · ↗Entzug
Assoziationen
  • Leere · ↗Lücke · ↗Nichts · ↗Vakuum · nicht das Mindeste · nicht das geringste bisschen · nicht das mindeste  ●  gähnende Leere  ugs. · kein Funke  ugs. · keine Spur  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dividende Hirnfunktion Kapitän Klimaanlage Kreditgeschäft Leistungsträger Spielmacher Stammkraft Stammspieler Steuereinnahme Torjäger Triebwerk Verspätung antisemitisch auffangen ausgleichen beklagen kompensieren krankheitsbedingt kurzfristig neurologisch radioaktiv rassistisch schmerzen verbal verkraften verletzungsbedingt wegstecken wettmachen wiegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausfall‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotz dessen verbaler Ausfälle über die Jahre halten sie es seit 1947 miteinander aus.
Die Zeit, 24.11.2010 (online)
Ein Ausfall in Spa wäre aber auch dafür Gift - ohne Witz.
Bild, 09.09.2005
Besonders groß ist der Ausfall von 11 Millionen Müttern von Kindern unter 14 Jahren.
o. A.: Einhundertsiebzigster Tag. Mittwoch, 3. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 12466
Hört mich: Sammelt alle Kraft, die ihr hier noch findet, macht einen Ausfall.
Rubiner, Ludwig: Die Gewaltlosen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 16632
Nach dem glänzenden Ausfall der Wahlen habe man eine andere Haltung erwartet.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4133
Zitationshilfe
„Ausfall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ausfall>, abgerufen am 21.03.2019.

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