Ausgrabung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ausgrabung · Nominativ Plural: Ausgrabungen
Aussprache
WorttrennungAus-gra-bung
Wortbildung mit ›Ausgrabung‹ als Erstglied: ↗Ausgrabungsarbeit · ↗Ausgrabungsstätte
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Freilegung geschichtlicher, vorgeschichtlicher Funde
Beispiele:
die Ausgrabung einer vorgeschichtlichen Siedlung, eines antiken Tempels
Ist es nötig, in diesem Kreis von den deutschen Ausgrabungen in Olympia ... zu sprechen [MommsenReden164]
2.
umgangssprachlich, übertragen
entsprechend der Bedeutung von ausgraben (Lesart 2)
Beispiele:
die Ausgrabung eines alten Schriftstückes, Gesetzes durch einen Fachmann
die Ausgrabung dieses (zu Unrecht vergessenen) Dichters, Musikers aus der Barockzeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

graben · ausgraben · Ausgrabung · begraben · Begräbnis · Gräber · Grabmal · Grabscheit
graben Vb. ‘Erde umwerfen, eine Vertiefung (im Erdboden) machen, einkerben, unter der Erde suchen, schürfen’. Das gemeingerm. Verb ahd. graban (um 800), mhd. graben, asächs. graƀan, mnd. mnl. grāven, nl. graven, afries. greva, aengl. grafan, engl. to grave, anord. grafa, schwed. gräva, got. graban (germ. *graban) gehört mit aslaw. grebǫ ‘rudere, grabe’, russ. grebú (гребу) ‘rudere, scharre zusammen’, älter auch ‘grabe, wühle, raffe an mich’, aslaw. pogrěbati, russ. pogrebát’ (погребать) ‘begraben, beerdigen’ zu einer Ausgangsform ie. *ghrebh-, die oft (wie bei Pokorny 1, 455) in zwei homophone Ansätze mit der Bedeutung ‘kratzen, scharren, graben’ sowie ‘ergreifen, erraffen, harken’ (s. ↗grabbeln) aufgespalten wird, wobei zugegeben wird, daß zwischen beiden Ansätzen zum Teil nicht scharf zu trennen ist. Das Paradigma des germ. Verbs folgt nicht dem e-/o-Ablaut des ie. Ansatzes, sondern ist in die Ablautreihe germ. a/ō übergetreten. Zum Verb gehören ↗Grab, ↗Graben, ↗Gracht, ↗Grube; außerhalb der Ablautformen des Verbalparadigmas stehen die (zur alten ie. Ausgangsform stimmenden) Bildungen ↗Gruft, ↗Grubber und das Iterativum ↗grübeln (s. d.). ausgraben Vb. ‘durch Graben aus der Erde herausholen, durch Graben im Erdboden eine Vertiefung schaffen’, ahd. ūʒgraban (10. Jh.), mhd. ūʒgraben; dazu Ausgrabung f. ‘Freilegung (vor)geschichtlicher Funde’, Terminus der Archäologie seit dem 18. Jh. begraben Vb. ‘beerdigen, bestatten’, übertragen ‘aufgeben, nicht mehr davon sprechen’, ahd. bigraban ‘beerdigen’ (8. Jh.), mhd. begraben, auch ‘ziselieren, mit einem Graben umgeben’; Begräbnis n. ‘Bestattung, Beerdigung’, auch ‘Grabstätte, Gruft’, mhd. begrebnis(se) ‘Grabstätte’. Gräber m. häufig auch umlautlos Graber, ahd. grabāri (Hs. 13. Jh.), bigrabāri (10. Jh.) ‘Totengräber’, mhd. grabære, mnd. grāvēre; heute meist in Zusammensetzungen wie Gold-, Schatz-, Totengräber. Grabmal n. ‘am Grab aufgestelltes Erinnerungsmal’ (16. Jh.; zuerst in Luthers Bibelübersetzung), Zusammensetzung mit ↗Mal (s. d.) in dessen Bedeutung ‘Zeichen’. Grabscheit n. ‘Spaten, Schaufel’, mhd. grabeschīt, seit dem Frühnhd. die fugenvokallose Form Grabscheit; zum Grundwort s. ↗Scheit.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akropolis Archäologe Domplatz Fund Fundstück Grotte Gräberfeld Kultstätte Lichte Massengrab Nekropole Nildelta Olympia Rekonstruktion Volkskunst archäologisch begonnen durchgeführt entdecken freilegen geleitet großflächig lohnend prähistorisch römisch systematisch unternommen verdienstvoll vorgenommen zuschütten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ausgrabung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei den Ausgrabungen wurde ein 20 mal 20 Meter großes monumentales Grab mit Pfeilern entdeckt.
Die Welt, 19.09.2003
Speziell angepasste mobile Computer ermöglichen es, direkt am Ort der Ausgrabungen die Ergebnisse anderer Wissenschaftler einzusehen, selbst unterschiedliche Theorien lassen sich so bildhaft darstellen.
Der Tagesspiegel, 30.10.2001
Und um noch einen wesentlichen Zug bereicherten die Ausgrabungen das Bild.
Jankuhn, Herbert: Der Ursprung der Hochkulturen. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 24649
In Verbindung mit den Ausgrabungen wurden die Überreste der wohl frühesten nachantiken Statuen entdeckt.
o. A.: Lexikon der Kunst - E. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 7280
Zu einem wirklichen Abschluß konnten die Ausgrabungen in keiner der größeren Städte gebracht werden.
Deichmann, F. W.: Ausgrabungen. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 20392
Zitationshilfe
„Ausgrabung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ausgrabung>, abgerufen am 19.06.2019.

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