Aussatz, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Aussatzes · Nominativ Plural: Aussätze · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Aus-satz
Grundform aussetzen
Wortbildung  mit ›Aussatz‹ als Erstglied: ↗aussätzig
eWDG, 1967

Bedeutung

schwere Infektionskrankheit, vor allem der Haut, die in Europa nur noch vereinzelt vorkommt, aber in tropischen Ländern noch häufig ist, Lepra
Beispiele:
den Aussatz haben
mit Aussatz bedeckt, behaftet
von Aussatz befallen sein
gehobenmit Aussatz geschlagen sein
jmdn. vom Aussatz reinigen
Wie ein vom Aussatz zerfressenes Stück Haut [ A. ZweigErziehung114]
bildlich
Beispiel:
Wir dulden unter uns den giftigen Aussatz der Ketzerei [ C. F. MeyerJenatsch1,34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aussätzig · Aussatz
aussätzig Adj. ‘mit Aussatz behaftet, leprakrank’, mhd. ūʒsetzic (12. Jh.); vgl. ahd. ūʒsāzo, ūʒsaʒʒ(e)o ‘Aussätziger’ (8. Jh.), mhd. ūʒsetze, eine ablautende Präfixbildung zu dem unter ↗aussetzen (s. d.) behandelten Verb, da der Leprakranke auf Grund seiner Krankheit außerhalb der menschlichen Gesellschaft (‘ausgesetzt, abgesondert’) leben mußte. Aussatz m. ‘Lepra’, mhd. ūʒsaz (13. Jh.), rückgebildet von ahd. ūʒsāzo, mhd. ūʒsetze bzw. dem Adjektiv mhd. ūʒsetzic (s. oben).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Aussatz · Hansen-Krankheit · Lazarus-Krankheit · ↗Lepra · ↗Miselsucht · Morbus Hansen
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Aussatz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aussatz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Aussatz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wäre schade, wenn „Aussatz“, seiner offenkundigen Mängel zum Trotz, nicht nachgespielt würde.
Die Zeit, 16.10.1970, Nr. 42
Wir geben im Rahmen dieses Aussatzes einige seiner seinsinnigen Schöpfungen wieder.
Völkischer Beobachter (Reichsausgabe), 04.03.1931
Der Aussatz besteht in einem schrittweise zunehmenden Absterben der Extremitäten, der Finger, der Hände, schließlich der Arme.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 23218
Noch später ist den Priestern die Feststellung des Aussatzes zugewiesen.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 179
In der Bibel wird der Aussatz als eine schlimme, nach Lev 13 freilich heilbare Krankheit angesehen.
Russell, W. H.: Aussätzigenmission. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 22929
Zitationshilfe
„Aussatz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aussatz>, abgerufen am 02.12.2020.

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