Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ausgang, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ausgang(e)s · Nominativ Plural: Ausgänge
Aussprache  [ˈaʊ̯sgaŋ]
Worttrennung Aus-gang
Grundformausgehen
eWDG

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von ausgehen (1 a)
a)
das Ausgehen
Beispiele:
zum Ausgang rüsten
gehobensich zum Ausgang ankleiden
vom Ausgang zurückkehren
der erste Ausgang war für den Genesenden recht anstrengend
b)
Genehmigung zum Ausgehen
Beispiele:
das Kindermädchen, der Soldat hat heute Abend Ausgang
Albert hatte jetzt jeden Sonntag seinen Ausgang [ ViebigErde152]
2.
ausgehende Post, Waren
Grammatik: meist im Plural
in gegensätzlicher Bedeutung zu Eingang
Beispiele:
die Ausgänge müssen noch erledigt werden
wenn er im Kontor die Ein‑ und Ausgänge verrechnete und buchte [ FrenssenBaas350]
3.
Tür, Öffnung, durch die jmd. hinausgeht
in gegensätzlicher Bedeutung zu Eingang
Beispiele:
dem Ausgang zustreben
sich dem Ausgang zuwenden
das Publikum drängt sich nach der Vorstellung an den Ausgängen
in einem Gebäude nach dem (vorderen, hinteren, seitlichen) Ausgang suchen, fragen
einen verbotenen, geheimen Ausgang benutzen
am Ausgang auf jmdn. warten
die Polizei besetzte, überwachte, kontrollierte, sperrte alle Ausgänge des Saales, Werkes, Bahnhofes
der Ausgang muss frei bleiben!
bitte den Ausgang frei halten!
dieser Ausgang ist ab 20 Uhr geschlossen
bildlich
Beispiele:
der Ausgang des Darmes
das Geschwür befindet sich am Ausgang des Magens
4.
Ende
Grammatik: meist im Singular
a)
Ende eines Ortes, Gebietes
in gegensätzlicher Bedeutung zu Eingang
Beispiele:
am Ausgang des Dorfes, Gebirges
die Ortschaft liegt am Ausgang des Waldes, der Heide
Am Ausgang der Ulmenallee begegnete ihnen der Postbote [ GanghoferHubertus503]
b)
Ende eines Zeitabschnittes
Beispiele:
am Ausgang des Mittelalters, dieser Epoche
gegen Ausgang des vorigen Jahrhunderts
Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie [ EngelsL. FeuerbachTitel]
c)
Ende eines Vorganges, verbunden mit einem bestimmten Ergebnis
Beispiele:
der Ausgang einer Angelegenheit, des Unternehmens ist ungewiss, fragwürdig, zweifelhaft, nicht vorauszusehen
den Ausgang einer Konferenz, Beratung, der Wahlen mit Spannung erwarten
ich bin auf den Ausgang gespannt
der überraschende Ausgang eines sportlichen Wettkampfes, des Rechtsstreites
der glückliche, tragische Ausgang eines technischen Versuches
eine Krankheit, Operation mit tödlichem Ausgang (= mit nachfolgendem Tod)
die Sache nahm für ihn einen erfreulichen, befriedigenden, bösen Ausgang (= endete für ihn erfreulich, befriedigend, böse)
ein Roman, Theaterstück mit einem originellen, tragischen Ausgang
d)
Ende eines Wortes, Verses
Beispiele:
der Ausgang der verschiedenen Versarten
malayische Wörter mit konsonantischem Ausgang [ Forschungen1959]
5.
Ausgangspunkt
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
der Redner nahm ein bekanntes Sprichwort, aktuelles Ereignis zum Ausgang seiner Betrachtungen
papierdeutschdieser Vorschlag, Plan nahm von der Direktion seinen Ausgang (= ging von der Direktion aus)
[Lederer] bemühte sich … zum Ausgang des Gesprächs zurückzuführen [ A. ZweigJunge Frau257]
6.
Druckerei unbedruckter Rest einer Zeile
Beispiel:
der Ausgang muss beseitigt werden
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehen · abgehen · Abgang · angehen · aufgehen · Aufgang · ausgehen · Ausgang · begehen · eingehen · Eingang · entgehen · ergehen · hintergehen · übergehen · Übergang · untergehen · Untergang · vergehen · Vergehen · Vergangenheit · vorgehen · Vorgang · Vorgänger
gehen Vb. ‘sich zu Fuß fortbewegen’. Im Paradigma von nhd. gehen sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd. gangan (8. Jh.), mhd. gangen, asächs. aengl. gangan, mnl. ganghen, anord. ganga, got. gaggan gehört zu den reduplizierenden Verben und ist vielleicht als Rückbildung aus einem jan-Verb germ. *gangjan (vgl. ahd. zigengen ‘zergehen machen, vernichten’, um 1000, mhd. gengen ‘gehen machen, losgehen’, aengl. gengan ‘gehen, reisen, reiten’) anzusehen. Es ist verwandt mit Gang1 (s. d.) und außergerm. mit aind. jáṅghā ‘Unterschenkel’, jáṁhaḥ ‘Flügel, Schwinge’, lit. žeñgti ‘schreiten, gehen’ und vielleicht griech. kochṓnē (κοχώνη) ‘Stelle zwischen den Schenkeln, Hinterbacke’. Erschließbar ist ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt, Schenkelspreize, Schamgegend’. Auf dieses durch ahd. gangan vertretene Verb gehen das Prät. (ging) und das Part. Prät. (gegangen) von nhd. gehen zurück. Daneben steht gleichbed. ahd. gān (8. Jh.) und (zunächst nur bair. und frk.) gēn (8. Jh.), mhd. gān, gēn, asächs. -gān, mnd. aengl. gān, engl. to go, mnl. gaen, nl. gaan, anord. aschwed. , krimgot. geen, das ahd. nur durch den Infinitiv und athematisch gebildete Präsensformen (gām, gās(t), gāt usw. neben gēm, gēs(t), gēt usw.) belegt ist (vgl. aber aengl. Part. Prät. gegān), die Infinitiv und Präsens des nhd. Verbs gehen ergeben haben. Dieses Verb verbindet sich mit griech. (homerisch) kichā́nein (κιχάνειν) ‘erreichen, erlangen, antreffen’, aind. jíhītē ‘springt auf, begibt sich zu’ und führt auf eine Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- ‘leer sein, fehlen, verlassen, fortgehen’, dann auch ‘gehen’, wobei eine Identität mit ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ erwogen wird (s. gähnen), da sich ‘fortgehen’ aus ‘klaffend abstehen’ entwickelt haben kann. abgehen Vb. ‘sich entfernen, fehlen, sterben, abschreiten’, ahd. abagangan, -gān ‘aufhören, vergehen’ (um 1000), mhd. abegān ‘abnehmen, etw. versagen, fehlen’; Abgang m. ‘Weggang, Tod, Weg nach unten’, mhd. abeganc ‘das Hinabgehen, ein hinabführender Weg, Mangel, Abfall’. angehen Vb. ‘beginnen, betreffen, um etw. bitten’, ahd. anagangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. anegān ‘anfangen, hineingehen, folgen, angreifen’. aufgehen Vb. ‘sich öffnen, emporsteigen, sichtbar werden’, ahd. ūfgangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. ūfgān, -gēn ‘aufgehen, sich erheben, entstehen, gedeihen’; Aufgang m. ‘Erscheinen, Weg nach oben, Treppe’, ahd. ūfgang (8. Jh.), mhd. ūfganc. ausgehen Vb. ‘fortgehen, sich aufbrauchen, enden, abzielen auf etw.’, ahd. ūʒgangan, -gān, -gēn ‘hinausgehen, aufhören’ (8. Jh.), mhd. ūʒgān, -gēn ‘heraus-, hervorgehen, über die Ufer treten, zu Ende gehen, sich verlieren’; Ausgang m. ‘das Hinausgehen, Schluß, Ende, Weg nach außen’, ahd. ūʒgang (um 800), mhd. ūʒganc ‘das Herausgehen, Ausgang, Ende’. begehen Vb. ‘besichtigen, entlanggehen, feiern’, ahd. bigangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. begān, -gēn ‘erreichen, antreffen, sorgen um etw., feiern, zu Grabe geleiten’. eingehen Vb. ‘hineingehen, eintreffen, sich mit etw. oder jmdm. beschäftigen, kleiner werden, schrumpfen, aufhören zu existieren’, ahd. ingangan, -gān, -gēn ‘hineingehen, ein-, betreten, eindringen, überfallen’ (8. Jh.), mhd. īngān, asächs. mnd. ingān, got. inngaggan. Eingang m. ‘Öffnung, Tür, Ankunft, Weg nach innen’, ahd. ingang (8. Jh.), mhd. īn-, inganc. entgehen Vb. ‘entkommen, nicht bemerkt werden’, ahd. intgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. engān, -gēn ‘entkommen, fortgehen, verlorengehen, sich entziehen’. ergehen Vb. ‘angeordnet werden’, reflexiv ‘spazierengehen’, auch unpersönlich mir ergeht es gut, schlecht, ahd. irgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. ergān, -gēn ‘zu gehen beginnen, kommen, geschehen, sich ereignen, einholen, zu Ende gehen’. hintergehen Vb. ‘betrügen, täuschen’, spätmhd. hindergān ‘von hinten herangehen, überfallen, betrügen’. übergehen Vb. ‘nicht beachten, übersehen, überlaufen, überfließen’, ahd. ubargangan, ubar(i)gān ‘überströmen, hinübergehen’ (8. Jh.), mhd. übergān, -gēn ‘übergehen, -fließen, vorübergehen, über etw. gehen, überfallen, übertreten’; Übergang m. ‘überführender Weg, das Überschreiten, Wechsel’, ahd. ubargang ‘das Herausgehen, Abweichung, Verderben, Seuche, Pest’ (8. Jh.), frühnhd. übergang ‘das Hinübergehen, Durchgang, Stelle, wo man hinübergeht’ (15. Jh.). untergehen Vb. ‘zugrunde gehen, versinken’, ahd. untargangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. untergān, -gēn ‘dazwischentreten, überkommen, befallen, versperren’; Untergang m. ‘das Zugrundegehen, Scheitern, Sinken’, ahd. untargang (9. Jh.), mhd. underganc ‘Verderben, Sinken (der Sonne), Unterwerfung, Schiedsgericht’. vergehen Vb. ‘aufhören zu existieren, vorbeigehen, verstreichen’, reflexiv ‘gegen eine Norm verstoßen, ein Verbrechen an jmdm. ausführen’, ahd. firgangan, -gān, -gēn ‘vorwärtsgehen, verstreichen’ (9. Jh.), mhd. vergān, -gēn, auch ‘übergehen, meiden, auseinandergehen, sich verirren’; Vergehen n. ‘zu bestrafende Handlung, Verbrechen’ (18. Jh.), vgl. mhd. vergān ‘das Vorübergehen, Hinweggehen’; Vergangenheit f. ‘zurückliegende, verflossene Zeit’ (18. Jh.), in diesem Sinne grammatischer Terminus für Zeitformen des Verbs, die ein Geschehen oder Sein als vergangen darstellen (19. Jh.), vgl. di vergangen zeit (um 1400), die verlauffene Zeit (Anfang 17. Jh.). vorgehen Vb. ‘vorwärtsgehen, nach vorn gehen, den Vorrang haben, sich ereignen’, ahd. foragangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. vor-, vürgān ‘vorangehen, übertreffen’; Vorgang m. ‘Ereignis, Ablauf eines Geschehens, in den Akten festgehaltener Fall’, mhd. vor-, vürganc ‘das Vorausgehende, Einleitung, Vortritt, Fortschritt, Erfolg’; Vorgänger m. ‘in Amt oder Stellung Vorangegangener’, spätmhd. vorganger, -genger.

Thesaurus

Synonymgruppe
Auflösung · Ausgang (eines Konfliktes)
Synonymgruppe
Ausgang · Endergebnis · Ergebnis · Fazit · Quintessenz · Resultat
Luftfahrt
Synonymgruppe
Ausgang  ●  Flugsteig  Hauptform · Gate  engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Abschluss · Ausgang · Schluss  ●  Ausklang  fig. · Ende  Hauptform · Finitum  geh., selten
Assoziationen
Synonymgruppe
Ausgang [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]

Typische Verbindungen zu ›Ausgang‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausgang‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ausgang‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ob man ihr noch straflos entgegentreten darf, wird der Ausgang dieses Verfahrens zeigen. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 58]
Ich nickte ins Zimmer zurück, und wir gingen zum Ausgang. [Widmer, Urs: Im Kongo, Zürich: Diogenes 1996, S. 106]
In dieser Richtung bewegt sich die Entwicklung am Ausgang der Antike. [Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 36]
Am Ausgang des Saals trat mir eine starkknochige ältere Frau entgegen. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1333]
Und wenn ich dann auch noch höre, die Spieler haben bis exakt 21 Uhr Ausgang. [Der Spiegel, 22.06.1992]
Zitationshilfe
„Ausgang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ausgang>.

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