Ausflucht, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ausflucht · Nominativ Plural: Ausflüchte
Aussprache 
Worttrennung Aus-flucht
eWDG, 1967

Bedeutung

Ausrede
Beispiele:
eine bequeme, glatte, leere Ausflucht
allerlei Ausflüchte machen, haben, gebrauchen, erfinden, ersinnen
das ist nur eine Ausflucht!
bitte, keine Ausflüchte!
keine Ausflucht gelten lassen
alle Ausflüchte halfen ihm nichts, waren umsonst
auf Ausflüchte verfallen
er versteckt, verschanzt sich hinter Ausflüchten
jmdm. mit Ausflüchten kommen
sich [Dativ] mit einer Ausflucht helfen
um eine Ausflucht nie verlegen sein
die Zeit der feigen Ausflüchte war zu Ende [G. HartlaubGroßer Wagen127]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flucht1 · flüchten · flüchtig · Flüchtigkeit · verflüchtigen · Flüchtling · Zuflucht · Ausflucht
Flucht1 f. ‘das Fliehen’, ahd. fluht (9. Jh.), mhd. vluht, asächs. fluht, mnd. mnl. nl. vlucht, engl. flight (westgerm. *fluhti-) ist ein mit ti-Suffix und Ablaut gebildetes Abstraktum zu dem unter ↗fliehen (s. d.) behandelten Verb. flüchten Vb. ‘sich oder etw. retten, in Sicherheit bringen, Schutz suchen, fliehen’, ahd. fluhten ‘vertreiben, austreiben’ (9. Jh.), mhd. vlühten, auch ‘fliehen’. flüchtig Adj. ‘auf der Flucht befindlich’, daher übertragen ‘schnell und ungenau, oberflächlich’, ahd. fluhtīg ‘fliehend’ (9. Jh.), mhd. vlühtec, vlühtic; Flüchtigkeit f. ‘Schnelligkeit’ (16. Jh.), dann ‘Oberflächlichkeit’; verflüchtigen Vb. ‘(sich) in seine Bestandteile, in Dampf auflösen, in gasförmigen Zustand übergehen bzw. überführen’ (18. Jh.), älter ‘fliehen’ (15. Jh.); vgl. mhd. vlühtegen ‘in die Flucht schlagen’ und vervlühtic ‘flüchtig’. Flüchtling m. ‘wer sich auf der Flucht befindet oder geflohen ist’ (17. Jh.). Zuflucht f. ‘Schutz(ort), Unterschlupf, Hilfe’; ahd. zuofluht (8. Jh.), mhd. zuovluht ist Übersetzung von lat. refugium der Bibel und verläßt erst im 14. Jh. den biblisch-religiösen Bereich. Ausflucht f. ‘Ausrede, Vorwand’, in dieser und anfangs noch in der eigentlichen Bedeutung ‘heimliches Entrinnen’ seit dem 15. Jh. belegt; doch vgl. schon ahd. ūʒfluht ‘Flucht, Ausweg zur Flucht, Gelegenheit, sich zu retten’ (8. Jh.) sowie spätmhd. ūʒvliehen ‘entfliehen, sich in Sicherheit bringen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beschönigung · ↗Entschuldigung · ↗Notlüge · Verlegenheitslüge · ↗Vorwand · schlechte Ausrede · unter dem Deckmantel des/der ...  ●  Ausflucht  negativ · ↗Ausrede  negativ · ↗Schutzbehauptung  verhüllend · faule Ausrede  negativ
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ausflucht‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausflucht‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ausflucht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mein Gegenüber akzeptiert das bestenfalls als Ausflucht, nicht als Antwort.
konkret, 1990
Das seien nur Ausflüchte, um keine höheren Gehälter zahlen zu müssen, widersprechen die Spieler.
Süddeutsche Zeitung, 23.03.1994
Nach dem jetzt vorgelegten Gutachten gebe es für die Politik keine Ausflüchte mehr, diesen Weg nachdrücklich zu verfolgen.
Süddeutsche Zeitung, 30.03.1996
Der Käufer wendet sich daraufhin an den Hersteller, der sich jedoch mit verschiedenen Ausflüchten aus der Pflicht stehlen will.
C't, 1996, Nr. 9
Er hatte Ausflüchte gemacht, war immer seltener gekommen und am Schluss ganz weggeblieben.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 255
Zitationshilfe
„Ausflucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ausflucht>, abgerufen am 09.08.2020.

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