Aussage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aussage · Nominativ Plural: Aussagen
Aussprache
WorttrennungAus-sa-ge
Grundformaussagen
Wortbildung mit ›Aussage‹ als Erstglied: ↗Aussageform · ↗Aussagegehalt · ↗Aussagekraft · ↗Aussagenlogik · ↗Aussagensystem · ↗Aussagesatz · ↗Aussageverweigerung · ↗Aussageverweigerungsrecht · ↗Aussageweise · ↗Aussagewert · ↗aussagefähig
 ·  mit ›Aussage‹ als Letztglied: ↗Einzelaussage · ↗Existenzaussage · ↗Falschaussage · ↗Gegenaussage · ↗Gesamtaussage · ↗Gesetzesaussage · ↗Glaubensaussage · ↗Grundaussage · ↗Hauptaussage · ↗Kernaussage · ↗Koalitionsaussage · ↗Protokollaussage · ↗Satzaussage · ↗Selbstaussage · ↗Wahlaussage · ↗Wahrscheinlichkeitsaussage · ↗Werbeaussage · ↗Zeugenaussage
eWDG, 1967

Bedeutung

siehe auch sagen (Lesart 2)
1.
Bericht, Angaben (vor einer amtlichen, vorgesetzten Stelle, besonders vor Gericht)
Beispiele:
eine Aussage machen, ergänzen, wiederholen, aufrechterhalten, zu Protokoll nehmen, abschwächen, zurücknehmen
jmds. Aussage beeinflussen
die Aussage verweigern
ihre Aussagen widersprachen sich
bei seiner Aussage bleiben
eine falsche, glaubwürdige Aussage
obgleich nach Aussage des Doktors Grabow die Geburt um etwas zu früh eintrat [Th. MannBuddenbrooks1,50]
2.
Ausdruck des inneren Gehalts
Beispiele:
eine künstlerische, literarische, dichterische, überzeugende Aussage
dem Gemälde fehlt jede Aussage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen · absagen · Absage · ansagen · Ansage · Ansager · aussagen · Aussage · besagen · entsagen · Entsagung · entsagungsvoll · untersagen · versagen · Versager · zusagen · Zusage · unsagbar · unsäglich
sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären’, (reflexiv) ‘sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter ↗sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute besonders ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, besonders vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aussage · ↗Bedeutung · ↗Sinn · ↗Sinngehalt  ●  ↗Semantik  fachspr.
Unterbegriffe
  • Ganzes-zum-Teil-Beziehung · Holonymie
  • Meronymie · Teil-zum-Ganzen-Beziehung
Assoziationen
Synonymgruppe
Aussage · ↗Behauptung · ↗Erklärung · ↗Statement · ↗Stellungnahme · ↗Äußerung  ●  ↗Einlassung (in juristischem Kontext)  fachspr., Jargon
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aussage · ↗Proposition
Synonymgruppe
Aussage · ↗Botschaft · ↗Message
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angeklagte Aussage Widerspruch Zeug Zeuge belastend bestätigen beziehen eigen eindeutig enthalten falsch früh gemacht klar konkret programmatisch relativieren solch stützen treffen verläßlich verweigern werten widerrufen widersprechen widersprüchlich wiederholen zentral zitieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aussage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er beschränkt sich daher mit politischen Aussagen vornehm auf das äußerste Minimum.
Die Zeit, 31.10.1997, Nr. 45
Hier hält sich die Wissenschaft mit eindeutigen Aussagen mangels Untersuchungen zurück.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7
Schließlich findet sich auch die ganze direkte Form der Aussage, die durch den Witz nur noch kümmerlich verbrämt ist.
Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 110
Formale Probleme wurden den Künstlern wichtiger als die inhaltliche Aussage.
Lehmann, A.: Malerei und Plastik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 5772
Sie beobachtete ihn genau, wie er sich setzte und das Jackett glattzog, und wartete gespannt auf seine Aussage.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 255
Zitationshilfe
„Aussage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aussage>, abgerufen am 22.02.2019.

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