Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ausgeburt, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ausgeburt · Nominativ Plural: Ausgeburten
Aussprache 
Worttrennung Aus-ge-burt
formal verwandt mitGeburt
eWDG

Bedeutung

abwertend Auswuchs
Beispiele:
diese Gedanken, Vorstellungen sind die Ausgeburt einer krankhaften, überreizten Phantasie
das Verbrechen war die Ausgeburt einer hemmungslosen Leidenschaft
Dies [das Gespenst] ist bloß eures Hirnes Ausgeburt [ Schlegel-Shakesp.HamletIII 4]
Folgen und Ausgeburten deiner Laster [ Th. MannBuddenbrooks1,595]
Ausgeburt der Hölle
Beispiel:
O, du Ausgeburt der Hölle! [ GoetheZauberlehrl.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geburt · gebürtig · Geburtshelfer · Geburtstag · Ausgeburt · Nachgeburt
Geburt f. ‘Vorgang und Ergebnis des Gebärens, Entbindung, Abstammung’, ahd. giburt (8. Jh.), mhd. geburt, asächs. giburd, mnd. gebort, mnl. gheboorte, nl. geboorte, afries. berthe, berd, aengl. gebyrd, got. gabaúrþs (germ. *-burdi-) ist ablautendes ti-Abstraktum zu dem unter gebären (s. d.) genannten Verb und gehört (wie formal entsprechendes aind. bhṛtíḥ ‘Unterhalt, Erhaltung’) zur Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (auch ‘Leibesfrucht tragen’). – gebürtig Adj. ‘geboren, von Geburt’, ahd. giburtīg ‘zur Geburt, zum Gebären nötig’ (11. Jh.), mhd. geburtec. Geburtshelfer m. (18. Jh.). Geburtstag m. ‘Tag des Geborenwerdens, Jahrestag der Geburt’, ahd. giburtitago (9. Jh.), giburtitag (um 1000), Übersetzung von lat. diēs nātālis, mhd. geburttac. Ausgeburt f. ‘das Gebären’, als Ergebnis des Gebärvorgangs (s. ausgebären), ‘Geschöpf, Kind, Junges’, vornehmlich ‘geistiges Erzeugnis’ (17. Jh.), in entsprechendem Kontext häufig ‘übles Produkt, Dämon’, besonders Ausgeburt der Hölle (Goethe). Nachgeburt f. ‘Ausstoßung des Mutterkuchens nach der Geburt’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Exempel · Inbegriff · Inkarnation · Muster (an) · Musterbeispiel · Musterfall · Paradebeispiel · Vorzeigebeispiel · sehr gutes Beispiel (für)  ●  Beispiel  Hauptform · (der / die / das) ... selbst  ugs. · ...bolzen  ugs., salopp · Ausbund (an / von)  geh. · Ausgeburt (einer Sache / an etwas)  geh., abwertend
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ausgeburt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausgeburt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ausgeburt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit beinah nun 15 Jahren strampele ich mich gegen diese Ausgeburt ab – ohne Erfolg. [C’t, 1998, Nr. 24]
Mit ihrer Hilfe kann er die Ausgeburten seines nächtlichen Wachens besiegen. [Die Zeit, 08.08.1997, Nr. 33]
So ist die in unseren Breiten viel gerühmte Renaissance des Son eher eine Ausgeburt multinationalen Marketings. [Der Tagesspiegel, 15.07.2003]
Anders als der Vater ist Junior eine Ausgeburt an moralischem Verhalten und Benehmen. [Die Zeit, 26.01.2009, Nr. 04]
Er hinwiederum empfand dies Lager als eine Ausgeburt der Hölle. [Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 973]
Zitationshilfe
„Ausgeburt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ausgeburt>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Ausgebot
Ausgebombte
Ausgasung
Ausgangszustand
Ausgangszeile
Ausgedinge
Ausgedinger
Ausgeglichenheit
Ausgehanzug
Ausgehbeschränkung