Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ausgrabung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ausgrabung · Nominativ Plural: Ausgrabungen
Aussprache 
Worttrennung Aus-gra-bung
Wortbildung  mit ›Ausgrabung‹ als Erstglied: Ausgrabungsarbeit · Ausgrabungsstätte
eWDG

Bedeutungen

1.
Freilegung geschichtlicher, vorgeschichtlicher Funde
Beispiele:
die Ausgrabung einer vorgeschichtlichen Siedlung, eines antiken Tempels
Ist es nötig, in diesem Kreis von den deutschen Ausgrabungen in Olympia … zu sprechen [ MommsenReden164]
2.
umgangssprachlich, übertragen entsprechend der Bedeutung von ausgraben (2)
Beispiele:
die Ausgrabung eines alten Schriftstückes, Gesetzes durch einen Fachmann
die Ausgrabung dieses (zu Unrecht vergessenen) Dichters, Musikers aus der Barockzeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

graben · ausgraben · Ausgrabung · begraben · Begräbnis · Gräber · Grabmal · Grabscheit
graben Vb. ‘Erde umwerfen, eine Vertiefung (im Erdboden) machen, einkerben, unter der Erde suchen, schürfen’. Das gemeingerm. Verb ahd. graban (um 800), mhd. graben, asächs. graƀan, mnd. mnl. grāven, nl. graven, afries. greva, aengl. grafan, engl. to grave, anord. grafa, schwed. gräva, got. graban (germ. *graban) gehört mit aslaw. grebǫ ‘rudere, grabe’, russ. grebú (гребу) ‘rudere, scharre zusammen’, älter auch ‘grabe, wühle, raffe an mich’, aslaw. pogrěbati, russ. pogrebát’ (погребать) ‘begraben, beerdigen’ zu einer Ausgangsform ie. *ghrebh-, die oft (wie bei Pokorny 1, 455) in zwei homophone Ansätze mit der Bedeutung ‘kratzen, scharren, graben’ sowie ‘ergreifen, erraffen, harken’ (s. grabbeln) aufgespalten wird, wobei zugegeben wird, daß zwischen beiden Ansätzen zum Teil nicht scharf zu trennen ist. Das Paradigma des germ. Verbs folgt nicht dem e-/o-Ablaut des ie. Ansatzes, sondern ist in die Ablautreihe germ. a/ō übergetreten. Zum Verb gehören Grab, Graben, Gracht, Grube; außerhalb der Ablautformen des Verbalparadigmas stehen die (zur alten ie. Ausgangsform stimmenden) Bildungen Gruft, Grubber und das Iterativum grübeln (s. d.). – ausgraben Vb. ‘durch Graben aus der Erde herausholen, durch Graben im Erdboden eine Vertiefung schaffen’, ahd. ūʒgraban (10. Jh.), mhd. ūʒgraben; dazu Ausgrabung f. ‘Freilegung (vor)geschichtlicher Funde’, Terminus der Archäologie seit dem 18. Jh. begraben Vb. ‘beerdigen, bestatten’, übertragen ‘aufgeben, nicht mehr davon sprechen’, ahd. bigraban ‘beerdigen’ (8. Jh.), mhd. begraben, auch ‘ziselieren, mit einem Graben umgeben’; Begräbnis n. ‘Bestattung, Beerdigung’, auch ‘Grabstätte, Gruft’, mhd. begrebnis(se) ‘Grabstätte’. Gräber m. häufig auch umlautlos Graber, ahd. grabāri (Hs. 13. Jh.), bigrabāri (10. Jh.) ‘Totengräber’, mhd. grabære, mnd. grāvēre; heute meist in Zusammensetzungen wie Gold-, Schatz-, Totengräber. Grabmal n. ‘am Grab aufgestelltes Erinnerungsmal’ (16. Jh.; zuerst in Luthers Bibelübersetzung), Zusammensetzung mit Mal2 (s. d.) in dessen Bedeutung ‘Zeichen’. Grabscheit n. ‘Spaten, Schaufel’, mhd. grabeschīt, seit dem Frühnhd. die fugenvokallose Form Grabscheit; zum Grundwort s. Scheit.

Typische Verbindungen zu ›Ausgrabung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausgrabung‹.

Befund Ergebnis Fund Nekropole Saline Varusschlacht archaeologische archaeologischen archäologisch ausgeführt begonnen bereichern durchführen durchgeführt erbringen erbringt erfolgt erschließen freilegen fördern geleiten leiten planmäßig römisch systematisch unternommen veranstaltet vorgenommen vornehmen überbauen

Verwendungsbeispiele für ›Ausgrabung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und um noch einen wesentlichen Zug bereicherten die Ausgrabungen das Bild. [Jankuhn, Herbert: Der Ursprung der Hochkulturen. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 24649]
Ihre neueste persönliche Ausgrabung liegt ihr am Herzen, das merkt man. [Die Zeit, 11.05.2013, Nr. 19]
Aber erstens ist dieses Gesetz noch nicht beschlossen, und zweitens enden die Kosten nicht mit der Ausgrabung. [Die Zeit, 11.04.2013, Nr. 15]
Zum ersten Mal nach langer Zeit wird sie eine Ausgrabung leiten. [Die Zeit, 17.07.2008, Nr. 30]
Die fünfte Episode (»Die Ausgrabung«) schließlich ist ein kleiner witziger Sketch. [Die Zeit, 23.09.1966, Nr. 39]
Zitationshilfe
„Ausgrabung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ausgrabung>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Ausgliederung
Ausgleichweiher
Ausgleichung
Ausgleichtreffer
Ausgleichtor
Ausgrabungsarbeit
Ausgrabungsort
Ausgrabungsstätte
Ausgrenzung
Ausgrenzungsversuch