Ausgeburt, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ausgeburt · Nominativ Plural: Ausgeburten (meist mit Gen.)
Aussprache
WorttrennungAus-ge-burt
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend Auswuchs
Beispiele:
diese Gedanken, Vorstellungen sind die Ausgeburt einer krankhaften, überreizten Phantasie
das Verbrechen war die Ausgeburt einer hemmungslosen Leidenschaft
Dies [das Gespenst] ist bloß eures Hirnes Ausgeburt [Schlegel-Shakesp.HamletIII 4]
Folgen und Ausgeburten deiner Laster [Th. MannBuddenbrooks1,595]
Ausgeburt der Hölle
Beispiel:
O, du Ausgeburt der Hölle! [GoetheZauberlehrl.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geburt · gebürtig · Geburtshelfer · Geburtstag · Ausgeburt · Nachgeburt
Geburt f. ‘Vorgang und Ergebnis des Gebärens, Entbindung, Abstammung’, ahd. giburt (8. Jh.), mhd. geburt, asächs. giburd, mnd. gebort, mnl. gheboorte, nl. geboorte, afries. berthe, berd, aengl. gebyrd, got. gabaúrþs (germ. *-burdi-) ist ablautendes ti-Abstraktum zu dem unter ↗gebären (s. d.) genannten Verb und gehört (wie formal entsprechendes aind. bhṛtíḥ ‘Unterhalt, Erhaltung’) zur Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (auch ‘Leibesfrucht tragen’). gebürtig Adj. ‘geboren, von Geburt’, ahd. giburtīg ‘zur Geburt, zum Gebären nötig’ (11. Jh.), mhd. geburtec. Geburtshelfer m. (18. Jh.). Geburtstag m. ‘Tag des Geborenwerdens, Jahrestag der Geburt’, ahd. giburtitago (9. Jh.), giburtitag (um 1000), Übersetzung von lat. diēs nātālis, mhd. geburttac. Ausgeburt f. ‘das Gebären’, als Ergebnis des Gebärvorgangs (s. ↗ausgebären), ‘Geschöpf, Kind, Junges’, vornehmlich ‘geistiges Erzeugnis’ (17. Jh.), in entsprechendem Kontext häufig ‘übles Produkt, Dämon’, besonders Ausgeburt der Hölle (Goethe). Nachgeburt f. ‘Ausstoßung des Mutterkuchens nach der Geburt’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausbund (an / von) · ↗Exempel · ↗Inbegriff · ↗Inkarnation · ↗Muster (an) · ↗Musterbeispiel · ↗Musterfall · ↗Paradebeispiel · ↗Vorzeigebeispiel · sehr gutes Beispiel (für)  ●  ↗Beispiel  Hauptform · Ausgeburt (einer Sache / an etwas)  geh., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Böse Denken Dummheit Finsternis Gehirn Hirn Hölle Ideologie Kapitalismus Langeweile Männerphantasie Nationalsozialismus Phantasie Scheußlichkeit Teufel Traum Vernunft Verzweiflung Wahn Wahnsinn abtun bezeichnen brandmarken monströs phantastisch rein schlimm typisch wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausgeburt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit beinah nun 15 Jahren strampele ich mich gegen diese Ausgeburt ab - ohne Erfolg.
C't, 1998, Nr. 24
Mit ihrer Hilfe kann er die Ausgeburten seines nächtlichen Wachens besiegen.
Die Zeit, 08.08.1997, Nr. 33
Er hinwiederum empfand dies Lager als eine Ausgeburt der Hölle.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 973
Sein Wort ist die Ausgeburt eines krank gewordenen Gehirnes, das nimmer Augen hatte um zu schauen, nimmer Ohren um zu hören.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 20364
Man hielt in Isolation oder unter Tieren aufgewachsene Kinder für Gespenster oder unmenschliche Ausgeburten der Natur.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 128
Zitationshilfe
„Ausgeburt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ausgeburt>, abgerufen am 21.01.2019.

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