Aussage, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aussage · Nominativ Plural: Aussagen
Aussprache 
Worttrennung Aus-sa-ge
Grundformaussagen
eWDG

Bedeutung

siehe auch sagen (2)
1.
Bericht, Angaben (vor einer amtlichen, vorgesetzten Stelle, besonders vor Gericht)
Beispiele:
eine Aussage machen, ergänzen, wiederholen, aufrechterhalten, zu Protokoll nehmen, abschwächen, zurücknehmen
jmds. Aussage beeinflussen
die Aussage verweigern
ihre Aussagen widersprachen sich
bei seiner Aussage bleiben
eine falsche, glaubwürdige Aussage
obgleich nach Aussage des Doktors Grabow die Geburt um etwas zu früh eintrat [ Th. MannBuddenbrooks1,50]
2.
Ausdruck des inneren Gehalts
Beispiele:
eine künstlerische, literarische, dichterische, überzeugende Aussage
dem Gemälde fehlt jede Aussage
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen · absagen · Absage · ansagen · Ansage · Ansager · aussagen · Aussage · besagen · entsagen · Entsagung · entsagungsvoll · untersagen · versagen · Versager · zusagen · Zusage · unsagbar · unsäglich
sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären’, (reflexiv) ‘sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, afries. sedza, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute besonders ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, besonders vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aussage · Bedeutung · Sinn · Sinngehalt  ●  Semantik  fachspr.
Synonymgruppe
Aussage · Behauptung · Erklärung · Stellungnahme · Äußerung  ●  Statement  engl. · Einlassung  fachspr., Jargon, juristisch
Synonymgruppe
Aussage · Proposition
Synonymgruppe
Aussage · Botschaft  ●  Message  Denglisch, Jargon

Typische Verbindungen zu ›Aussage‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aussage‹.

Verwendungsbeispiele für ›Aussage‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier hält sich die Wissenschaft mit eindeutigen Aussagen mangels Untersuchungen zurück. [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7]
Auch hatte er noch einige früher gemachte Aussagen zu bestätigen. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 270]
Wenn er sich eine solche extramundane Stellung nicht zutraut, kann er für seine Aussagen einen theoretischen Status nicht beanspruchen. [Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 1. Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 179]
Doch für eine halbwegs gesicherte Aussage ist es noch zu früh. [Hijiya-Kirschnereit, Irmela: Selbstentblößungsrituale, Wiesbaden: Steiner 1981, S. 75]
Lässt sich mit so relativen Begriffen überhaupt eine Aussage über den Denkmalwert eines Hauses begründen? [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Aussage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aussage>.

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